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„Hört auf, die Albertbrücke zu verschandeln!“

Dresdner FDP-Fraktionsvorsitzender fordert „Hört auf, die Albertbrücke zu verschandeln!“

Das Doppelgeländer auf der Albertbrücke ist überflüssig. Davon ist Holger Zastrow, Vorsitzender der Stadtratfraktion FDP/Freie Bürger, nach Studium der einschlägigen Vorschriften überzeugt. Die Stadtverwaltung widerspricht vehement.

Schutz für Radfahrer? Das hohe Geländer auf der Albertbrücke.

Quelle: Wiebke Theuer

Dresden. Holger Zastrow, Vorsitzender der Stadtratsfraktion FDP/Freie Bürger, ist fest davon überzeugt: „Das Doppelgeländer auf der Albertbrücke ist überflüssig. Ein Einfaches Geländer hätte gereicht.“ Zastrow hatte im Stadtrat eine Anfrage zum Doppelgeländer gestellt und war von der Stadtverwaltung auf die einschlägigen Vorschriften verwiesen worden. Der Fraktionsvorsitzende studierte die Verordnungen und kam zu dem Schluss: „Es gibt keine Begründung für das Doppelgeländer. Das historische Geländer wäre ausreichend gewesen.“

Dieses historische Geländer misst nur einen Meter und ist deshalb laut Stadt nicht dafür geeignet, Radfahrer in Extremsituationen vor einem Sturz in die Elbe zu bewahren. Deshalb wurde hinter das historische Geländer eine 1,30 Meter hohe Stahlkonstruktion geschraubt. „Eine Geländerhöhe von größer oder gleich 1300 Millimeter wird aber laut der von der Verwaltung gelieferten Vorschrift nur dann gefordert, wenn am Gelände selbst ein Radweg oder ein Geh- und Radweg entlang führt“, zitiert Zastrow, „auf der Albertbrücke handelt es sich aber um einen baulich getrennten Rad- und Gehweg.“ Radfahrer seien hier zur Nutzung des Radweges verpflichtet und könnten gar nicht in die Nähe des Geländers geraten, wenn sie sich vorschriftsmäßig verhalten würden.

Zastrow fordert den Abbau des Doppelgeländers und Konsequenzen im Straßen- und Tiefbauamt. „Diese Verschandelung der historischen Albertbrücke und des denkmalgeschützten Brückengeländers war verkehrstechnisch nicht notwendig. Die Vorschriften sind eindeutig, das historische Geländer hätte vollkommen ausgereicht. Der Stahlpreis ist hoch, daher sollte das zweite Geländer aus ästhetischen Gründen besser gleich wieder abgebaut, verschrottet oder einer anderen Verwendung zugeführt werden“, so der Fraktionsvorsitzende. Das Straßen- und Tiefbauamt habe einmal mehr Steuergeld in Größenordnungen verschwendet. Es handele sich um eine „Geländer-Lüge“, weil die als Begründung vorgebrachten Vorschriften gar nicht existieren würden.

Die Stadtverwaltung widersprach Zastrow vehement. „Das zweite Geländer musste aufgrund des geltenden technischen Regelwerks zwingend errichtet werden und muss bestehen bleiben. Das geht aus den konkreten Vorschriften hervor“, teilte die Pressestelle mit.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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Brückenstreit
Das 1,30 Meter hohe neue Geländer wurde auf der Albertbrücke vor das historische Geländer montiert.

Rückendeckung für die Stadtverwaltung im Doppelgeländer-Streit an der Albertbrücke: Linke-Stadtrat Tilo Wirtz, im Hauptberuf bauvorlageberechtigter Ingenieur und qualifizierter Tragwerksplaner, erklärte gegenüber DNN: „Das Doppelgeländer muss bleiben!“

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