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Grüne bedauern Verzicht auf Denkmalschutz für Pinguin-Café im Dresdner Zoo

Stadtentwicklung Grüne bedauern Verzicht auf Denkmalschutz für Pinguin-Café im Dresdner Zoo

Die Grünen bedauern den Verzicht auf den Denkmalschutz für das Pinguin-Café im Dresdner Zoo. Die oberste Denkmalbehörde beim Land hat darauf nach einer Besichtigung verzichtet.

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Das Pinguin-Café im Zoo.
 

Quelle: Stephan Lohse

Dresden.  Die Dresdner Grünen bedauern den Verzicht auf den Denkmalschutz für das Pinguin-Café im Dresdner Zoo. Die oberste Denkmalbehörde beim Land hat darauf nach einer Besichtigung verzichtet. „Wir brauchen mehr Wertschätzung qualitätvoller Gebäude der Nachkriegsmoderne in Dresden“, kritisierte dazu der Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, Thomas Löser.

Das Pinguin-Café im Dresdner Zoo soll abgerissen und an seiner Stelle ein Neubau gesetzt werden. Die Denkmalbehörden beim Land und bei der Stadt hatten laut Löser in der Vergangenheit unterschiedliche Ansichten vertreten, was den Denkmalschutz für das Pinguin-Café betrifft. Eine Anfrage des Grünen Landtagsabgeordneten Wolfram Günther ergab nun, dass das Landesamt für Denkmalpflege das Gebäude wieder von der Denkmalliste genommen hat.

Thomas Löser, Sprecher für Stadtentwicklung und Bau der Fraktion der Grünen im Stadtrat, erklärte, er bedauere außerordentlich die Entscheidung des Landesdenkmalamtes. „Eine Unterschutzstellung des Pinguin-Cafés wäre konsequent gewesen. Es handelt sich um ein sehr schönes Gebäude der DDR-Nachkriegsmoderne, das bei der Dresdner Bevölkerung auch sehr beliebt ist.“

Die Fraktionen von Linken und Grünen haben einen Antrag zum Pinguin-Café eingereicht, der auf der nächsten Stadtratssitzung behandelt wird (DNN berichteten). „Wir fordern, dass das Gebäude abgebaut und eingelagert wird, um die Möglichkeit zu erhalten es später an geeigneter Stelle wieder aufzubauen“, sagte Löser. Dresden bestehe „nicht nur aus Barock, auch andere Epochen haben hier erhaltenswerte Architektur hervorgebracht“.

Innenminister Markus Ulbig hatte auf Günthers Anfrage dagegen geantwortet: Auf fachliche Hinweise sowohl von der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Dresden als auch von Angehörigen des Netzwerkes „Ostmodern“ habe das Landesamt für Denkmalschutz (LfD) zunächst die Denkmaleigenschaft bejaht. Unter anderem auch, um einen schnellen Abriss zunächst zu verhindern. Hieran habe sich eine genauere Prüfung angeschlossen. Neben Recherchen zur Entstehungsgeschichte des Pavillons 1969 in Berlin und der späteren Verlagerung in den Dresdner Zoo wurde im Februar 2016 eine Innenbesichtigung des Pavillons vorgenommen. „Es wurde eine äußerst schlichte Konstruktion vorgefunden“, schrieb Ulbig an den Abgeordneten. Das LfD sei zu der Überzeugung gekommen, die geschichtliche und baugeschichtliche Bedeutung des Pinguin-Cafés reiche nicht aus, um ein allgemeines öffentliches Erhaltungsinteresse zu bejahen.

Von Ingolf Pleil

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