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Lokales Haftstrafe für rücksichtslose Wahnsinnsfahrt durch Dresden
Dresden Lokales Haftstrafe für rücksichtslose Wahnsinnsfahrt durch Dresden
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09:01 15.05.2018
Mit einem kleinen Smart lieferte sich der Angeklagte Silvester 2016 eine Verfolgungsjagd mit der Polizei . Am Ende der Fahrt landet er in der Leitplanke und nun im Gefängnis. Quelle: Foto: Archiv
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Dresden

Ziemlich kleinlaut saß Norbert S. am Montag auf der Anklagebank des Dresdner Amtsgericht. Ihn hatte der Jahreswechsel 2016 eingeholt. Weihnachten hatte er einen Keller ausgeräumt und geklaut, Silvester ließ er es richtig krachen, nicht mit Raketen und Böllern, sondern mit seinem Smart.

Mit dem Kleinwagen lieferte er sich mit der Polizei eine filmreife Verfolgungsjagd durch den Dresdner Westen und Abschnitte der Autobahn - er mit dem Smart vornweg, die Polizei in den Dienstwagen hinterher. Was im ersten Moment ganz lustig klingt, war überhaupt nicht komisch.

Start der wilden Fahrt: Das Emerich-Ambros-Ufer

Der 41-Jährige ließ da nicht viel aus, er bretterte über rote Ampeln, fuhr in den Gegenverkehr, über Fußwege und beschädigte andere Autos und drängte sie ab. Das bei dieser Fahrt niemand verletzt oder vielleicht sogar getötet wurde, ist ein großes Glück. Das ist aber nicht sein Verdienst, sondern anderen Verkehrsteilnehmer, die auswichen oder sogar rückwärts fuhren, um einen Umfall zu verhindern. Am Ende stellte sich heraus, der Smart hatte falsche Kennzeichen, die gehörten an einen stillgelegten Opel. Norbert S. hatte keine Fahrerlaubnis, dafür war er randvoll mit Crystal.

Die Wahnsinnsfahrt begann am 31. Dezember 2016 gegen 17 Uhr am Emerich-Ambros-Ufer, als ihn Polizisten wegen der Kennzeichen an seinem Auto kontrollieren wollten. Norbert S. gab Gas, ignorierte Blaulicht und Sirene und bretterte über die Straßen, Kreuzungen und mehrere roten Ampeln quer durch Cotta Richtung Autobahnauffahrt Altstadt. Auf der A 4 bremste er das Polizeiauto aus, fuhr Schlangenlinien, damit er nicht überholt werden kann, rammte den Wagen und versuchte sogar ihn an die Leitplanke zu drängen.

In Dresden-Neustadt fuhr Norbert S. ab – über die Auffahrt im Gegenverkehr – drängte ein anderes Auto ab und versuchte weiter die Polizei abzuschütteln. Als ihm an der Kötzschenbroder Straße ein weiterer Polizeiwagen entgegen kam, flüchtete er über den Fußweg, schlitterte in den Gegenverkehr und schrammte an der Washingtonstraße durch zwei verkehrsbedingt haltenden PKW hindurch. Durch die herumfliegenden Autoteile wurde ein dritter Wagen beschädigt – Gesamtschaden rund 16.000 Euro. Der 41-Jährige düste ungerührt weiter und fuhr auf die A 4 Richtung Berlin auf – in letzter Sekunde wechselte er noch die Richtung, sonst wäre er als Falschfahrer unterwegs gewesen.

Lange Drogenkarriere und ein gut gefülltes Strafregister

Da seine rücksichtslose Fahrweise selbst der hartgesottenster Smart nicht mitmacht, er hatte sich bei seinen Fahrten über die Bordsteine den Reifen beschädigt, konnte er nicht mehr richtig manövrieren und kollidierte mit der Mittelleitplanke. Der Angeklagte haute zwar zunächst zu Fuß ab, konnte aber von der Polizei überwältigt werden. Die Beamten bekamen auch noch ihr Fett weg – so einfach ließ er sich nicht festnehmen.

Norbert S. war selbst erschrocken als er die Anklage hörte und bat um Entschuldigung. Er habe nur etwas herumfahren wollen und sei in Panik geraten, als die Polizei kam, sagte er. An die Fahrt kann er sich durch seinen Crystalkonsum nur bedingt erinnern, die gemessenen Werte waren extrem hoch und er völlig durch den Wind.

Nur war dies kein Einzelfall, sein Strafregister ist gut gefüllt. Seit 20 Jahren nimmt er Crystal und hat eine typische „Drogenkarriere“ hingelegt. Immer wieder beging er Straftaten, um das Zeug zu finanzieren und landet Jahre im Gefängnis. Auch derzeit sitzt er, wegen anderer Straftaten in Haft. Er wird länger bleiben – am MOntag wurde er zu zwei Jahren und drei Monaten verurteilt

Von Monika Löffler

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