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Heftige Kritik an Verbotsplänen für Zirkustiere in Dresden

Tierschutz Heftige Kritik an Verbotsplänen für Zirkustiere in Dresden

Grüne und Linke im Dresdner Stadtrat wollen bestimmte Tiere in reisenden Zirkusunternehmen aus Dresden verbannen. Bei Zirkusdirektor Mario Müller-Milano stoßen sie damit auf massive Kritik.

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Quelle: Foto: Archiv/Anja Schneider

Dresden.  Zirkusdirektor Mario Müller-Milano ist empört: „Die Forderungen entbehren jeder Grundlage, dafür gibt es längst Gesetze“, erklärte der Chef vom Dresdner Weihnachtszirkus gegenüber den DNN. Stein des Anstoßes ist ein Antrag von Grünen und Linken zum „kommunalen Wildtierschutz“ in Dresden.

Die Initiatoren nehmen die reisenden Veranstalter ins Visier. Demnach „soll zukünftig ausschließlich denjenigen Zirkusbetrieben und Tierschauen die Nutzung kommunaler Flächen ermöglicht werden, welche weder Affen (nicht menschliche Primaten), Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde mit sich führen“. Eine artgerechte Haltung der Tiere sei in reisenden Zirkussen und Tierschauen augenscheinlich nicht möglich, heißt es im rot-grünen Antrag.

Müller-Milano bringt das auf die Palme. Das deutsche Tierschutzgesetz sei das strengste in Europa, für die Tierhalterichtlinien gelte das genauso. Wer mit den Tieren arbeite, müsse langjährige Erfahrungen mitbringen, aus Zoos oder ähnlichen Einrichtungen. Vor jeder Veranstaltungsreihe prüften Amtstierärzte die Unternehmen und die Tierhaltung. Er würde sich sogar noch schärferen Vorschriften unterwerfen. Zirkus-Unternehmen, die sich nicht daran halten, müssten deutliche Konsequenzen zu spüren bekommen. „Denen müssten die Tiere weggenommen werden oder sie müssen hohe Strafen erhalten, wie beispielsweise den Ausschluss von Gastspielen.“ Es dürfe aber nicht sein, dass Städte bundesgesetzliche Regelungen mit eigenen Bestimmungen aushebeln. Müller-Milano fordert die konkrete Einzelfallprüfung: „Sie können doch nicht jedem Autofahrer den Führerschein wegnehmen, nur weil einige trinken.“ Der Weihnachtszirkus an der Pieschener Allee, der am 20. Dezember seine Saison beginnt, will in den Veranstaltungen bis 7. Januar 2018 auch wieder Elefanten zeigen. Müller-Milano hält die Tiere für seine Shows nicht selbst. Sie werden für die Spielzeit engagiert. In diesem Jahr soll das Programm aus dem Elefantenhof Platschow in Mecklenburg kommen. Damit könnte der Weihnachtszirkus möglicherweise auch unter die geplanten Bestimmungen für „reisende“ Zirkusunternehmen fallen. Müller-Milano hält die Pläne aber auch deshalb für „vollkommen sinnlos“, weil sie sich nur auf Flächen in städtischem Eigentum beziehen.

Johannes Lichdi von den Grünen verteidigt den Antrag trotzdem. Für ihn ist „offensichtlich, dass es Tierquälerei ist“, was reisende Zirkusunternehmen mit bestimmten Tieren machen. Weil der Tierschutz, der vom Bund geregelt wird, hier nicht weit genug gehe, müsse gehandelt werden. „Im Sinne eines echten Tierschutzes müssen wir die kommunalrechtlichen Möglichkeiten nutzen.“ Die beschränken sich eben auf kommunale Flächen. Auf privaten Flächen sind die Vorstellungen weiter möglich, sie wären auch möglich, wenn die Tier artgerecht und ohne Reisestress gehalten würden.

Für Vincent Drews von der SPD muss deshalb der Bundesgesetzgeber einheitliche Regelungen schaffen. Seine Fraktion unterstützt den Antrag bislang nicht, weil es „verschiedene Auffassungen“ etwa über den Katalog der betroffenen Tiere gab. Drews hält aber Änderungsanträge für möglich. Wie sich die Fraktion dann bei der Abstimmung im Stadtrat verhalte, müsse sie klären.

Von Ingolf Pleil

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