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Lokales Großes Heim für Flüchtlingskinder in Dresden ist fraglich
Dresden Lokales Großes Heim für Flüchtlingskinder in Dresden ist fraglich
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13:39 12.09.2015
Die Stadt Dresden will ausländische Minderjährige, die ohne Begleitung Erwachsener eintreffen, ab kommendem Jahr in einer zentralen Unterkunft mit 180 Plätzen einquartieren (Symbolbild). Quelle: dpa

„Eine große zentrale Einrichtung ist politisch, organisatorisch und fachlich der völlig falsche Weg“, erklärte Carsten Schöne, Regionalleiter des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, gestern gegenüber DNN.

Die Stadt Dresden will ausländische Minderjährige, die ohne Begleitung Erwachsener eintreffen, ab kommendem Jahr in einer zentralen Unterkunft einquartieren. Das Objekt soll 180 Plätze haben. Wo sich das Heim befinden soll, wird noch nicht gesagt. Die Verhandlungen laufen noch. Die Stadt rechnet mit bis zu 250 Jugendlichen, die untergebracht werden müssen. In dem künftigen Heim, das angemietet werden soll, will die Stadt Sprachkurse und Ausbildungsorientierung anbieten. Die jungen Leute leben dort bis zur Volljährigkeit, dann beginnt das Asylverfahren.

Nach DNN-Informationen werden auch auf Landesebene die Pläne skeptisch gesehen. Das Heim bräuchte eine Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes. Die Stadt setze seit Jahren in der Jugendhilfe den Grundsatz „Ambulant vor stationär“ erfolgreich um. Dies würde nun aufgehoben. Die Erteilung der Betriebserlaubnis erscheine auch ihm fraglich, erklärte Schöne. Tags zuvor im Jugendhilfeausschuss hatte sich bereits Pfarrer Christoph Stolte, Direktor der Diakonie Dresden, zurückhaltend geäußert. Schon bei Einrichtungen mit mehr als 20 Plätzen werde von einer „Großeinrichtung“ geredet. Stolte regte an, im Ausschuss im Vorfeld der Stadtentscheidung über die pädagogische Konzeption zu sprechen. „Darüber reden wir, wenn die Vorlage da ist“, unterband Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) als Ausschusschef jede Diskussion. Die Vorlage stellte er für Ende November in Aussicht. Das sei zu spät, meinte Schöne.

Ähnlich konsequent zügelte Hilbert später Patrick Schreiber (CDU). Bei der Wahl des OB-Vertreters im Ausschuss gab es nur Jan Güldemann (Kindervereinigung Dresden) als Kandidaten und damit nur einen Kreis für ein Kreuz auf dem Stimmzettel. Schreiber vermisste ein Feld für eine Nein-Stimme, zerriss seinen Stimmzettel und wetterte über die Verwaltung. Das Verfahren ist aber rechtlich korrekt. Hilbert erteilte Schreiber schließlich einen Ordnungsruf.  „Wenn sie so weitermachen, gibt es noch einen und dann sind sie draußen“, fügte er hinzu. Dazu kam es nicht. Güldemann erreichte mit 10 Stimmen der 15 Ausschussmitglieder die nötige Mehrheit.

Ingolf Pleil

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