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Heftiger Streit um Stellen für Referendare in Sachsen

Heftiger Streit um Stellen für Referendare in Sachsen

Der Schulexperte der CDU-Landtagsfraktion Thomas Colditz hat das sächsische Kultusministerium scharf attackiert. Das Ressort will im kommenden Jahr offenbar nur 193 zusätzliche Referendarstellen schaffen, obwohl schon 573 ausgehandelt worden sind.

Für Colditz ist das ein "politischer Skandal". Nach langen Debatten habe Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) selbst die zusätzlichen Stellen verkündet. Nun scheitere das an der "Schwerfälligkeit der Schulverwaltung", die erst 2013 zusätzlich weitere 360 Stellen schaffen wolle.

Das Ministerium rechtfertigte sein Vorgehen damit, dass es im Schuljahr 2012/13 ja bei der Einstellung von zusätzlich 573 Referendaren bleibe. Der zweite Einstellungstermin sei im Februar 2013 geplant, weil dann Absolventen des Masterstudiengangs erst ihr Referendariat antreten könnten.

Nach Colditz Ansicht fällt Kultusminister Roland Wöller (CDU) damit der CDU-Landtagsfraktion in den Rücken. Der Ressortchef müsse dafür sorgen, dass 2012 die vereinbarten 573 zusätzlichen Referendare eingestellt werden. Anderenfalls müssten wieder sächsische Lehramtsstudenten abgewiesen werden. Der Lehrerbedarf sei so nicht zu decken und die "Glaubwürdigkeit der Politik" gefährdet, erklärte Colditz.

Zusammen mit Experten versuchte gestern auch der Schulausschuss des Landtags, Wege aus dem Lehrernotstand zu finden. In dieser Frage überlappen sich zwei Grundprobleme. Dass Sachsen zum einen seinen Lehrern keinen Beamtenstatus bietet, ist ein Standortnachteil im bundesweiten Werben um den Nachwuchs. Zweitens zieht es die ausgebildeten Pädagogen innerhalb Sachsens eher in den Umkreis der Großstädte. Ein taugliches Konzept zur Lösung des Problems fehlt bislang.

Der Mangel mache sich an Sachsens Schulen derzeit durch sehr hohe Arbeitsbelastung insbesondere für ältere Lehrer bemerkbar. Die werden zudem immer öfter an andere Schulen abgeordnet, um kurzfristig Personallöcher zu schließen. Sabine Gerold von der Lehrer-Gewerkschaft GEW forderte neue Modelle der Altersteilzeit. Es sei zudem nicht zu erwarten, dass junge Lehrer gern nach Plauen oder Zittau wollen, wenn die großen Städte mit deutlich besseren Bedingungen locken.

Eva-Maria Stange, Bildungsexpertin der SPD-Fraktion, forderte von Wöller schnellstes ein Maßnahmenpaket zur Sicherung des Lehrerbedarfs bis 2030. Der Minister sorgte gestern auch für Irritationen, weil er sich sehr zeitig aus dem Ausschuss entfernt hatte und nochmals heran zitiert werden musste.

Gelinge es nicht, den Lehrernotstand in den Griff zu bekommen, "werden Qualitätskompromisse geschlossen werden müssen", warnte Jens Weichelt vom Sächsischen Lehrerverband. Das würde unweigerlich zu Schließungen führen.

Ingolf Pleil/Christine Keilholz

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