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Häkelmützen, handgemacht, aus Weixdorf - In Argentinien begann die Geschichte der online-Firma "Q‘uchu"

Häkelmützen, handgemacht, aus Weixdorf - In Argentinien begann die Geschichte der online-Firma "Q‘uchu"

Winterzeit ist Mützenzeit. Und das bedeutet für Virginia Calot (30) in Weixdorf, dass sie in jeder freien Minute zu Wolle und Häkelnadel greift.

Von Catrin Steinbach

Denn gemeinsam mit ihrem deutschen Mann Ralf Junghanns (33) betreibt die gebürtige Argentinierin den Online-Shop Q'uchu. Dort kann man interaktiv seine ganz persönliche wärmende Kopfbedeckung kreieren. 24 verschiedene Farben und gegenwärtig drei verschiedene Muster stehen dafür zur Verfügung. "Bei den Naturtönen handelt es sich um Schafwolle, die wir extra aus Argentinien holen, bei den grellen Farben um Acryl", klärt die 30-jährige Virginia auf. Zudem bietet sie Blüte, Bommel und bald auch eine Fleece-Fütterung an. "Durch verschiedene Farben, Linien, Muster und das Zubehör gibt es 10 hoch 34 Gestaltungsmöglichkeiten", hat der studierte Wasserwirtschaftler Ralf Junghanns ausgerechnet. Preis für eine Mütze: 30 Euro. Jedes Extra kostet extra (je 5 Euro). Doch dafür kauft man ein handgearbeitetes Einzelstück. Denn selbst das Papierschild mit dem Aufdruck "Q'uchu - Deine Idee auf Deinem Kopf" ist selbst gestaltet, ausgedruckt und ausgeschnitten.

Die Idee für den Mützenshop kam Ralf Junghanns, als ihm seine Frau eine selbstgehäkelte Mütze schenkte, weil er von Argentinien ins kalte Deutschland reisen wollte. "Mich hat der Gedanke nicht mehr losgelassen, im Internet eine Seite zu gestalten, auf der man sich selber eine Mütze basteln kann", erzählt der 33-jährige gebürtige Dresdner, der jetzt seit etwa vier Jahren wieder in seiner Heimatstadt wohnt - mit seiner argentinischen Frau.

Ende 2008 begann er mit der Programmierung, Mitte 2009 war die Seite fertig, im August ging das Paar mit der Seite ins Netz. "Das hat eingeschlagen wie eine Bombe, denn mit dem Mützenkonfigurator waren wir die ersten. Das gab's zu der Zeit noch nicht", strahlt Ralf Junghanns. "Die Firma myboshi wurde zwar ein paar Monate eher gegründet, ihr Internetkonfigurator aber kam etwas später", ergänzt Viginia nicht ohne Stolz. "myboshi" ist ebenfalls ein Häkelmützenunternehmen, betrieben von Thomas Jaenisch und Felix Rohland aus Oberfranken und bekannt durch unzählige Fernseh-, Radio- und Zeitungsbeiträge. Ein Problem sind die beiden für Virginia und Ralf nicht. Die Mützen unterscheiden sich durchaus. Und: "Wir haben schon miteinander telefoniert." Zudem landen, wenn "myboshi" mal wieder im Fernsehen war, auch viele Interessenten bei Q'uchu.

Im ersten Jahr haben Virginia und Ralf "vielleicht hundert Mützen" verschickt. Doch es werden zunehmend mehr. Vor allem um Weihnachten helfen Virginia inzwischen zwei Freundinnen, sonst schaffe man es nicht in einer annehmbaren Zeit. "Trotzdem ist Q'uchu für uns nach wie vor ein schönes Hobby", sagt Ralf Junghanns, der in einem Forschungsunternehmen als Wasserwirtschaftler und Automatisierungstechniker seine Brötchen verdient. Er und seine Frau sind sich auch nicht so recht schlüssig, wie sich ihr Häkelmützenunternehmen weiter entwickeln soll. "Ich habe Oenologie studiert und will eigentlich in meinem Beruf arbeiten", sagt Winzerin Virginia. Und beide fürchten, dass sie sich - wenn das Mützenunternehmen wächst - wahrscheinlich nicht mehr so individuell um ihre Kunden kümmern können. Denn Virginia versucht, auch Sonderwünsche umzusetzen und schreibt jedem Besteller persönlich eine Mail, wenn sie loshäkelt und wenn die Mütze auf die Reise geht. Viele Kunden danken das ihrerseits "mit netten Mails. Manchmal schicken sie uns auch Fotos von sich mit der Mütze". Vor allem der Kontakt mit den Leuten mache ihr Häkelmützenunternehmen zum Vergnügen.

www.quchu.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.11.2012

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