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Dresdner Handelsforum: Wie ein Kuss den Tourismus ankurbelt

Tourismus Dresdner Handelsforum: Wie ein Kuss den Tourismus ankurbelt

Dresden will eine internationale Metropole sein. Aber wie verhält sich ein Ladenbesitzer, wenn ein internationaler Gast mit dem Handy bezahlen will? Nur ein Thema des Dresdner Handelsforums. Auch, dass sich junge Chinesinnen derzeit bevorzugt auf der Prager Karlsbrücke küssen, ist eine bedenkenswerte Angelegenheit.

Blick über die Karlsbrücke zur Prager Burg. In einer chinesischen Soap küsst sich ein Paar auf der Brücke.
 

Quelle: picture-alliance/ dpa

Dresden.  Dresden will eine internationale Metropole sein. Aber wie verhält sich ein Ladenbesitzer, wenn ein internationaler Gast mit dem Handy bezahlen will? Über eine Milliarde Menschen zahlen weltweit mit „Mobile Payment“, erklärte Heiko Lachmann, Vorstand der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSD), am Donnerstagnachmittag beim vom City Management Dresden organisierten Dresdner Handelsforum. Können Touristen in Dresdner Geschäften ohne weiteres das Handy zücken und ihren Einkauf bezahlen?

18,4 Millionen Euro haben 2017 ausländische Gäste aus den Automaten der OSD gezogen. Ganz vorne lagen die Chinesen mit 14.976 Transaktionen in Höhe von 6,192 Millionen Euro, gefolgt von den Tschechen (10.156/1,64 Millionen Euro) und den Österreichern (7.083/1,146 Millionen Euro), so der OSD-Vorstand. Doch der Trend geht in Richtung bargeldloses Bezahlen. „Wie ist der Handel darauf vorbereitet?“, fragte Lachmann.

Mastercard könne mit 80-prozentiger Sicherheit vorhersagen, ob eine Ehe in fünf Jahren geschieden wird, so Lachmann. Das Kreditkarten-Unternehmen erstellt mit den Abbuchungen Profile und findet Muster bei Ehen heraus, die auseinandergehen. Klingt komisch, bietet aber für OSD und Einzelhandel eine Chance: Wenn die beim bargeldlosen Einkauf gewonnenen Daten für die Kundenpflege verwendet werden, wie Lachmann erklärte. Da können auch Muster mit den Einkäufen von Touristen erstellt werden.

Da, wo sich Prag befindet, will Dresden einmal hin: An der Moldau gibt es erste Proteste gegen die vielen Touristen. Rund 12 Millionen waren es 2017, wie Nora Dolanská von der Tourismuszentrale Mittelböhmen erklärte. Das Erfolgsrezept: Punktgenaues Stadtmarketing. Die Produzenten einer chinesischen Soap erhielten einen städtischen Zuschuss zu den Drehkosten. In der Schlussszene küsst sich ein Paar auf der Karlsbrücke. Laut Dolanská ist nun jeden Morgen zu beobachten, wie junge Chinesinnen die Kussszene mit ihren Partnern nachahmen.

Chinesen sind gern gesehene Gäste, sie verfügen über ein üppiges Shopping-Budget. In Dresden geben Gäste aus China rund 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr aus, in Frankfurt/Main und München 600 Millionen Euro. Mit vielen kleinen Bausteinen lässt sich die Lücke verringern – Handy-Shopping ist einer davon. Oder eine Kussszene auf dem Blauen Wunder.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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