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Lokales Hochwasserschutz für den Dresdner Westen ist fertig
Dresden Lokales Hochwasserschutz für den Dresdner Westen ist fertig
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17:04 18.08.2017
So wie im Jahr 2011 soll es beim nächsten großen Hochwasser in Gohlis nicht mehr aussehen. Quelle: Archiv/Hauke Heuer
Dresden

Mit einem Bürgerfest in Gohlis haben Politiker und Anwohner am Freitagnachmittag den Lückenschluss für den Hochwasserschutz im Dresdner Westen gefeiert. Das Land und die EU hatten dort in den vergangenen sieben Jahren rund 39 Millionen Euro investiert, um die Stadtteile Kemnitz, Stetzsch, Gohlis und Cossebaude gegen Elbfluten zu sichern, wie sie statistisch gesehen im Abstand von 100 Jahren einmal vorkommen. Im Fachjargon heißen solche Schutzbauwerke „HQ100“-Linien. Beim Jahrtausend-Hochwasser im August 2002 hatten die Elbfluten und nachdrückendes Grundwasser Gohlis und weitere Teile des Dresdner Westens besonders stark beschädigt.

Ab dem November 2010 hatten Flutschutzarbeiter deshalb eine neue durchgängige Schutzlinie gezogen – teils aus verbesserten oder neuen Dämmen, teils durch Mauern oder montierbare Wände. Zunächst hatten die Bagger und Baulaster im Kemnitz einen neuen Deich aufgeschüttet. Dann erhöhten und verbreiterten sie den Elbdeich zwischen Stetzsch und Gohlis. „Beim letzten Jahrhunderthochwasser im Jahr 2013 konnten wir schon anhand der ersten fertigen Teile sehen, dass der neue Schutz funktioniert“, betonte der Cossebauder Ortsvorsteher Lutz Kusche. In Gohlis und Cossebaude waren damals allerdings die Schutzlücken noch nicht geschlossen.

In Gohlis selbst entstand in der Folgezeit eine – nicht ganz unumstrittene – Hochwasserschutzwand. „Auf der Landseite der Wand verlaufen im Untergrund technische Anlagen zur Entwässerung, die bei Hochwasser das aufsteigende Grundwasser sammeln und zu mehreren Pumpwerken führen“, informierte das sächsische Umweltministerium. „Von dort wird das Wasser mit Pumpen in Richtung Elbe gefördert.“ Im letzten Abschnitt bis zum unteren Becken des Pumpspeicherwerks Niederwartha entstand schließlich ab Oktober 2014 ein 1,5 Kilometer langer Damm.

Zuletzt hatten sich zudem Land und Stadt endlich darüber einigen können, dass und wie sich die Kommune um die mobilen Flutschutz-Elemente kümmert, die im Krisenfall aufzubauen sind. Dies dürfte Signalwirkung auch für den noch ausstehenden Flutschutz für den Dresdner Osten haben: Dort hatten Stadt und Land bisher auch über der Frage gehadert, wer die laufenden Kosten für mobile Schutzwände übernimmt.

Die neue Anlage soll die Stadtteile vor einem Hochwasser schützen, das statistisch gesehen aller 100 Jahre vorkommt. Den Betrieb der Anlage, die 39 Millionen Euro gekostet hat, wird von der Landestalsperrenverwaltung übernommen. Die Finanzierung erfolgte aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und aus dem sächsischen Haushalt. Seit  2002 hat Sachsen rund 2,6 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz sowie in die Schadensbeseitigung investiert. Bis zum Jahr 2023 sind weitere Investitionen in einer Höhe von 630 Millionen Euro eingeplant.

hh

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