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Lokales Handy-Parken lässt in Dresden noch etwas auf sich warten – Stadt prüft Varianten
Dresden Lokales Handy-Parken lässt in Dresden noch etwas auf sich warten – Stadt prüft Varianten
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09:00 21.01.2018
In Dresden soll das sogenannte Handy-Parken etabliert werden Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Das hatten sich die Stadträte so einfach vorgestellt: In Dresden soll das sogenannte Handy-Parken etabliert werden, beantragten Grüne und SPD im April 2017. „Es wäre innerhalb weniger Wochen einführbar“, meinten die Antragsteller seinerzeit. Doch bislang befindet sich das Projekt in der Warteschleife.

Seit einer Änderung der Straßenverkehrsordnung Anfang 2008 bestehen die rechtlichen Möglichkeiten für das Bezahlen von Parkgebühren mit dem Handy. Köln und Hamburg beispielsweise gehörten seinerzeit zu den Vorreitern, inzwischen haben viele Städte nachgezogen. Praktiziert werden verschiedene Modell. Es gibt Systeme, bei denen sich der Autofahrer zunächst bei einem Anbieter im Internet registrieren muss. Dann bekommt er eine Art Vignette zugesandt, die an der Windschutzscheibe auf die Teilnahme am Handy-Parken verweist. Nach dem Ankommen am Parkplatz wählt der Autofahrer eine Telefonnummer, der Anrufer und die Parkzone werden registriert, das Wegfahren wird mit einem zweiten Anfruf signalisiert. Die Abrechnung gibt’s einmal monatlich übers Bankkonto. Die Politessen können auf einer Plattform über das Fahrzeugkennzeichen prüfen, ob der Nutzer sich angemeldet hat.

Technisch ist es aber auch möglich, auf die Registrierung vorab im Internet zu verzichten. Dann kann das Parken direkt über die Handyrechnung bezahlt werden. Dafür ist das Herunterladen einer App nötig, über die eine Kennziffer der Parkzone, das Autokennzeichen und die gewünschte Parkdauer eingegeben werden. Innerhalb einer möglichen Höchstparkzeit kann die „Uhr weitergedreht“ werden, ohne zum Auto laufen zu müssen. Die Option werde vor allem bei Regenwetter gern genutzt, heißt es in Erfahrungsberichten. Grundsätzlich ist eine minutengenaue Abrechnung möglich, die Suche nach Kleingeld entfällt. Überzahlungen sind vermeidbar, Parkzeitüberschreitungen, die zu einem Knöllchen führen können, auch. Meist werden allerdings gewisse Gebühren fällig, die gerade das Kurzzeitparken, relativ gesehen, deutlich verteuern können. Irgendwann könnte das Bezahlsystem auch zur Suche nach freien Parkplätzen genutzt werden. Vorteile hat auch die Stadt. Unter anderem verringert sich ihr Aufwand für den Umgang mit dem Bargeld und die Wartung.

Laut Beschluss des Dresdner Stadtrats von Ende September sollte der Oberbürgermeister „bis Ende 2017“ die Möglichkeit zu prüfen, Parkgebühren für den städtischen, gebührenpflichtigen Parkraum über Mobiltelefone und mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets zu bezahlen. Dies soll mit einem für die Stadt kostenneutralen Betrieb ohne Mindereinnahmen aus Parkgebühren und mit möglichst geringem Einrichtungsaufwand geschehen. Für Kunden soll das System registrierungsfrei und in mehreren Sprachen nutzbar sein.

Bislang ist eine Umsetzung des Beschlusses jedoch noch nicht absehbar. „Wir haben in den letzten Monaten eine Marktanalyse durchgeführt“, teilte die Stadtverwaltung auf DNN-Anfrage mit. Erfahrungswerte und Daten zu Kosten, Zeitraum der Realisierung oder Technikausstattung werden derzeit ausgewertet. „Dem Stadtrat werden wir anschließend einen Vorschlag fürs Handyparken präsentieren.“ Während des laufenden Sondierungsprozesses könnten noch keine Details öffentlich genannt werden. In einem Schreiben des zuständigen Verkehrsbürgermeisters an den Stadtrat heißt es, es werde die Kooperation mit „smartparking“, der Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung, oder die Entwicklung einer eigenen städtischen Lösung empfohlen, die derzeit vom Eigenbetrieb IT-Dienstleistungen geprüft werde. Hinter smartparking stehen verschiedene Anbieter elektronischer Zahlungssysteme für bargeldloses Parken.

SPD-Stadtrat Thomas Blümel ärgert die Verzögerung. „Der Eigenbetrieb soll sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren und nicht das Rad neu erfinden.“ Wenn die smartparking-Lösung funktioniert, dann sollte sie umgehend eingesetzt werden, erklärte Blümel.

Von Ingolf Pleil

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