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Lokales Helmholtz-Forscher in Rossendorf suchen nach Mini-Strahlenwaffen gegen Krebs
Dresden Lokales Helmholtz-Forscher in Rossendorf suchen nach Mini-Strahlenwaffen gegen Krebs
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07:30 28.08.2018
Laborräume im neuen Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung. Quelle: Frank Bierstedt, HZDR
Dresden-Rossendoorf

Ein neues „Zentrum für Radiopharmazeutische Tumorforschung“ (ZRT) geht Anfang September am Stadtrand von Dresden in Betrieb: In dem rund 35 Millionen Euro teuren Zentrum wollen rund 60 Radiochemiker und -pharmazeuten sowie Biologen, Physiker und andere Wissenschaftler unter anderem neue radioaktive Arzneimittel gegen Krebs entwickeln.

Das hat Prof. Roland Sauerbrey angekündigt. Er ist der wissenschaftliche Direktor des Helmholz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), auf dessen Campus das Gebäude entsteht. „Das ist das modernste Labor dieser Art in Europa“, betonte Professor Sauerbrey. „Wir betreiben diese Forschungen aber schon viele Jahre, allerdings verteilt in unterschiedlichen Gebäuden im dazugehören Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung.“

Im Fokus des ZRT steht die sogenannte „Theragnostik“, also die Verbindung von Krebserkennung und -behandlung. Dafür stehen den Forschern unter anderem auf neuestem Stand ausgestattete Radiochemie- und Biologielabore sowie ein Mäuselabor für Tierversuche zur Verfügung.

Ein Schwerpunkt wird ein noch junges Instrument im Kampf gegen Krebs sein: die Radiopharmazie für Endoradionuklid-Therapien. Dahinter steht die Hoffnung, in Zukunft mit solchen Präzisionstherapien auch im Körper gestreute Krebszellen (Metastasen) mit möglichst wenigen Nebenwirkungen unschädlich machen zu können.

Ein besonders wichtiges Aggregat dafür im ZRT ist ein modernes Zyklotron der Energieklasse 30 Mega-Elektronenvolt (MEV), das derzeit schon in Betrieb ist. Im Vergleich zum alten Teilchenbeschleuniger kann das neue Zyklotron wesentlich besser gewünschten leicht-radioaktiven Atomvarianten (Nuklide) erzeugen. Dabei geht es den Forschern vor allem darum, Teilchen mit sehr präzise bestimmten Halbwertszeiten zu isolieren, also die Abklingzeiten der strahlenden Proben besonders genau zu bestimmen. Diese Rumpfatome (Isotope) wollen sie dann in zuvor designte Funktionsmoleküle einbauen.

Letztlich steht dahinter die Idee, eine Art winzige „Zielsuch-Torpedos“ in den Patientenkörper einzuschleusen, die nur Krebszellen ansteuern, sie mit ihrer strahlenden Fracht vernichten und dann, nachdem sie abgeklungen sind, unschädlich werden.

Außerdem wollen die Wissenschaftler aber auch neue Tracer für bildgebende Verfahren entwickeln. Das sind spezielle Substanzen, deren Spuren Tumore im Körper sichtbar machen können. Solche „Radiotracer“ präpariert das HZDR zum Beispiel für die Nuklearmedizin am Uniklinkum Dresden im gemeinsam betriebenen Zentrum für Positronen-Emissions-Tomografie (PET).

hzdr.de

Von Heiko Weckbrodt

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