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Lokales Hacken für eine bessere Welt - Treffen der Computerfreaks in Dresden
Dresden Lokales Hacken für eine bessere Welt - Treffen der Computerfreaks in Dresden
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10:16 14.06.2016
Die Schüler Noah (l) und Marius sitzen am 02.06.2016 in Dresden (Sachsen) mit einem Laptop auf einer Straße. Noah und Marius haben beim letzten Hackaton eine eigene App entwickelt. Noah ist auch dieses Jahr wieder in Dresden dabei. Quelle: dpa
Dresden

Die grüne Welle - davon träumt Noah Rullmann, wenn er morgens mit seinem Fahrrad durch Dresden zur Schule fährt. Doch im Gegensatz zu vielen anderen 13-Jährigen belässt er es nicht beim Träumen. Beim ersten Dresdner „Hackathon“ vor einem Jahr entwickelte er eine App, die „Grüne Welle“ heißt und ihm helfen soll, auf ebendiese zu treffen. „Viele denken ja, Hacker hocken mit einer Maske in einer dunklen Ecke und greifen auf fremde Computer zu“, sagt Noah, „dabei geht es auch darum, sich durch Tricks Vorteile zu verschaffen und damit zum Beispiel anderen Leuten zu helfen.“

Das Medienkulturzentrum Dresden, das vom 17. bis zum 19. Juni bereits zum zweiten Mal den Dresdner „Hackathon“ organisiert, sieht das ähnlich. „Niemand muss Angst haben, dass sein Kind als ausgebildeter Profihacker zurückkommt und den heimischen Computer lahmlegt“, so Projektleiter Sven Keil. Im Gegenteil: „Unser Anspruch ist es, die Jugendlichen für die gesellschaftspolitische Verantwortung, die sie mit ihren Kenntnissen haben, zu sensibilisieren.“

Während der Veranstaltung an der Informatikfakultät der TU Dresden sind Jugendliche aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dazu eingeladen, drei Tage lang ihr Wissen über Computer in eigenen, kleinen Gruppenprojekten wie zum Beispiel der „Grünen Welle“ umzusetzen und weiterzuentwickeln. Eltern sind tabu - dafür werden die Jugendlichen medienpädagogisch begleitet, von Studierenden, IT-Fachleuten und Mitgliedern des Chaos Computer Clubs.

„Es mangelt in Deutschland sehr an Angeboten für Kinder und Jugendliche, in solche Themen einzusteigen“, sagt Jan Girlich, ein Sprecher des Clubs. „Und eigentlich sollten wir alle zumindest ein Verständnis davon haben, wie die Technologien und Algorithmen, die unser Leben immer mehr bestimmen, funktionieren.“ Bei „Jugend hackt Ost“ gehen die Jugendlichen über solch ein Verständnis noch hinaus. Neues entwickeln, Gelerntes ausprobieren und Gleichgesinnte treffen - das gefällt Teilnehmern wie Noah oder auch dem 15-jährigen Marius Mauksch, der ebenfalls an der „Grünen Welle“ mitgearbeitet hat, am „Hackathon“.

Deshalb ist Noah auch dieses Jahr wieder dabei. 41 Anmeldungen gibt es bisher, darunter allerdings erst vier Mädchen, so die Veranstalter. Marius hat dieses Mal keine Zeit, kann dafür aber an einem der drei anderen „Regional-Hackathons“ in Deutschland teilnehmen. Oder gleich an der Hauptveranstaltung in Berlin, die bereits 2013 ins Leben gerufen wurde.

Das sächsische Kultusministerium hält solche Projekte für wichtig. „Grundsätzlich finden wir die Förderung von jungen Informatikern und Programmierern gut, denn die Informatik ist das Herz der modernen Informationsgesellschaft“, erklärt eine Sprecherin

Das sehen allerdings längst nicht alle so: „Sobald man sagt, dass man sich für Computer interessiert, heißt es gleich: oh wie langweilig“, meint Marius. Er wünscht sich, dass mehr Menschen wenigstens ein bisschen etwas von Computern verstehen. „Dann kann man sich über sein Hobby austauschen und muss dafür nicht immer in irgendwelche Hacker-Foren gehen.“

Noah sieht das anders. „Ich fände es nicht gut, wenn sich mehr Leute wirklich damit auskennen“, sagt der 13-Jährige und denkt dabei schon an seine Zukunft: „Dann hätte ich im Beruf ja gar nichts mehr zu tun - und würde natürlich auch nicht dafür bezahlt werden.“

Von Claudia Neubert, dpa

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