Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Gymnasium Plauen bewirbt sich um Sächsischen Schulpreis
Dresden Lokales Gymnasium Plauen bewirbt sich um Sächsischen Schulpreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:41 09.09.2015
Die 15-jährige Sophia Lehne und der zwölf Jahre alte Konstantin Immler werden wie ihre Mitschüler am Gymnasium Plauen ihren Begabungen entsprechend gefördert. Quelle: Andor Schlegel

Es hat sich der Begabungs- und Begabtenförderung verschrieben, gehört dem Netzwerk von Schulen zur Hochbegabtenförderung in Sachsen GIFTed an. Sachsenweit 77 Schulen hatten sich um den mit je 4000 Euro dotierten Schulpreis beworben. Am 16. Mai werden die drei Preisträger im Landesgymnasium für Musik gekürt.

Jedes Kind ist auf irgend eine Weise begabt. Davon sind die Lehrer des Gymnasiums Plauen felsenfest überzeugt. Und weil das so ist, sollten nicht nur hochbegabte, sondern alle Kinder in ihrer speziellen Begabung gefördert zu werden. Denn: "Wer sich seiner Stärke bewusst ist, geht auch selbstbewusster mit Schwächen um", begründet Pia Petzoldt, Mathe- und Physiklehrerin und Fachleiterin Naturwissenschaften.

Und so funktioniert's: Jeder Fünftklässler hat zwei Stunden "begabungsförderlichen Unterricht" pro Woche, in der 6. Klasse ist es dann eine Stunde. Erscheinen ist Pflicht, der Unterricht ist in die Stundentafel integriert. Neun Gruppen à rund 15 Schüler stehen zur Wahl. Die Kinder können zum Beispiel die Theater- und Kunstwerkstatt besuchen, Chinesisch lernen oder sich "Auf Cäsars Spuren durch Europa" begeben.

Konstantin Immler hat sich in der 6. Klasse das Thema "Nachbarn in der Geschichte" ausgesucht. "Wir haben zum Schicksal einer jüdischen Frau geforscht, die in der Nazizeit mit ihrer zweijährigen Tochter nach Bad Liebenwerda geflohen war und dort im Dorfteich tot aufgefunden wurde", berichtet der Zwölfjährige. Die Gruppe habe dafür in Archiven geforscht und sogar Zeitzeugen ausfindig gemacht.

Was die Zuteilung angeht, dürfen die Kinder drei Wochen lang in die verschiedenen Gruppen "hineinschnuppern" und ihre drei Favoriten aufschreiben. Damit sie auch wirklich eine Gruppe entsprechend ihrer Begabung erwischen, absolvieren sie einen normierten Interessentest (nach Renzulli) und lassen sich von ihren Lehrern beobachten. "80 Prozent der Kinder können wir tatsächlich ihren Erstwunsch erfüllen", weiß Pia Petzoldt. Die Gruppe wechseln dürfen die Schüler nicht. Unterrichtet werden die Fünft- und Sechtsklässler sowohl von Fachlehrern als auch von externen Kräften - darunter einer chinesischen Muttersprachlerin, die eine pädagogische Ausbildung hat.

Abgesehen davon werden überdurchschnittlich begabte Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 noch einmal speziell gefördert. "25 Schüler schätzen wir als überdurchschnittlich begabt ein", erklärt die Pädagogin. Sie seien oftmals Einzelkämpfer und schnell unterfordert im Unterricht. Ihre Förderung steht auf drei Säulen: Die Schüler nehmen jeweils im Herbst an einem dreitägigen Lerncamp teil, bekommen die Möglichkeit, beispielsweise Workshops der TU zu besuchen, eine botanische Führung in Pillnitz oder eine Stadtführung durch Dresden mitzumachen. "Ich habe an der TU einen sehr interessanten Vortrag über Teilchenphysik gehört und mich mit Gebärdensprache befasst", berichtet Sophia Lehne aus der 9. Klasse. Das Finger-Alphabet könne sie noch immer.

Zudem bekommen die besonders begabten Schüler je einen Mentor an die Seite. Dieser - gleichfalls Pädagoge an der Schule - vermittelt zwischen Schüler und Fachlehrer. Der Schüler hat die Möglichkeit, dem Unterricht zeitweise fernzubleiben. "In dieser Zeit arbeitet er eigenständig und präsentiert der Klasse dann sein Ergebnis", erläutert Pia Petzoldt. Und schließlich gibt es einmal im Monat thematische Begabtentreffen - im Lohrmann-Observatorium der TU beispielsweise. Außerdem neu: ein Stammtisch für Eltern hochbegabter Kinder ab Klasse 5.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.02.2014

Katrin Richter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf den ersten Blick könnte man Wollaffen für grimmig halten. Zumindest vermittelt ihr dunkles Gesicht mit den tiefliegenden Augen einen solchen Eindruck.

09.09.2015

Am Freitag hat sich auf Initiative des Unternehmervereins Dresden Pieschen e.V. die „Allianz für Dresden“ gegründet. Hier sollen sich Bürgerinitiativen, Kultur- und Unternehmervereine zusammenfinden, die dafür eintreten, dass auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs der 2009 vom Stadtrat beschlossene „Masterplan Leipziger Vorstadt“ mit einer Mischung aus Wohnen, Büros und Geschäften verwirklicht wird.

09.09.2015

Der Bund fördert in seinem Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen auch zwei Projekte aus Dresden. In Regie von Professor Michael Bauer vom Dresdner Universitätsklinikum gehe es um eine Verbesserung der Diagnose bipolarer Störungen (manisch-depressive Erkrankungen), teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit.

09.09.2015