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Herausforderung und Chance zugleich: Pflegestärkungsgesetz II wird eingeführt

Bedarf an Fachpersonal in Dresdner Pflegeheimen steigt Herausforderung und Chance zugleich: Pflegestärkungsgesetz II wird eingeführt

Deutsche Pflegeheime sind ausgelastet. Auch in Dresden steigt der Anteil der älteren Bevölkerung und damit auch die Zahl von Menschen, die besonderer Pflege bedürfen. Ab dem 1. Januar tritt in allen Pflegeheimen das bundesweite Pflegestärkungsgesetz II (PSG) in Kraft. Und mit dem wird sich einiges ändern.

Alles neu macht das PSG II: Auch im ASB-Seniorenheim „Am Gorbitzer Hang“ wird sich künftig einiges ändern.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Deutsche Pflegeheime sind ausgelastet. Auch in Dresden steigt der Anteil der älteren Bevölkerung und damit auch die Zahl von Menschen, die besonderer Pflege bedürfen. Und Pflege in Sachsen ist teuer. Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen musste, weiß ein Lied davon zu singen.

Ab dem 1. Januar tritt in allen Pflegeheimen das bundesweite Pflegestärkungsgesetz II (PSG) in Kraft. Eine solche grundlegende Reform gab es zuletzt vor 21 Jahren. Bereits im Januar dieses Jahres hatte sich im ASB-Seniorenheim „Am Gorbitzer Hang“ eine Projektgruppe gebildet, und sich mit den Änderungen beschäftigt. Mit der neuen Reform wird vor allem der Begriff „Pflegebedürftigkeit“ neu definiert: Die bisherigen drei Pflegestufen werden durch nunmehr fünf „Pflegegrade“ ersetzt. Der Eigenanteil für pflegerische Leistungen aber bleibt für Bewohner von Pflegeheimen immer gleich, unabhängig vom Pflegegrad.

Ulrich Grundmann, Geschäftsführer der ASB Dresden & Kamenz gGmbH, hat bereits im Januar eingeschätzt, dass der Bedarf an Personal mit der Reform steigen wird – denn beziehungsorientierte Pflege erfordert einen höheren Zeitaufwand und demzufolge mehr Personal. Deshalb hat er mit den Pflegekassen über den Personalschlüssel verhandelt. Mit Erfolg: Das Seniorenheim „Am Gorbitzer Hang“ wird zu seinen 120 Mitarbeiter zusätzlich etwa zehn neue Mitarbeiter einstellen können. „Wir wollen den Mitarbeitern ein Arbeitsumfeld bieten, das nicht auf Verschleiß und Entkräftung ausgerichtet ist“, sagt Grundmann. Auch die Lebensqualität der rund 240 Bewohner des Hauses würde steigen. „Die Pflegekräfte können sich künftig mehr Zeit für die Bewohner nehmen, und das wirkt sich auf die Zufriedenheit aus“, verspricht der Geschäftsführer.

Das neue Gesetzt eröffnet zudem die Möglichkeit, die Bürokratie im Pflegealltag zu reduzieren. Die strenge Dokumentation muss somit nicht mehr minutengenau erfasst werden, sondern konzentriert sich „beziehungsorientiert“ auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Pflegebedürftigen. Heißt: Dem Bewohner wird geholfen, so lange wie möglich aktiv zu bleiben. „Das bedeutet zum Beispiel, dass wir ihn beim Essen unterstützen und nicht füttern, ihm beim Waschen helfen statt das Waschen mit Blick auf die Uhr komplett übernehmen“, erklärt Grundmann.

Doch jede Medaille hat eben auch eine Kehrseite: Betriebswirtschaftlich gesehen ist die Einführung des PSG eine große Herausforderung für alle Pflegeheime. Der finanzielle Eigenanteil des Bewohners für die pflegerischen Leistungen wird in den Pflegegraden 2 bis 5 einheitlich bleiben. Bisher war er bei einer Einstufung in die nächsthöhere Pflegestufe aufgrund des Mehraufwandes jeweils gestiegen – was bei vielen Menschen finanzielle Sorgen auslöste. Aufgrund des stabilen Eigeneinteils der Bewohner wird es künftig schwer, den Personalbedarf zu kalkulieren, niemand weiß, wie sich die Bewohnerstruktur künftig zusammensetzen wird. „Dieser Effekt wurde bei der Gesetzgebung nicht berücksichtigt“, so Grundmann. „Umso besser, dass uns ein höherer Personalschlüssel bewilligt wurde.“

Info: In insgesamt drei Pflegeheimen (Dresden, Königsbrück und Bernsdorf) sucht der ASB Dresden Kamenz neue Mitarbeiter. Berwerbungen an bewerbung@asb-dresden-kamenz.de oder Tel. 4182269

Von Juliane Weigt

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