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Lokales Großputz im Mathematisch-Physikalischen Salon im Zwinger
Dresden Lokales Großputz im Mathematisch-Physikalischen Salon im Zwinger
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15:00 13.02.2019
Restaurator Michael Jaroschewski reinigt ein Halbkreismessinstrument aus dem Jahr 1680. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Seit dem 7. Januar wird bei den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden (SKD) geputzt und gewartet. Erst war die Porzellansammlung dran, dann ging es weiter im Schloss und im Albertinum. Letzte Station ist gegenwärtig der Mathematisch-Physikalische Salon im Zwinger. Wenn er am Freitag, 15. Februar, 10 Uhr wieder für Besucher öffnet, „dann sind wir fertig“, sagt Marion Schmidt von der SKD-Presseabteilung.

Schaut man sich an, was der Großputz allein im Mathematisch-Physikalischen Salon im Dresdner Zwinger alles umfasst, erscheint der Frühjahrsputz im eigenen Heim wie ein Klacks.

Großputz im Mathematisch-Physikalischen Salon

Abgewischt werden die Museumsvitrinen, Podeste und frei stehenden Ausstellungsstücke jede Woche, schon um den roten Staub zu entfernen, der von der kaputten Wegedecke im Zwingerinnenhof in das Museum hineingetragen wird. Aber jetzt werden die Vitrinen nicht nur von außen geflimmert, sondern auch innen gereinigt. Und es sind bestimmt hunderte Scheiben von zig Sprossenfenstern zu putzen. Des Weiteren gilt es Tausende Teile von ungezählten Kronleuchtern wieder zum Funkeln zu bringen, Simse, Bänke, Böden zu wischen und vor allem auch die filigranen wertvollen Uhren, Teleskope und Himmelsmodelle fachmännisch zu reinigen und gegebenenfalls zu reparieren bzw. restaurieren.

Rund zwei Dutzend Menschen – vom Restaurator über Wissenschaftler und Depotverwalter bis hin zur Fachkraft aus einer Reinigungsfirma – sind neun Tage damit beschäftigt, so Dr. Peter Plaßmeyer, Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons. Oberstes Gebot sei Konzentration, damit nichts Schaden nimmt.

„Es ist wie eine Vorsorgeuntersuchung. Denn wir nehmen wirklich jedes Ausstellungsstück in Augenschein und suchen nach kleinsten Schäden, damit wir sie beseitigen können, bevor sie wirklich schlimm werden“, erzählt der Museumschef. „Den Lederüberzug vom Kupferrohr des Spiegelteleskopes zum Beispiel müssen wir aber ständig im Blick haben. Denn sobald er zu trocken wird, muss er gefettet werden, damit sich das Leder nicht ablöst.“

Schon gewusst?

Was heute Smartphone, iPad und Laptop, das waren vor knapp 300 Jahren Teleskope, Taschenuhren und Himmelsmodelle. August der Starke sammelte den Hightech seiner Zeit und vereinte ihn im Mathematisch-Physikalischen Salon. Etwa 370 Ausstellungsstücke sind in diesem Museum im Zwinger zu sehen.

Der Mathematisch-Physikalische Salon ist das älteste Museum im Dresdner Zwinger, wurde 1728 dort eingerichtet.

Jeden vierten Sonntag im Monat funkt es 15.30 Uhr im Mathematisch-Physikalischen Salon und die Haare stehen zu Berge. Anhand von detailgetreuen Nachbauten erläutert die Führung, wie Elektrizität vor 250 Jahren salonfähig wurde oder wie eine Vakuumpumpe sogar August den Starken in Stau­nen versetzte. Die Funktionsweise einzelner Objekte wird vorgeführt.

Eintritt frei ist im Mathematisch-Physikalischen Salon jeden 4. Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr. Nächster Termin ist der 24. Februar.

Quelle: SKD

Peter Plaßmeyer kann dem alljährlichen Großputz aber nicht nur positive, sondern sogar schöne Seiten abgewinnen. „Es ist für uns Wissenschaftler die Gelegenheit, das eine oder andere Ausstellungsstück mal in die Hand zu nehmen und so wissenschaftliche Arbeit zu überprüfen.“ Denn im Museum wird auch geforscht.

Des Weiteren sind neue Sonderausstellungen in Vorbereitung. So sollen 2020 Figurenautomaten im Mittelpunkt stehen. „Für 2023 bereiten wir eine Ausstellung mit dem Victoria and Albert Museum London zum Thema Zeit vor.“

Ein weiterer schöner Nebeneffekt des Frühjahrsputzes: Er bietet Gelegenheit, andere und auch neue Ausstellungsgegenstände in die Ausstellung zu integrieren. So ist nach zweijähriger Restaurierung jetzt ein Figurenautomat mit einem Löwen wieder zu sehen. „Zudem dürfen wir für zwei Jahre eine Taschenuhr mit Viertel Repetition von Johann Heinrich Seyffert aus einer privaten Sammlung zeigen“, freut sich Peter Plaßmeyer. „Sie folgt in der Seriennummer einer Uhr aus unserem Bestand, die allerdings bei der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 schwerst beschädigt wurde. Wir werden beide Uhren nebeneinander präsentieren.“

Von Catrin Steinbach

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