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Lokales „Höhlenforschung ist mehr, als nur die Taschenlampe anzuknipsen“
Dresden Lokales „Höhlenforschung ist mehr, als nur die Taschenlampe anzuknipsen“
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10:33 27.03.2017
Die Höhlenforschergruppe Dresden rund um ihren Begründer Roland Wikelhöfer hat in Sachsen bereits mehr als 400 Höhlen entdeckt. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

„Höhlenforschung ist mehr, als nur die Taschenlampe anknipsen. Es ist vielmehr eine Dokumentation der Höhle, ein permanenter Prozess, der unser Wissen über das komplexe Gebiet der Speläologie stetig wachsen lässt“, sagt Roland Winkelhöfer. Der 73-Jährige ist Sachsens wohl bekanntester Höhlenforscher. Seit sage und schreibe 55 Jahren ist er mit seiner 1962 gegründeten Höhlenforschergruppe Dresden, einer geologisch-heimatkundlichen Gemeinschaft, im Ehrenamt.

Heute besteht die Gruppe aus 17 Mitgliedern, die sich zu monatlichen Vorträgen, Wanderungen und Exkursionen treffen. An sogenannten Höhlenabenden werten sie neue Forschungsergebnisse aus und lauschen dem ein oder anderen Gastredner. Den guten Zuspruch der Bevölkerung erklärt Winkelhöfer folgendermaßen: „Zum einen ist dieser sportliche Wissenschaftszweig für viele Fachrichtungen spannend. Der Oberbegriff Speläologie beinhaltet auch die Disziplinen der Geologie, Biologie, Fledermausforschung und die Archäologie. Diese arbeiten Hand in Hand miteinander um zu erklären wie Höhlen entstehen und welche Räume sie unter der Erde bilden“, informiert der 73-Jährige. „Und zum anderen natürlich die ausgeprägte Öffentlichkeitsarbeit, die das Bekanntmachen unserer Arbeitserfolge beinhaltet.“

Die Höhlenforschergruppe Dresden hat eine lange Tradition. „Meine Freunde und ich waren damals von der Silbersuche und den Bergwerkstollen zwischen Dresden und Freiberg fasziniert und haben diese erkundet. Als offizielle Gruppe war es jedoch einfacher für die sich auf privaten Grundstücken befindenden Stollen des Bergbaus Zutritt zu erhalten“, erinnert sich Winkelhöfer. Nachdem die Gruppe zunächst dem Kulturbund, der es sich zur Aufgabe machte Freizeitaktivitäten der Bürger zu kontrollieren und dem Staat nutzbar zu machen, beitrat, schloss sie sich aufgrund mangelnder Demokratie alsbald dem Bergsteigerverband an. In dieser sportlich orientierten Organisation fanden die jährlichen Wahlen ohne Bevormundung statt, Forschungsergebnisse konnten publiziert und die Höhlenforschertreffen ohne Probleme in den Karstgebieten der DDR durchgeführt werden. Im Laufe der Jahre fanden unzählige Veranstaltungen der verschiedensten Art statt. Neben internationalen Expeditionen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien wurden viele Forschungsfahrten in die Sächsische Schweiz und regelmäßige Lichtbildervorträge organisiert.

Seit 1969 veröffentlicht Roland Winkelhöfer nun jährlich drei Ausgaben seiner Zeitschrift „Der Höhlenforscher“. Hier finden sich Forschungsergebnisse von selbstdurchgeführten Wanderungen und Exkursionen, theoretische Grundlagen, Entdeckungen aus dem Bereich der Mineralogie sowie alle aktuellen Neuigkeiten rund um das Thema Höhlenforschung. Auch zahlreiche Gastautoren kommen häufig zu Wort.

Jährlich gibt es über 50 Termine, an denen sich die Gruppe zu verschiedenen Aktionen trifft. So auch am 6. Mai. Die Höhlenforschergruppe lädt zu einem Lehrgang für Unterirdisches. Roland Winkelhöfer gibt mit ehrenamtlichen Fachleuten in einer Höhlenforscherschule theoretische Einblicke in speläologisches Wissen. Die neu erworbenen Kenntnisse können dann in der gemeinsamen Exkursion in die Höhlen der Sächsischen Schweiz angewandt werden. Mit ganz viel Glück kann man sogar eine der seltenen Hufeisennasen- Fledermäuse entdecken.Einer der Höhepunkte ist auch die jährlich stattfindende Ruscher-Wanderung. Unter dem diesjährigen Motto „Höhlen rund ums Polenztal“ startet die größte und älteste Höhlenführung Deutschlands am 21. Mai um 9 Uhr zunächst in gerader Linie Richtung Hockstein. Zum 41. Mal findet die Höhlenführung, die Johannes Ruscher, dem Begründer der organisierten sächsischen Höhlenforschung im Jahre 1920 und Vorsitzenden des Vorgängervereins gewidmet ist, nun statt. Jedes Jahr geht es in ein anderes Gebiet im Sandsteinkarst der Sächsischen Schweiz.

Von Julia Krumm

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