Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Hinterlistiger Kampf mit der Säge
Dresden Lokales Hinterlistiger Kampf mit der Säge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:27 12.04.2017
Abgesägtes Obstbäumchen im Apfelgarten. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

Am Zelleschen Weg/Ecke Teplitzer Straße ist ein Gemeinschaftsgarten im Entstehen. Doch Obstgehölze haben hier kein langes Leben. Kaum ist ein neues Bäumchen gepflanzt, wird es wenig später abgesägt oder umgetreten. Neun Bäume sind es bislang. Die Gemeinschaftsgärtner – Studenten und Anwohner – können sich nicht erklären, wer hier in Nacht-und-Nebel-Aktionen zur Tat schreitet und vor allem warum. Ortsbeirätin Julia Günther (Bündnis 90/Grüne) hat das Vandalismusproblem im Ortsbeirat angesprochen und will erreichen, dass die Polizei auf ihren Streifenfahrten hier besonders aufmerksam hinschaut.

Die Gemeinschaftsgärtner sind jetzt entschlossen Anzeige zu erstatten, einen Zaun ziehen wollen sie aber nicht. Denn das würde die Idee des Projektes konterkarieren, so die übereinstimmende Meinung. Das Konzept ist – wie bei den vielen anderen Gemeinschaftsgärten in Dresden auch –, einen offenen Garten zu schaffen, in dem jeder entsprechend seiner Interessen und körperlichen Verfassung mitmachen kann. Zudem geht es darum, einen Treffpunkt zu bieten, wo Jung und Alt – unabhängig von sozialer Herkunft und Weltanschauung - ungezwungen Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen und ins Gespräch kommen können.

Detail aus dem Apfelgarten, der an der Grenze zwischen den Stadtteilen Strehlen und Südvorstadt Ost in Dresden liegt. Quelle: Catrin Steinbach

22 urbane Gartenprojekte sind in Dresden schon entstanden. Der Apfelgarten ist eines davon. Ihn gibt es seit 2014/15. Mit Unterstützung der Stadt wurde er zunächst auf einer städtischen Grünfläche zwischen Teplitzer und Ackermannstraße angelegt. Doch weil ein Teil des Geländes für eine Flüchtlingsunterkunft benötigt wurde, zogen die Gemeinschaftsgärtner 2016 samt Pflanzen 600 Meter weiter. Heute hat der Verein 16 Mitglieder. Es gärtnern aber noch mehr Leute im Alter von Mitte 20 bis 75 Jahren mit. Der Verein zahlt für die Fläche Pacht, „viermal so viel wie ein Kleingarten“, sagt Volker Croy. Der Gartenprofi ist im Apfelgarten selbst Mitglied.

Eine Kräuterschnecke ist angelegt, Hochbeete sind gebaut, ebenerdige Beete angelegt, ein Hügelbeet für Gurken, Zucchini und Erdbeeren ist im Entstehen. Ein abgesägtes Apfelbäumchen hat wieder ausgetrieben. Auch die mehrfach veredelte Pflaume, die nicht nur einmal umgetreten wurde, könnte es vielleicht schaffen. Doch Gärtnern ist nur die eine Seite. Auch für Veranstaltungen des Gartennetzwerkes wollen die Apfelgärtner ihren Gemeinschaftsgarten zur Verfügung stellen. Und sie sind offen für Kontakte zu Schulen.

Von rechts nach links: Volker Croy, Maxi Domke und Tobias Unruh aus dem Apfelgarten, Ortsbeirätin Julia Günther (blauer Mantel), davor Anwohnerin Ramona Sekowski (beim „Kick-Off“ zur neuen Gartensaison am 2. April zum ersten Mal dabei) , links daneben Apfelgärtner Dietmar Günther und Adrian Günther. Von der Gießkanne verdeckt: Apfelgärtner Nicolas Fischer. Quelle: Catrin Steinbach

Im vergangenen Jahr besuchten Schüler der 121. Oberschule den neuen Gemeinschaftsgarten, um sich Tipps zu holen, wie sie ihren verwilderten Schulgarten peu à peu in einen Nutz- und Freizeitgarten umwandeln können. Zudem waren Kinder aus der 70. Grundschule im Rahmen eines Schulprojektes zum Thema Ernte im Apfelgarten. „Diese Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Junges Gemüse durchgeführt, die Bildungsarbeit für Kinder in Gemeinschaftsgärten umsetzt“, erklärt Croy. Auch Studenten des internationalen Masterstudiengangs „Tropical Forestry“ der TU Dresden nutzten das Angebot im Apfelgarten, um sich über das urbane Gärtnern zu informieren. Zudem war die im Mai 2016 veranstaltete Internationale & Flüchtlings-Kaffeerunde mit 80 Besuchern ein voller Erfolg.

http://apfelgartendresden.blogspot.de; Wer persönlich Kontakt zu den Apfelgärtnern knüpfen möchte: dienstags ab 17 Uhr ist Gartenzeit.

Von Catrin Steinbach

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Beherbergungssteuer bleibt in Dresden ein Zankapfel. Die Stadt will erreichen, dass auch Airbnb-Gastgeber die Steuer direkt entrichten.

11.04.2017

Die freien Träger der Jugendhilfe in Dresden wehren sich gegen Kritik des Rechnungsprüfungsamtes des Stadt. Die Finanzkontrolleure hatten von mangelnder Mitwirkung bei Prüfungen gesprochen. Nach Ansicht der Träger fehle dafür aber die Rechtsgrundlage. Sie fordern eine Stellungnahme der Stadt und eine öffentliche Diskussion darüber.

24.03.2018

Ein 36-Jähriger muss sich derzeit vor dem Amtsgericht in Dresden unter anderem für verschiedene Diebstähle verantworten. Auch seine Lebensgefährtin ist angeklagt – und sie verpasste ihrem Freund einen ganz schweren Schlag vor Gericht.

11.04.2017