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Lokales Guter Start für Quartiersbuslinie 73 in Dresden-Trachenberge
Dresden Lokales Guter Start für Quartiersbuslinie 73 in Dresden-Trachenberge
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16:39 08.03.2018
Am Wilden Mann enden die Buslinie 80 und die Straßenbahnlinie 3. Busfahrer Peter Golbs nimmt deswegen bei Fahrten der „73“ immer wieder Kollegen mit. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Vor allem morgens wird es richtig voll in „Sophie“. So heißt der 22 Fahrgäste fassende Mercedes Sprinter, der seit 3. Januar als Linie 73 durch Pieschen-Nord und Trachenberge rollt. Die neue Quartiersbuslinie, die den Haltepunkt Pieschen mit dem Wilden Mann verbindet und dabei bisher schlecht angebundene Gebiete an der Döbelner Straße für die Dresdner Verkehrsbetriebe erschließt, ist „gut gestartet“, wie DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach sagt. Bei bisher rund 200 Fahrgästen täglich gebe es allerdings auch noch Luft nach oben.

Bernd Meinert, Fahrgast: „Ich finde die neue Buslinie Klasse und fahre seit ihrem Start jeden Tag wenigstens drei Mal. Meine Freundin wohnt hier im Viertel und ich kann mir weite Fußwege auf dem Weg zu ihrer Wohnung oder zurück sparen. Ich nutze die „73“ auch für Einkäufe, etwa am Trachenberger Platz.“ Quelle: Anja Schneider

Dabei ist beachtlich, dass es schon jetzt so viele sind. Üblicherweise rechnen ÖPNV-Anbieter mit zwei Jahren Zeit für die Etablierung einer neuen Linie. „Unserer Partner in der Stadtpolitik und der Weinbergkirche haben ganz gut informiert“, meint Hemmersbach dazu. Auch er selbst sei einige Male mitgefahren, um zu sehen, wie es laufe. Bis zum Juli soll der 130  000 Euro teure Testbetrieb laufen. Vor allem die Fahrgastzahlen werden entscheiden, ob aus Dresdens erster Quartierslinie ein dauerhaftes Angebot wird.

„Da fährt die Neugierde mit“, sagt Busfahrer Steffen Wagner nüchtern. Gerade am Wochenende habe er viele Fahrgäste im Bus begrüßen können, die einfach mal gucken wollten. Tatsächlich ist es interessant, wie Wagner sich einen Weg über die zum Wilden Mann hin immer enger werdende Döbelner Straße bahnt. „Der Fahrtakt ist gut zu schaffen, auch wenn ich mal den Gegenverkehr abwarten oder hinter einem Müllauto stecken bleibe“, sagt er dennoch. Alle halben Stunden verkehrt die „73“ werktags von 6-21 Uhr und wochenends von 8 bis 21 Uhr.

Vor allem ab 7 Uhr wird es im Bus rappelvoll. Trachenberger, die sich auf dem Weg zur Arbeit zum Trachenberger Platz oder dem S-Bahn-Halt Pieschen kutschieren lassen, Muttis mit Kinderwagen und auch Schulkinder füllen den Bus. „Wenn zwei, drei Kinderwagen mitsollen, wird es schon eng, aber stehen gelassen haben wir noch niemanden“, sagt Busfahrer Wagner. Der kann übrigens im Bus häufig Kollegen begrüßen. Viele Fahrer lassen sich nach ihrer Ablösung am Endhaltepunkt Wilder Mann mit der „73“ zum Betriebshof Trachenberge bringen – das hatten die Planer nicht erwartet.

Andreas Hemmersbach, DVB-Vorstand: „Die neue Linie 73 ist mit etwa 200 Fahrgästen am Tag gut gestartet. Aber wir sehen noch deutliches Entwicklungspotential. Für uns ist der Quartiersbus, der verschiedene VVO-Angebote verbindet, ja ein ungewöhnliches Produkt. Wir müssen sehen, wie sich alles einspielt.“ Quelle: Dietrich Flechtner

Viele begrüßen das Experiment, nicht alle sind zufrieden. „Der Fahrtakt passt überhaupt nicht zum Fahrplan der S-Bahnlinie 1 am Haltepunkt Pieschen“, klagt etwa Sabine Grimm. „Das stimmt“, räumt DVB-Vorstand Hemmersbach ein. Man habe im Vorfeld zwischen einer Taktung auf die S-Bahn und die Straßenbahnlinie 3, die am Trachenberger Platz und dem Wilden Mann verkehrt, entscheiden müssen. „Da mehr Menschen unseren Untersuchungen nach in die 3 umsteigen, haben wir uns am Takt der Straßenbahn orientiert“, erläutert Hemmersbach. Gleichwohl sei das ein Punkt, den man beobachten müsse.

Elfriede Pasch, Fahrgast: „Ich habe mir die Abfahrtszeiten der neuen Buslinie gemerkt und nutze sie, wenn es passt. Jetzt gerade war ich auf dem Weg zur Physiotherapie und bin in die „73“ eingestiegen. Ich finde es sehr gut, dass es die neue Linie gibt, und nutze insbesondere die Haltestellen Wilder Mann und Trachenberger Platz. Quelle: Anja Schneider

Auch anderswo muss eventuell nachgesteuert werden. „Es fehlt an Respekt vor dem ÖPNV“, findet Busfahrer Wagner dafür vergleichsweise moderate Worte: Bushaltestellen sind zugeparkt, genauso die Kreuzung der Döbelner mit der Dippelsdorfer Straße – die engste Stelle der etwa 2,7 Kilometer langen Strecke. Busfahrer Peter Golbs, auch er ist auf der „73“ unterwegs, beklagt noch etwas anderes: „Wenn ich an der Haltestelle den Blinker links setze und losfahren will, wird das von vielen ignoriert.“ Da wird die Weiterfahr zur Geduldsprobe.

Auch diese Probleme, die zum Teil mit der noch fehlenden Gewöhnung an die Linie, zum Teil mit der Parkplatznot im Viertel, aber auch mit Rücksichtslosigkeit zu tun haben, will Hemmersbach beobachten und nötigenfalls gegensteuern. Man wolle nicht gegen den Willen der Trachenberger arbeiten, begründet er, warum Haltestellen nicht gleich mit großflächigen Sperrlinien abmarkiert werden. „Wir setzen auf das Verständnis der Anwohner“, fügt er an.

Von Uwe Hofmann

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