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Lokales Nach dem Tod von Robert K.: Obduktion soll Umstände klären
Dresden Lokales Nach dem Tod von Robert K.: Obduktion soll Umstände klären
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16:01 15.05.2018
Polizisten betreten nach dem Einsatz das Haus, in dem sich der gesuchte Gewalttäter verschanzt hatte. Quelle: dpa
Königsbrück

Nach dem Tod des mutmaßlichen Gewalttäters Robert K. soll eine Obduktion Klarheit über die genauen Todesumstände bringen. Die Polizei geht davon aus, dass sich der 33-Jährige am Montagabend auf einem früheren Kasernengelände in Königsbrück selbst das Leben nahm. Es werde intensiv ermittelt, hieß es am Dienstag.

Es war ein Einsatz, der zur Geduldsprobe geriet: Seit Montagmorgen waren Polizei und das Spezialeinsatzkommando (SEK) auf der Spur des mutmaßlichen Mörders Robert K. Der 33-Jährige, der im Verdacht steht, seine 75 Jahre alte Nachbarin Elsa M. umgebracht zu haben, hat sich in einem leerstehenden Haus nördlich von Königsbrück verschanzt. Die Einsatzkräfte, die selbst ins Visier des Sportschützen gerieten, hatten über Stunden versucht, den Mann zur Aufgabe zu bewegen.

Suche nach Mordverdächtigem aus Dresden

Hubschrauber kreisten über dem Gelände

Robert K. befand sich auf der Flucht, nachdem am Sonnabend seine Nachbarin mit Stichverletzungen tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden war. Am Montagvormittag hatte die Polizei nach Zeugenhinweisen das betreffende Waldstück ins Visier genommen und weiträumig abgesperrt. Zuvor hatten Anwohner an dem Areal ein weißes Fahrzeug gesehen und wurden darauf aufmerksam. Denn: Mit dem Verdächtigen war auch ein weißer Wagen mit Kamenzer Kennzeichen zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Einsatzkräfte bezogen daraufhin Stellung, Hubschrauber kreisten über dem Gelände, auch ein Räumfahrzeug war im Einsatz. Immer wieder kamen Schaulustige dazu. Im Verlauf der Aktion fielen mehrere Schüsse auf die Polizeifahrzeuge. Abgegeben wurden sie aus einem leerstehenden Garnisonsgebäude einer ehemaligen Kaserne in der Königsbrücker Heide, in der sich der Verdächtige aufhielt.

Bei einem ersten Versuch, den Verdächtigen zu stellen, hatte dieser erneut das Feuer eröffnet und einen Diensthund getroffen. Ein Beamter der GSG9 hatte zuvor eine Schussverletzung am Arm erlitten. Die Polizei stufte die Situation als extrem gefährlich ein. Auch Kollegen der Verhandlungsgruppe waren im Einsatz. Versuche, per Lautsprecherdurchsagen Kontakt mit dem Täter aufzunehmen, blieben allerdings ohne Erfolg. Oberstes Ziel der Beamten war es, den Tatverdächtigen so unversehrt wie möglich einem Strafverfahren zuführen zu können.

200 Polizisten suchten und fanden Robert K.

Am Nachmittag hatten Beamte des Spezialeinsatzkommandos das Erdgeschoss gesichert und versuchten, weiter in das unbewohnte Haus vorzudringen. Am Abend hatte sich Robert K. dann im Dachgeschoss des Gebäudes verschanzt. Mehrere Stunden hielt er sich in einem geschlossenen Raum auf, die Polizei war „nah“ am Verdächtigen dran, Reaktionen erhielten sie aber nicht mehr. Ein Sprecher sagte: „Er kommt nicht mehr weg.“

Insgesamt waren an dem Einsatz rund 200 Polizisten aus Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie der Bundespolizei beteiligt. Am Abend wurden Kräfte aus anderen Bundesländern zur Ablösung angefordert. Es war einer der größten Polizeiaktionen in Sachsen in den vergangenen Jahren.

Der Sportschütze Robert K., der eine Waffenbesitzkarte hat, soll am Sonnabendvormittag in Dresden-Kaditz die 75-Jährige erstochen haben. In Königsbrück wohnen die Eltern des 33-Jährigen, deren Haus bereits am Wochenende ergebnislos durchsucht worden war. Nach Angaben eines Polizeisprechers ist Robert K. ehemaliger Bundeswehr-Soldat, der an mehreren Auslandseinsätzen beteiligt war.

Mögliches Motiv: Rache für Demütigung

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte der Gesuchte einen Polizeieinsatz ausgelöst. Nachbarn hatten die Beamten alarmiert, weil der 33-Jährige im Alkoholrausch randaliert hatte. Der Mann war wegen aggressiven Verhaltens für eine Nacht in Gewahrsam genommen worden. Der Polizei zufolge waren in der Wohnung mehrere Waffen festgestellt und in Verwahrung genommen worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelte es sich dabei um fünf Gewehre und zwei Pistolen. Mutmaßlich mache Robert K. die Nachbarin für den von ihm als demütigend empfundenen Einsatz verantwortlich, so der Sprecher. Auch mit der Polizei wolle der Mann womöglich abrechnen.

Von DNN

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