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Lokales Grundstücksdeal am Neumarkt für Schallschutz
Dresden Lokales Grundstücksdeal am Neumarkt für Schallschutz
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10:02 11.04.2018
So schön soll Quartier VII/1 werden. Damit die Wohnungen vernünftige Fenster erhalten können, wird eine Schallschutzschleuse am Kulturpalast benötigt. Quelle: Baywobau
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Dresden

 Mit einem Grundstücksgeschäft leitet die Stadtverwaltung jetzt den letzten Schritt für die Lösung des Lärmschutzproblems am Neumarkt ein. Zwei schmale Flächen zwischen dem Kulturpalast und der Rosmaringasse sollen aus dem Vermögen der Landeshauptstadt Dresden an die städtische Gesellschaft Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG (KID) übertragen werden. Die Grundstücke haben einen Verkehrswert von 850.000 Euro und sollen in Form einer Kapitaleinlage an die KID übergehen.

Die Flächen können nicht bebaut werden, sondern dienen als Anlieferzone für den Kulturpalast. Weder bei der Übertragung des Kulturpalastes an die KID noch bei der Baugenehmigung für die Sanierung der Stadthalle hatten die Grundstücke eine Rolle gespielt. Erst später haben sie eine gewisse Relevanz erhalten.

Teure Wohnungen mit nicht zu öffnenden Fenstern?

Wenn die KID die Flächen besitzt, kann die Stadtverwaltung nämlich den Bau einer Schallschutzschleuse am Kulturpalast genehmigen. Dieses Bauwerk ist die Grundlage dafür, dass die Anwohner der benachbarten Quartiere am Neumarkt ihre Fenster öffnen dürfen. Wenn nach Konzerten im Kulturpalast nachts Technik abgebaut wird, kann es laut werden. Sattelschlepper rangieren, Kisten und Kästen werden auf- und abgeladen.

Damit in den benachbarten Quartieren VI und VII trotzdem Wohnungen gebaut werden konnten und können, griff die Stadt in die Trickkiste: Voraussetzung war, dass die Fenster nicht geöffnet werden dürfen. Der Begriff „Festverglasung“ machte die Runde, ausgerechnet in der besten Wohnlage der Stadt sollten Wohnungen mit einem gewissen Makel – nämlich fest verglasten Lichtöffnungen – entstehen.

Berndt Dietze, Geschäftsführer der Baywobau, die das Quartier VII/1 errichten will, ließ dieser Zustand keine Ruhe. Er schlug vor, eine Schallschleuse zu konstruieren, die den vom Kulturpalast ausgehenden Lärm so reduziert, dass ganz normale Fenster in die Wohnungen eingebaut werden dürfen. Nach langwierigen Verhandlungen – neben Lärmschutzsachverständigen redeten auch Stadtplaner und Denkmalschützer ein Wörtchen mit – sind die Planungen für das Häuschen abgeschlossen.

Finanzausschuss hat das letzte Wort

Die Investoren der umliegenden Quartiere tragen gemeinsam die Baukosten, die nach DNN-Informationen etwas unter einer Million Euro liegen sollen. Nach Fertigstellung geht der Anbau in den Besitz der KID über, die als Eigentümerin des Kulturpalastes die Schallschleuse betreiben und warten wird. Für den Bau muss die KID aber die Flächen besitzen, was jetzt mit der Übertragung erfolgen soll.

Der Ortsbeirat Altstadt stimmte der Übertragung der Flächen am Dienstagabend einstimmig zu. Das letzte Wort hat der Finanzausschuss. Nach einem positiven Votum dieses Gremiums könnte bei zeitnaher Erteilung der Baugenehmigung die Schallschleuse in der Sommerpause zwischen Juli und August errichtet werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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