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Hochzeit im Zwinger erst 2015 möglich: Keine Toiletten, keine Klimaanlagen, keine Parkplätze - Investitionen nötig

Hochzeit im Zwinger erst 2015 möglich: Keine Toiletten, keine Klimaanlagen, keine Parkplätze - Investitionen nötig

Im Zwinger sollen Verliebte sich künftig das Ja-Wort geben können. Das hatte der Stadtrat auf Antrag der FDP Mitte Juni beschlossen. Dresden solle sich zur Hochzeitsstadt entwickeln und neue Standorte für Trauungen erschließen.

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Liebe, Leben, Lust: Die hochschwangere Peggy Winkler (28) und ihr Mann Frank (35) haben sich gestern im Standesamt in der Goetheallee vermählt. Damit gehören die beiden zu den knapp 2000 Paaren, die jährlich in Dresden heiraten.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Allerdings ist dies gar nicht so einfach. Denn es geht um mehr als nur ein kurzes Ja-Wort.

Heiraten wie die Könige, ein fulminantes Fest vor imposanter Kulisse, und die beste Party im Umkreis von 200 Kilometern - wer hat nicht schon als Kind von seiner Hochzeit geträumt. Wer hat sich nicht jahrelang Details ausgemalt, in romantischen Vorstellungen verloren und die wildeste Tanzveranstaltung vorgestellt. Die Realität sieht oft anders aus. Pragmatischer. Nur wenn die Details stimmen, wird es eine schöne Feier. Das weiß Frank Neubert, Leiter des Standesamtes. Und an den diesen Details mangelt es im Zwinger derzeit noch zuhauf.

"Die erste Frage bei einer Trauung, ist oft die nach den Toiletten", sagt Neubert. "Die Menschen sind aufgeregt." Fehlende Örtchen sind jedoch genau das Problem bei einer Hochzeit im königlichen Zwinger. Der Wallpavillon gilt zwar als baulicher Höhepunkt des Bauwerks, eine Toilette gibt es in der Nähe seines Festsaals jedoch nicht. "Sie können doch nicht alle Leute über den Hof laufen lassen, stellen Sie sich vor, es regnet. Der Hof ist nicht gepflastert, alle haben feine Klamotten an", sagt Neubert. "Zudem müssen Sie an die älteren Gäste der Gesellschaft denken." Der Leiter des Standesamtes hat derzeit noch viele praktische Einwände zum Hochzeitsstandort Zwinger. "Es muss viel investiert werden", so Neubert. "Erst dann können wir den Paaren ein schönes Fest bieten." Die Stadt könne diese Summen jedoch nicht zahlen. Hier sei der Staatsbetrieb "Schlösserland Sachsen" gefragt.

Ein weiteres Manko ist für Neubert die Belüftung. "Es lässt sich kein einziges Fenster öffnen, es gibt auch keine Klimaanlage." Zudem liege der Pavil-lon auf der Südseite. Sehr schwierig sei die Parkplatzsituation. Das Hauptaugenmerk müsse laut dem Leiter des Standesamtes auf der Einrichtung des Saals liegen. "Bislang haben wir einen nackten Raum", sagt Neubert. "In einen Barocksaal können wir je-doch keine Gartenstühle stellen." Ein Stuhl im Standesamt der Goetheallee hätte 800 Euro gekostet. "Sie kön- nen sich ausrechnen, wie viel allein für 80 Stühle investiert werden muss", erklärt er. Eine Gesamtsumme wollte er jedoch nicht nennen. Dabei ist die Idee nicht neu. Schon vor vielen Jahren sollten Hochzeiten im Zwinger möglich werden. In den nächsten Wochen trifft Neubert sich mit Schlösserland-Chef Christian Striefler. Die erste Ehe wird im Zwinger frü- hestens 2015 geschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.07.2013

Katrin Tominski

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