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Lokales Hochwasser: Dresdner Stadtteil Gohlis wird den Fluten überlassen
Dresden Lokales Hochwasser: Dresdner Stadtteil Gohlis wird den Fluten überlassen
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17:54 09.09.2015
Am Dienstagmittag stand das Wasser am Gohliser Deich auf Kante. Mittlerweile sind die Elbwiesen überflutet. Quelle: Hauke Heuer
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Gohlis wird überschwemmt

" Der Altdeich hat eine Bemessungshöhe von 7,28 Metern", sagte Ulbig, die Elbe stehe inzwischen höher. "Es macht keinen Sinn, den Deich weiter zu verteidigen", sagte Ulbig, "Gohlis wird überflutet, vielleicht wie 2006, wahrscheinlich aber schlimmer". In Stetzsch und Dresden-Kemnitz halte der neue Deich dagegen.

Die Anwohner von Gohlis müssen, wie schon zur Jahrhundertflut im Jahr 2002, ihren Grund und Boden räumen. Der Katastrophenstab der Stadt hat für 13 Uhr eine Evakuierung angeordnet. Die Bewohner der Gartenstraße und Flensburger Straße bis zum Grünen Weg werden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Treffpunkt für die etwa 400 Betroffenen ist die Dresdner Straße an der Ecke Grüner Weg. Von dort aus werden sie mit Bussen in die 36. und 37. Grundschule an der Stollestraße 43 gefahren. Die ersten Anwohner wurden bereits am Montag evakuiert.

Die Stimmung in Gohlis und Cossebaude ist gespenstisch. Die letzten Autos werden in Sicherheit gebracht. Die meisten Keller wurden bereits am Vortag ausgeräumt. „Wir hoffen, dass es nicht ganz so schlimm wird, wie im Jahr 2002“, sagt Gerlind Rößler, die Frau des Landtagspräsidenten Matthias Rößler, die gemeinsam mit ihrem Mann in Gohlis wohnt. Skeptisch blickt sie zum Deich der in Sichtweite liegt. „Ich rechne mit dem Schlimmsten und hoffen, dass die meisten Anwohner aus den Folgen der letzten Flut gelernt haben und nun Versicherungen gegen Flutschäden besitzen“, sagt Rößler. Die Schäden sind ihr noch gut in Erinnerung. „Wir haben damals für ein halbes Jahr auf einer Baustelle gelebt“, erinnert sie sich. Wie die meisten Gohliser hat sie darauf verzichtet ihr Haus mit Sandsäcken zu sichern. „Wir haben mittlerweile gelernt, dass Sandsäckeschleppen nur Arbeit macht und rein gar nichts bringt“, sagt sie und zeigt resigniert auf die Flutmarke, die deutlich zeigt, dass das Wasser 2002 eineinhalb Meter hoch in der ersten Etage stand.

Gleich nebenan versucht man in der Gärtnerei Berthold zu retten, was noch zu retten ist. „Wir versuchen vor allem, die Technik in Sicherheit zu bringen. Die meisten Pflanzen werden wohl oder übel absaufen“, sagt Anett Berthold, die die Gärtnerei gemeinsam mit ihrem Mann betreibt. Ihrer Meinung tragen auch die Anwohner, die im vergangenen Jahrzehnt immer wieder einen Ausbau der Flutschutzanlagen verhindert haben, mit Schuld an der Misere, die nun auf den Ortsteil zukommt. „Die müssten jetzt eigentlich die Rechnungen bezahlen“, ruft ein verärgerter Mitarbeiter von einem Gabelstapler.

Hauke Heuer

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