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Lokales Hochwasser hinterlässt einen Schaden von 73 Millionen Euro bei Sachsens Landwirten
Dresden Lokales Hochwasser hinterlässt einen Schaden von 73 Millionen Euro bei Sachsens Landwirten
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18:11 09.09.2015
Quelle: Oliver Killig
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Ingesamt 70.000 Hektar Land sind nach Angaben des Sächsischen Bauernverbandes vom Hochwasser betroffen. Davon 45.000 Hektar Ackerland und 25.000 Hektar Grünfläche. Die Schäden sind immens.

„Wir rechnen für das Ackerland mit einem Schaden von 54 Millionen Euro und für die Grünflächen mit einer Summe von 19 Millionen“, so Andreas Jahn vom Bauernverband. Teilweise seien die Flächen drei bis vier Tage überflutet gewesen. Ein Großteil der Ernte ist zerstört. „Alle Aufwendungen wie Saatgut und Arbeitszeit waren umsonst, die Bauern können quasi nichts ernten“, so Jahn weiter.Nach Angaben des Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sind von den Schäden vor allem die Ernte und die Flächen betroffen, weniger die Tiere, Gebäude, Fahrzeuge oder Maschinen.

An vielen Stellen sei noch unklar, ob die Kulturen die Überflutungen überstanden haben und auf welche Weise sie noch genutzt werden können. Insgesamt seien die landwirtschaftlichen Schäden in den Landkreisen Nordsachsen, Mittelsachsen, Leipzig und Meißen am größten, so das Ministerium.Betroffen seien alle Erträge, von Weizen über Raps bis hin zum Feldgemüse und Gerste. Durch die Überflutung fehlt es nun auch am Futtermittel für Kühe und Schafe. Der Landesbauernverband organisierte eine Futtermittelbörse für betroffene Landwirte. Ob das Hochwasser nun zu steigenden Preisen für Getreide und Gemüse führen wird, dazu konnte der Sprecher des Bauernverbandes noch keine Angaben machen. „Da das meiste Getreide gar nicht mehr verkaufsfähig ist, werden die Landwirte probieren, die verbliebene Ernte zum Maximalpreis zu verkaufen.

Zu der Preisentwicklung bei den Bäckereien konnte Manuela Lohse vom Landesinnungsverbandes des sächsischen Bäckerhandwerks noch keine Angaben machen. „Es wird sich zeigen, ob die zerstörte Weizenernte Auswirkungen auf die Preise hat“. Mit Lieferengpässen müssten die Kunden aber nicht rechnen. Die Bäckereien hätten genügend Kapazitäten um den Ernteausfall abzufangen.

Auch Sachsens Spargelbauern blicken auf keine gute Saison zurück und gehen daher teils in die Verlängerung. „Erst war es zu kalt und der Erntebeginn verzögerte sich, dann fehlte die Sonne, schließlich haben uns Regen und Hochwasser einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte Holger Schöne, Vorsitzender des sächsischen Spargelverbandes. „Während des Hochwassers hatte natürlich kaum jemand Muße, Spargel zu essen“, begründete Schöne mit Blick auf den schlechten Absatz. „Letztlich hatten wir wohl eine miserable Saison.“ Allerdings sei die Kauflust in den vergangenen Tagen etwas besser geworden.

Julia Vollmer

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