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Lokales Hohe Sicherheitsvorkehrungen beim Dresdner Stadtfest 2017
Dresden Lokales Hohe Sicherheitsvorkehrungen beim Dresdner Stadtfest 2017
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08:13 18.08.2017
Zum Stadtfest werden täglich mehr als 100 Polizisten im Einsatz sein.  Quelle: dpa
Dresden

 „Zu Ihrer Sicherheit wird dieser Bereich videoüberwacht“ – diesen Satz werden Besucher des Dresdner Stadtfests „Canaletto“ am Wochenende auf Teilen des Festgeländes lesen. Die Videoüberwachung ist die gravierendste Änderung im Sicherheitskonzept zum Stadtfest gegenüber dem Vorjahr. Dafür wird auf die bis zu zwölf Meter hohen Überwachungstürme, die Ordnern und Polizisten im vergangenen Jahr Überblick verschaffen sollten, verzichtet.

Mit solchen Türmen wurde das Stadtfest 2016 überwacht. Quelle: Dietrich Flechtner

Dass die weithin sichtbaren „Security Tower“ durch die weniger auffällige Videoüberwachung, die übrigens laut Veranstalter „dem Veranstaltungsleiter zu jeder Zeit einen Überblick auf das gesamte Veranstaltungsgelände geben“ können soll, ersetzt wird, ist letztlich symptomatisch für das diesjährige Sicherheitskonzept. Die Organisatoren versuchen, einen ähnlich hohen Sicherheitsstandard wie 2016 zu erreichen, als nach den Anschlägen von Nizza und Ansbach im Vorfeld des Stadtfesttermins noch einmal ordentlich an der Sicherheitsschraube gedreht wurde. Nur auffallen soll das nicht mehr so stark. „Wir wollen, dass sich die Festbesucher wohlfühlen und ausgelassene Tage in Dresden verbringen können. Spürbare Einschränkungen wird es nicht geben“, heißt es auf DNN-Anfrage von den Veranstaltern.

Viel Polizei – aber nicht immer sichtbar

Das ist offenbar eine Lehre aus dem vergangenen Jahr, als das Stadtfest einen Besucherrückgang verzeichnete. Auch wenn es damals offiziell keiner der Verantwortlichen sagen wollte, galt das teils martialische Auftreten der Ordnungskräfte – so waren auf dem Festgelände Polizeisondereinheiten mit Maschinenpistolen zu sehen – als eine der Ursachen für das Wegbleiben von Besuchern.

 Ein anderer Grund für die Veränderungen: Die Sicherheitslage ist zwar unverändert, wie Polizeisprecher Thomas Geithner sagt. „Wir sprechen nach wie vor von einer abstrakten Gefährdungslage.“ Bedeutet: Anschläge kann niemand ausschließen, es gibt aber nicht den leisesten Hinweis darauf. Doch Polizei, Ordnungsamt und Organisatoren können nach einem Jahr diffuser Gefahr besser mit der Situation umgehen. Dazu tragen die Stadtfest, Einheitsfeier, Striezelmarkt und Silvesterfeier gemachten Erfahrungen im Umgang mit höheren Sicherheitsstandards bei.

Keine Sonderkontrollzonen

Entsprechend gibt es in diesem Jahr keine Sonderkontrollzonen, in denen Polizisten „verdachtsunabhängige Kontrollen“ gestattet sind. Auch sollen keine Maschinenpistolen auf dem Festareal zu sehen sein. Gleichwohl sind bewaffnete Sondereinheiten in Dresden stationiert. „Sie sind in Fahrzeugen jederzeit einsatzbereit“, sagt Polizeisprecher Geithner. So wie übrigens bei allen größeren Veranstaltungen der letzten Zeit. Außerdem gehören die Nizzasperren offenbar zum neuen Sicherheitsstandard. Zum Stadtfest werden die Betonklötze, die Anschläge mit fahrenden Lastern verhindern sollen, allerdings in dosierter Form vor allem an Zufahrtswegen aufgestellt. Dort sollen sie dem Vernehmen nach eine Barriere bilden, die die langsame Durchfahrt erlaubt – in etwa so, wie man das von Drängelgittern an Waldwegen kennt. Die Festorganisatoren von der Agentur Schröder bestätigen allerdings lediglich den Einsatz der Nizzasperren. Wo diese aufgestellt werden, wollen sie genauso wenig wie die Standorte der Videokameras verraten.

Deren Bilder sollen vor allem der Beobachtung der Besucherströme dienen. Das soll den Veranstaltern die Möglichkeit geben, „bei gegebenenfalls auftretender Überfüllung von Stadtfest-Bereichen“ sofort zu reagieren, wie es auf DNN-Anfrage heißt. Das sei eine Reaktion auf den veränderten Zuschnitt des Festgeländes, das sich wegen der Bauarbeiten an der Augustusbrücke nur auf die Altstädter Seite erstreckt. Dort müssen die Veranstalter zum Beispiel mit den Baustellen auf Schlossplatz und Augustusbrücke umzugehen wissen.

Über 100 Polizisten pro Festtag

Die Polizei werde in gleicher Einsatzstärke wie 2016 unterwegs sein. „80 bis 120 Beamte pro Festtag, davon werden am Abend mehr im Einsatz sein“, sagt Sprecher Geithner. Die Ausschreitungen vom vergangenen Jahr, als eine Gruppe gewaltbereiter Deutscher zu später Stunde Ausländer übers Festgelände jagte, habe man „im Hinterkopf“, „da so etwas aber spontan entsteht, kann man sich nicht konkret darauf vorbereiten“.

Gelegentlich werden Polizisten auch wie 2016 den Sicherheitsdienst am Eingang bei Kontrollen unterstützen, die vor allem zur Durchsetzung des Glasflaschenverbots nötig sind. Die Veranstalter betonen, dass es sich dabei um keine Einlasskontrollen handelt. Wieviele Ordnungskräfte im Einsatz sind, wollen sie auf Anfrage nicht beantworten. Zum Aufwand sagen sie dann aber doch so viel: Das Sicherheitsbudget für das Stadtfest ist in diesem Jahr „knapp sechsstellig“.

Von Uwe Hofmann

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