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Heimatforscher Horst Milde ist 92-jährig verstorben

Chronist vom Weißen Hirsch Heimatforscher Horst Milde ist 92-jährig verstorben

Brauchte man eine spezielle Information zur Historie des Weißen Hirsches, gab es Fragen zum Lahmann-Sanatorium, zu Häusern und Menschen am Elbhang, dann hieß es oft, frage doch mal Herrn Milde. Der Philatelist und langjährige Ladenbesitzer, Ortschronist und Heimatforscher wusste Bescheid. Nun ist Horst Milde 92-jährig verstorben.

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Horst Milde

Dresden. Brauchte man eine spezielle Information zur Historie des Weißen Hirsches, gab es Fragen zum Lahmann-Sanatorium, zu Häusern und Menschen am Elbhang, dann hieß es oft, frage doch mal Herrn Milde. Der Philatelist und langjährige Ladenbesitzer, Ortschronist und Heimatforscher wusste Bescheid. Dieses Wissen, das hin und wieder den örtlichen Medien zugutekam, nutzte eines Tages auch der Schriftsteller Uwe Tellkamp. Er begann zur Präzisierung seines später preisgekrönten Romans über die bleierne DDR-Zeit eine Korrespondenz mit dem Mann, der den literarischen Schauplatz seit 1941 kannte.

Mit dem „Turm“ und der nachfolgenden Verfilmung wurde Horst Milde auch überregional eine Bekanntheit. Kommt er doch glatt 33-mal – so hat er es selbst nachgezählt – als Briefmarken- und Postkartenhändler Malthakus auf den Romanseiten vor. Als Zeitzeuge und Mensch von Fleisch und Blut musste er daraufhin vermehrt Auskunft geben. So oft, dass er gleich eine Liste anfertigte, die die literarische Personnage und die Örtlichkeiten dechiffrierte.

Am 1. Februar ist der bekannte „Hirschler“ hochbetagt im Alter von 92 Jahren verstorben. Die Eiserne Hochzeit mit seiner Frau Gisela konnte er bereits vor längerer Zeit feiern. Die Bombardierung Dresdens, deren Instrumentalisierung gerade in diesen Tagen wieder ihre giftigen Auswüchse zeigt, erlebte der junge Horst Milde als Kriegsverletzter in einem Lazarett in der Stadt.

Seinen Lebensinhalt fand er ab 1949 bis 1989 in seinem Geschäft auf der Bautzner Landstraße, das nicht nur Briefmarkensammlern zum Begriff wurde. Gern stöberte man hier auch in Fotografien und Postkarten auf der Suche nach dem „alten Dresden“. Sein Laden habe so lange bestanden wie die DDR, witzelte Horst Milde einmal. Seine Datensammlung zum Weißen Hirsch (heute zum Teil im Bestand des Verschönerungsvereins Weißer Hirsch), ein Ortsführer oder die Ausarbeitung eines zweistündigen Rundgangs werden in guter Erinnerung bleiben.

Die Trauerfeier auf dem Waldfriedhof Dresden Weißer Hirsch findet am Freitag um 11 Uhr statt.

Genia Bleier

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