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Lokales Hilfe beim Wohnungsnotfall
Dresden Lokales Hilfe beim Wohnungsnotfall
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13:54 08.12.2018
Der Dresdner Jens Herbst weiß, wie sich Obdachlosigkeit anfühlt. Er nahm die Wohnungsnotfallhilfe in Anspruch. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Jens Herbst weiß, wie sich Obdachlosigkeit anfühlt. In den Jahren von 1996 bis 1998 lebte er auf der Straße. „Ich war ganz unten“, sagt der 52-jährige rückblickend. Im Herbst diesen Jahres kam die Angst vor der Wohnungslosigkeit zurück. Nach einer mehrjähriger Beziehung trennt er sich einvernehmlich von seiner Partnerin. Mit ihr und den Kindern wohnte er sechs Jahre im Dresdner Umland zusammen. „Meine ehemalige Partnerin unterstützt mich trotz der Trennung“, sagt Herbst. Trotzdem stand fest, dass er ausziehen will. Doch wohin?

Seit 2014 ist er krank geschrieben und kann nicht arbeiten gehen. „Die Angst wohnungslos zu werden, war da“, berichtet Herbst. Seine ehemalige Partnerin verweist ihn an die Diakonie Stadtmission Dresden, die im Rahmen der Wohnungsnotfallhilfe Unterstützung bei der Wohnungsuche anbieten.

Herbst vereinbart einen Termin und dann geht alles ganz schnell. „Von der Trennung bis zum Einzug hat es eine Woche gedauert“, berichtet der gelernte Gleisbauer. Die Mitarbeiter der Diakonie Stadtmission Dresden helfen ihm eine bezahlbare Wohnung zu finden. Außerdem unterstützt die Einrichtung die Antragsstellungen für die Finanzierung der Erstausstattung seiner neuen Wohnung, in der er seit dem 1. Oktober ein neues Zuhause gefunden hat. Bett, Schrank, Waschmaschine und eine Küche waren das Nötigste. Die neue Einrichtung stammt aus dem Sozialkaufhaus. Auch ein Herd wird noch angeschlossen. Insgesamt suchen immer mehr Menschen Unterstützung bei der Wohnungsnotfallhilfe. Allein im vergangenen Jahr stellte die Dresdner Wohnungsnotfallhilfe 33 Unterstützungsanträge für Haushaltsgeräte. Die Hilfsangebote der Einrichtung gehen auch über die finanzielle Hilfe hinaus.

Edmund Lawrenz, Mitarbeiter der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie in Dresden unterstützt Herbst weiterhin. „Das umschließt Beratungen zu verschiedenen Bereichen, wie Gesundheit und Behördenangelegenheiten“. Neben Gesprächen kann die Hilfe auch ganz praktisch ausfallen: zum Beispiel mit einer Bohrmaschine oder einer helfenden Hand beim Schrankaufbau in der neuen Wohnung.

Tapezieren, Streichen, Teppich verlegen – Damit die zwei Zimmer in Pieschen zu einem Zuhause werden, haben neben der organisatorischen Unterstützung durch Mitarbeiter der Diakonie vor allem die ehemalige Partnerin und Herbsts Kinder mitangepackt. Noch fehlen eine Stehlampe und ein paar Pflanzen.

Von einem Vier-Personen-Haushalt in eine eigene kleine Wohnung zu ziehen ist eine große Umstellung für Herbst. Auch wenn er die Ruhe genießt, ist es nicht immer einfach. Auf Grund seiner Erkrankungen fällt es ihm schwer, die Treppenstufen zu seiner Wohnung im ersten Stock zu gehen. „Es ist anstrengendes Training“, sagt der gebürtige Dresdner, der an verschiedenen Krankheiten leidet.

Seit zwanzig Jahren hat der ehemalige Alkoholiker keinen Tropfen von Wein, Bier und Spirituosen mehr angerührt – doch der Kampf gegen die Alkoholsucht ist noch nicht gewonnen. „Es ist ein schmaler Grad zwischen Trockenheit und Alkoholismus“, sagt Herbst. In Momenten, wo er Angst bekommt, den Kampf vielleicht doch noch zu verlieren, denkt er an seine Kinder. Für sie möchte er da sein. Deswegen freut er sich, durch die Unterstützung der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie, eine Zweizimmerwohnung gefunden zu haben. „Dann können meine Kinder auch gelegentlich bei mir übernachten“.

Von Tomke Giedigkeit

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