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Hausboote ankern an der Königsbrücker Straße

Studenten und ihre Visionen für Dresdens Nord-Süd-Achse Hausboote ankern an der Königsbrücker Straße

Die Königsbrücker Straße ein Wasserband mit Wasserkraftwerk und Ankerplätzen für Hausboote? Eine fixe Idee! Aber eine, aus der man Lehren ziehen kann. Das meinen Studenten der Landschaftsarchitektur, die ihre Arbeiten in der Neustadt präsentieren.

Großer Kanal in der Neustadt: Vision für die Königsbrücker Straße.
 

Quelle: DNN

Dresden.  Die Königsbrücker Straße als Wasserband. Mit einem Wasserkraftwerk und Ankerplätzen für Hausboote. Oder soll die Straße doch eher zur „Kölympiade“ werden? Mit Sportplätzen wie einem Kletterturm oder einem Schwimmbad an den Stellen, an denen früher die Fahrbahn war. „Da könnte man vor dem Einkaufen noch ein paar Bahnen schwimmen“, meint Anke Schäfer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Landschaftsarchitektur der TU Dresden.

Die Königsbrücker Straße lässt sich aber auch als Wohnzimmer verstehen. Zwei Studenten hätten sich die Arbeit gemacht, einen Sessel von Haus zu Haus geschleppt und mit den Bewohnern gesprochen, so Schäfer. Wie stellen sich die Neustädter den Straßenraum als Wohnzimmer vor? Überraschendes Ergebnis: Neben Möbeln und Teppichen taucht eine lange „Smartphonefreie Zone“ in den Entwürfen auf.

Die Königsbrücker Straße ein Wasserband mit Wasserkraftwerk und Ankerplätzen für Hausboote? Eine fixe Idee! Aber eine, aus der man Lehren ziehen kann. Das meinen Studenten der Landschaftsarchitektur, die ihre Arbeiten in der Neustadt präsentieren.

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Ein Semester lang haben sich zwischen 120 und 130 Studenten aller Semester mit Straßenräumen im Allgemeinen und der Königsbrücker Straße im Speziellen befasst. Anlass war die Debatte über den Ausbau der Nord-Süd-Achse quer durch die Neustadt, erklärte Professorin Anna Viader Soler. „Wir haben uns die Frage gestellt, wie die Straße der Zukunft aussehen sollte.“

Dazu haben die Studenten Straßenräume in New York oder Kopenhagen analysiert, wo sich die Stadtplaner ganz bewusst auf den Klimawandel und alternative Mobilitätsformen einstellen. „Wichtig war es uns auch, dass wir uns von allen Normen lösen. Die Komplexität einer Straße kann man nicht nur von einer Seite betrachten“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Natürlich wird die Königsbrücker Straße nicht zu einem Kanal umgebaut. Aber Wasser sei ein gutes Modell für den Verkehrsfluss. Die Erkenntnisse, die man bei der Betrachtung des Wasserband-Entwurfes gewinnt, könnten sich in den realen Planungen durchaus wiederfinden, glaubt Schäfer. Die Studenten hätten einen Stadtraum auf seine Funktionen untersucht und Visionen entworfen. Eine Gruppe hat aus der Königsbrücker eine große Spielstraße entwickelt. Vielleicht können einmal Spielgeräte in den Nebenräumen aufgestellt werden?

„Warum nicht“, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen). Während der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur Gestalt der Fahrbahn verabschiedet habe, sei bei den Nebenräumen der Straße noch Platz für kreative Ideen. „Wir können neben klassischen Gehwegen durchaus etwas anderes machen. Da gibt es noch Optionen.“ Deshalb erhoffe er sich von den Arbeiten der Studenten jede Menge Inspiration. „Weil sie frei von den Zwängen sind, denen wir als Verwaltung unterliegen.“

Die Arbeiten der Studenten werden ab Sonnabend im ehemaligen Spielzeugladen auf der Königsbrücker Straße 39, dem heutigen „Hole of Fame“, präsentiert. „Wir haben die Idee angeschoben, weil wir uns schon immer gewünscht haben, dass mal jemand utopisch an die Königsbrücker Straße herangeht“, sagt Ulla Wacker, Vorsitzende des Vereins Stadtteilhaus. „Jetzt hoffen wir auf viele Ausstellungsbesucher und Teilnehmer an Rahmenveranstaltungen.“

Termine: Freitag, 3. Februar , 19 Uhr: Eröffnung; Sonnabend, 4. Februar , 17 Uhr: „Wie gut kennst du die Königsbrücker Straße?“, Workshop; 20 Uhr: Filmvorstellung; Sonntag, 5. Februar : „Entwurfsideen vor Ort erleben“, Spaziergang; Montag, 6. Februar , 19 Uhr: „Straßenräume der Zukunft“, Diskussion; Freitag, 10. Februar , 17 Uhr: Abschluss; geöffnet Sonnabend und Sonntag 11 bis 20 Uhr und Montag bis Freitag 16 bis 20 Uhr.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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