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Lokales Hochhaus Pirnaischer Platz: Vermieter stellt Heizung wieder an
Dresden Lokales Hochhaus Pirnaischer Platz: Vermieter stellt Heizung wieder an
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11:23 13.10.2017
Das Hochhaus am Pirnaischen Platz.  Quelle: Stephan Lohse
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Dresden

Die Heizung soll Ende kommender Woche im Hochhaus am Pirnaischen Platz wieder laufen. Der Beauftragte des Eigentümers für das Gebäude hat erklärt, bis dahin 170 Heizungsventile ersetzen zu lassen. Gleichzeitig werde der Besitzer seine Vermieterpflichten erfüllen und den Umzug seiner Mieter in andere Wohnungen unterstützen. Das sind die Ergebnisse eines Gespräches, das Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) und Sozialamtsleiterin Susanne Cordts, mit dem Beauftragten geführt haben.

Einst moderne Architekur - heute ein verwahrloster Klotz im Dresdner Zentrum. Seit Jahren wartet das Haus auf seine Modernisierung. Im Inneren steht vieles leer. Die Flure sind voller Grafitti, es riecht an vielen stellen beißend nach Urin. Trotzdem haben wir uns einmal umgesehen.

Das Bauaufsichtsamt hatte Ende September wegen gravierender Brandschutzmängel eine Nutzungsuntersagung für das Gebäude verfügt. Die noch etwa 40 Mieter müssen demnach ihre Wohnung bis Februar 2018 räumen. In dem Gespräch seien mehrere Lösungsansätze für einen zweiten Rettungsweg aufgezeigt worden, so der Baubürgermeister auf Anfrage der DNN. Laut Gutachten eines Brandschutzingenieurs und eines Statikers könnte das vorhandene Treppenhaus zu einem Fluchttreppenhaus aufgerüstet werden. Es seien aber auch der Einbau eines zweiten Treppenhauses im Gebäude sowie der Anbau eines oder zweier Treppenhäuser außen am Gebäude möglich.

Die Erkenntnis, dass der Einbau eines zweiten Treppenhauses sowohl brandschutztechnisch als auch statisch möglich seien, sei neu, so Schmidt-Lamontain. „Allerdings gehen dabei 13 Wohnungen verloren, da das Fluchttreppenhaus durch alle Etagen geführt werden muss.“ Sowohl beim Bau eines Fluchttreppenhauses als auch für den Einbau eines zweiten Treppenhauses seien erhebliche technische Investitionen erforderlich, die auch zu Folgekosten beim Betrieb führen würden.

„Ich habe den Eigentümer aufgefordert, sich mit diesen Lösungsansätzen zu beschäftigen und zu bewerten, was für ihn machbar ist und was nicht“, erklärte der Baubürgermeister. Er habe auch mit dem Beauftragten vereinbart, gemeinsam im Gespräch mit Vertretern der Fraktionen auszuloten, welcher Kompromiss für alle Seiten tragfähig sein könnte. „Dabei müssen wir die Aspekte des Brandschutzes und der Statik, der städtebaulichen und architektonischen Einordnung ausloten mit Aspekten der Wirtschaftlichkeit und der Folgekosten, die vom Eigentümer ins Feld geführt werden.“

Das Sozialamt habe dem Vermieter Kontakte zu anderen Vermietern auf dem freien Markt in Dresden übermittelt. Die Mieter sollten gegebenenfalls einen Wohnberechtigungsschein im Sozialamt beantragen. So könnten sie bei der Vergabe von freiwerdenden belegungsgebundenen Wohnungen berücksichtigt werden. Der Vermieter werde die Mieter demnächst zu einer Hausversammlung einladen und sie über seine geplanten Schritte informieren sowie den Kontakt zum Mieterverein aufnehmen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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