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Historische Glocke der Dresdner Sophienkirche kehrt zurück

Busmannkapelle Historische Glocke der Dresdner Sophienkirche kehrt zurück

2018 soll die Gedenkstätte Busmannkapelle vollendet sein. Dann soll in dem Mahnmal auch eine der Glocken der alten Sophienkirche hängen. Die aus dem Turm der zerstörten Kirche gerettete kleinste Glocke soll vom Gemeindehauses der Laurentiuskirchgemeinde ins Stadtzentrum zurückkehren.

Peter Schumann (l.) und Harald Bretschneider vom Vorstand der Fördergesellschaft auf der Empore der Gedenkstätte.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Die Sophienkirche vor ihrer Zerstörung 1945 entsteht wieder neu. Nein, nicht in ganzer Größe, sondern im Maßstab 1:75. Aufgestellt wird die Miniaturkirche künftig am authentischen Ort in der Gedenkstätte Busmannkapelle. Hans-Harald Schubert, gelernter Mechaniker mit dem Hobby Schiffsmodellbau und Mitglied der Fördergesellschaft Sophienkirche, arbeitet mit Leidenschaft an seinem Werk. Die Besucher der Jahreshauptversammlung am Sonnabend im Stadtmuseum werden die ersten sein, die das Modell besichtigen können.

Die Gedenkstätte Busmannkapelle am Postplatz ist mit ihrer Glasumhüllung ein ansehnliches Gebäude geworden. Fertig aber zeigt sie sich immer noch nicht. Der Innenausbau hat gerade erst begonnen. Und zu den Anfangsproblemen, die der innovative Glaskubus mit sich brachte, ist nun noch Handwerkerpech gekommen. Ein herunterfallendes Werkzeug hat auf einer der großen Glasplatten einen Sprung hinterlassen. Sie muss nun ausgetauscht werden. Andere Schönheitsfehler, wie die Farbschmierereien sollen jetzt in einer Reinigungsaktion verschwinden, informieren die Vereinsvorstände Harald Bretschneider, Oberlandeskirchenrat i. R., und Vorsitzender Peter Schumann. Zur Baustellenführung sollen die Teilnehmer schon eine Ahnung von der friedensstiftenden Kraft der Gedenkstätte erhalten, die zugleich Stadt- und Landesgeschichte nachzeichnet.

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Die Gedenkstätte Busmannkapelle am Postplatz in Dresden ist mit ihrer Glasumhüllung ein ansehnliches Gebäude geworden. Fertig aber zeigt sie sich immer noch nicht.

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Kurze Rückschau: Der Ursprung der ältesten Kirche Dresdens liegt im 13. Jahrhundert, als an dieser Stelle ein Franziskanerkloster stand. Im Jahr 1400 stiftete der Patrizier und viermalige Dresdner Bürgermeister Lorenz Busmann mit seiner Frau die nach ihm benannte Kapelle, ein Anbau an die gotische Kirche. Auf diesem Fundament entwickelt sich im Ringen um Konzept und Finanzmittel die Gedenkstätte. Im November 2007 hatte die Bürgerstiftung Dresden die Bauherrschaft übernommen. Im Februar 2009 konnten die ersten vier Stelen errichtet werden, ein Jahr später folgte die Grundsteinlegung. 2018 soll nun endlich das Finale eingeläutet werden (DNN berichteten mehrfach).

Die Formulierung kann sogar wörtlich genommen werden. Denn das Mahnmal erhält die aus dem Turm der zerstörten Sophienkirche gerettete kleinste Glocke. Sie wurde um 1480 von Heinrich Kannengießer gegossen, informiert Schumann und Bretschneider verkündet gern weitere Details. Bisher hängt die Glocke im Dachreiter des Gemeindehauses der Laurentiuskirchgemeinde. Ein privater Spender macht den Umzug an den Ursprung möglich. Hier soll die Glocke „zeigen, was die Stunde geschlagen hat“, so Bretschneider. Sie werde im Erdgeschoss jede Stunde angeschlagen. Dazu sollen die Friedensbitten der UNO in mehreren Sprachen verlesen werden.

Dem einstigen Pfarrer der DDR-Friedensbewegung („Schwerter zu Pflugscharen“) ist es wichtig, die Busmannkapelle als einen Ort zu etablieren, der den Missbrauch von Macht bis heute aufzeigt und der zu Austausch und Versöhnung einlädt. Dafür stehe seine Durchsichtigkeit. „Wir brauchen eine Gesellschaft, die durchsichtig ist und eine Stabilisierung der Wertevorstellung“, betont Bretschneider. 2018 könnte die Busmannkapelle auch der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft angehören, die nach der Zerstörung Coventrys entstanden war. Das Nagelkreuz soll seinen festen Platz im „Raum der Stille“ am Steinsockel des Altartisches erhalten. Informationen über Märtyrer wie General Friedrich Olbricht und den Theologiestudenten Werner Ihmels sollen in die Glasbrüstung der Empore eingebracht werden. Weiteres erfahren Besucher über digitale Medien.

Noch aber fehlen laut Bretschneider mindestens 830 000 Euro für die Vollendung. Die anfangs kalkulierten 2,6 Millionen Euro Baukosten sind auf vier Millionen Euro gestiegen. Stadt, Bund und Ev.-Luth. Landeskirche haben Mittel beigesteuert. 210 000 Euro konnten Bürgerstiftung und Förderverein bisher an Spenden einwerben. Wer helfen will, sei herzlich dazu eingeladen, sagt Bretschneider. Als Nächstes sollen Ende des Monats die metallenen, roten Gewölberippen montiert werden, gefolgt vom Glasgeländer der Empore. Erst ganz zum Schluss werden die Konsolbüsten des Ehepaars Busmann, der Schmerzensmann und weitere Teile des Nosseni-Epitaphs die Blicke auf sich ziehen.

Öffentliche Jahreshauptversammlung der Fördergesellschaft Sophienkirche: 14. Oktober, ab 10 Uhr, Festsaal Stadtmuseum

Von Genia Bleier

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