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Lokales Hier entsteht Dresdens größter Stadtpark
Dresden Lokales Hier entsteht Dresdens größter Stadtpark
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09:23 20.06.2018
Von dem Hang im Dresdner Süden haben Spaziergänger einen beeindruckenden Ausblick. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Hanglage mit Bilderbuchblick auf Dresden und das auf fast 40 Hektar: Das weitläufige Gelände zwischen Bergstraße, Kohlenstraße, Westendring und Nöthnitzer Straße im Dresdner Süden hat besonderen Charme. Jetzt hat die Stadt mit der Fläche große Pläne, will dort einen Landschaftspark entwickeln und so neue Möglichkeiten für Erholung, Freizeit und Sport schaffen. Und: Die Dresdner dürfen beim Südpark aktiv mitreden. Die DNN erklären das Vorhaben – und was sich die Anwohner ganz besonders wünschen.

Der Vorentwurf für den Südpark zeigt bereits zahlreiche Details der künftigen Gestaltung. Quelle: Landschaftsarchitekturbüro Dr. Eichstaedt-Lobers/Stadtverwaltung

Die Idee: Ein Landschaftspark für Freizeit und Sport – und mit Gastronomie

Die Pläne sind nicht einmal neu: Schon 1990 gab es einen Beschluss, den Hang in einen Park umzuwandeln. Doch das Vorhaben blieb in der Schublade stecken – bis der Stadtrat im vergangenen Jahr das Vorhaben auf der Prioritätenliste wieder nach oben schob. Die Verwaltung will auf dem Areal allerdings keinen klassischen Park errichten. Die zuständigen Mitarbeiter im Amt für Stadtgrün setzten auf eine Art Landschaftspark und wollen den teils vorhandenen Wald, Wiesen und Lichtungen, aber auch die landwirtschaftlich genutzten Felder mit einbeziehen. Neue Wege zum Flanieren, Spielplätze und Möglichkeiten für Sport sind ebenso vorgesehen wie etliche Biotope. An­gedacht ist sogar die Schaffung einer Gastronomie.

Die Ausmaße: Im Süden entsteht Dresdens größter kommunaler Stadtpark

Beinah 40 Hektar umfasst das Areal, an dem die Stadt gegenwärtig plant. Damit ist der neue Park fast doppelt so groß wie der Waldpark in Blasewitz. Ganz nebenbei entsteht damit Dresdens größte kommunale Parkfläche. Der Große Garten ist zwar noch einmal deutlich größer, wird aber vom Freistaat verwaltet. Das Gelände umfasst beinah den gesamten Bereich zwischen der Nöthnitzer Straße, der Berg- und Kohlenstraße sowie die Bereiche um die Cämmerswalder Straße, den Westendring und Plaunschen Ring.

Die Situation: Vergrabene Altlasten im Westen, Landwirtschaft im Osten

Quer durch das Gebiet verläuft eine Fernwärmeleitung. Quelle: Anja Schneider

Viele alteingesessene Anwohner kennen das westliche Gebiet noch als „Lehmi“. Bis um 1900 wurde hier Lehm abgebaut, bevor die Grube bis 1990 erst mit Kriegstrümmern und später mit Hausmüll und Schutt verfüllt wurde. In der alten Lehmgrube befinden sich teils steile, meterhohe Böschungen. Der östliche Teil im Bereich der Bergstraße wird von einer Agrargenossenschaft bewirtschaftet. Quer durchs Gebiet verläuft zudem eine oberirdische Fernwärmeleitung. Im Bereich Cämmerswalder Straße hat sich seit 1990 ein inzwischen äußerst dichter Wald breitgemacht.

Die Details: Spielplätze, Urban Gardening, Laufwege und ein Rodelhang

In einem ersten Vorentwurf hat das Amt für Stadtgrün bereits viele Details für die künftigen Angebote eingezeichnet (siehe Grafik). Zu sehen sind eigens für Jogger und Radfahrer angedachte Wege, Rundwege für Spaziergänger, Aussichtspunkte sowie Rast- und Grillplätze. Zugleich will die Stadt aber auch Flächen fürs Urban Gardening, also dem Stadtgärtnern für Jedermann, und Anlagen für Freizeitsportler unter anderem mit Mehrzweckfeldern vorhalten. Diskutiert wird auch über eine Fläche für den Vereinssport. Zugleich soll der vorhandene Wald erhalten bleiben. Und auch die Agrarflächen sollen nicht verschwinden – hier strebt die Stadt allerdings künftig eine kleinteiligere, ökologische Bewirtschaftung an. Im Bereich der „Lehmi“ ist sogar ein Rodelhang geplant. Schon zu DDR-Zeiten diente die „Lehmi“ für rasante Abfahrten.

Die Wünsche der Bürger: Dresdner wollen viele Wege – und Streuobstwiesen

Für die Planung holt die Stadt auch die Dresdner mit ins Boot. Im März konnten Interessierte bei einer Veranstaltung ihre Ideen äußern. Die Stadt hat jetzt die Ergebnisse präsentiert: Demnach wünschen sich die Dresdner im Südpark vor allem Streuobstwiesen und andere essbare Nutzpflanzen. Zugleich sprachen sich viele Beteiligte für ein großes Wegenetz aus, auf denen sich Jogger, Radfahrer und Spaziergänger nicht ständig in die Quere kommen. Darüber hinaus standen Forderungen nach ausreichend Sitzgelegenheiten, Spielplätzen für alle Altersklassen, Liegewiesen und die gastronomische Einrichtung oben auf der Liste. Aber auch Trimm-Dich-Angebote und Flächen fürs individuelle Training wurden genannt.

Hier soll der Südpark entstehen

Die Umsetzung: Amt für Stadtgrün muss erst endgültigen Plan ausarbeiten

Die Wünsche der Bürger werden jetzt in die weitere Planung mit einfließen. Der Stadt wollte vor allem herausfinden, was den Menschen wichtig ist. Bei der jetzt folgenden Planung aber auch Bedenken und Wünsche anderer Behörden oder von der Drewag und der Stadtentwässerung be­rücksichtigt werden, deren Leitungen dort im Gebiet liegen. Am Ende steht ein sogenannter Bebauungsplan, den schließlich noch der Stadtrat abnicken muss.

Der Zeitplan: Erste Arbeiten im nächsten Jahr – einige Knackpunkte noch offen

Nach den angeschobenen Planungen schafft die Stadt bereits erste Tatsachen. Dazu gehört auch der Ankauf von Grundstücken, da sich einige kleinere Teilbereiche noch in Privatbesitz befinden. Zwei Flächen hat sich die Stadt bereits gesichert, eine dritte soll bis Ende des Jahres folgen. Bei einem kleinen Areal ganz im Westen, wo der Rodelhang geplant ist, sei der Eigentümer aber nicht bereit zu verkaufen. Ungeachtet dessen könnten aber 2019 erste Vorhaben in Angriff genommen werden – vor­ausgesetzt, der Stadtrat stellt die nötigen Gelder bereitet. Dabei geht es etwa um eine neue Querverbindung vom Plaunschen Ring hinüber zur Bergstraße. Die schrittweise Entwicklung des Parks und die Umsetzung der einzelnen Projekte werde aber über Jahre dauern, stellt die Verwaltung klar. Eine konkrete Zeitschiene gibt es bisher nicht. Bei den Agrarflächen im östlichen Teil des Areals laufen die Pachtverträge mit der Agrargenossenschaft ohnehin noch bis 2022 – vorher kommt die Stadt an die Flächen nicht ran. Aktuell laufen aber Gespräche mit der Genossenschaft über eine ökologische Bewirtschaftung. Und für den Fall, dass diese nicht mitspielt, gebe es bereits andere potenzielle Pächter, heißt es vom Amt für Stadtgrün.

Der Vorentwurf zum Südpark liegt bis 27. Juli aus. Bis dahin können auch Anregungen und Kritik geäußert werden. Der Entwurf zum Bebaungsplan 40 ist unter anderem im Internet einsehbar: www.dresden.de/offenlagen

Von Sebastian Kositz

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