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Lokales Große Pläne für maroden S-Bahn-Haltepunkt in Dresden-Plauen
Dresden Lokales Große Pläne für maroden S-Bahn-Haltepunkt in Dresden-Plauen
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07:38 06.12.2018
Der Haltepunkt in Dresden-Plauen soll in den nächsten Jahren erneuert werden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Bahnreisende müssen bisweilen gut zu Fuß sein. Das gilt vor allem für die, die in Dresden-Plauen in die S-Bahn einsteigen wollen. Die steile Treppe setzt durchaus die entsprechende Kondition voraus. Und auch sonst ist die Station im äußersten Dresdner Süden alles andere als zeitgemäß. An den Wänden im Treppenaufgang bröckelt der Putz, oben auf dem Bahnsteig verhindern derweil notdürftig aufgestellte Holzpfosten, dass den Wartenden dort buchstäblich das Dach über dem Kopf zusammenfällt. Die Station ist ebenso wie die maroden Bahnbrücken in der Umgebung schlichtweg ab­rissreif.

Tatsächlich sollen in den nächsten Mo­naten und Jahren im Dresdner Stadtteil Plauen die Abrissbagger anrücken. Denn die Bahn hat Großes vor, will den Ab­schnitt zwischen dem Bahnwerk Altstadt und der S-Bahn-Station bis Ende 2022 komplett erneuern – inklusive des her­un­tergekommenen Haltepunkts. Die alten Bahnbrücken über die Würzburger Straße, die Bienertstraße und an der Station in Plauen werden verschwinden und durch Neubauten ersetzt. Zugleich werden auf einer Strecke von etwa eineinhalb Kilometer neue Gleise verlegt und Teile der Stützwände saniert, kündigt die Bahn an.

So soll der neue Haltepunkt in Plauen künftig aussehen. Quelle: I

Und auch der inzwischen auch immerhin fast 100 Jahre alte Haltepunkt in Plauen wird zunächst weggerissen – um die Station anschließend komplett neu aufzubauen. Dabei wandern Gleise, Aufgang und Bahnsteige um etwa zehn Meter weiter in Richtung Löbtau, also nä­her ran an die Bienertmühle. Zugleich wird neben der neuen Treppe auch ein Aufzug errichtet, der allen voran für Menschen mit Rollstuhl oder mit Kinderwagen den Zugang zur S-Bahn erleichtern soll.

Aktuell steckt das ambitionierte Vorhaben allerdings noch im so genannten Planfeststellungsverfahren. Ein aufwendiger bürokratischer Prozess, bei der Be­hörden, aber auch betroffene Bürger, Stellungnahmen abgeben können. Erst wenn das Verfahren durch ist, können die zuständigen Ämter die Signale auf grün stellen. Weil die gesetzliche Spielregeln geändert worden, zieht sich das Verfahren ohnehin länger hin, als zunächst gedacht. Die Bahn geht davon aus, dass mit den Ar­beiten im Herbst 2020 begonnen werden kann.

Holzpfosten stützen notdürftig die baufällige Überdachung ab. Quelle: Dietrich Flechtner

Weil die Bahnbrücken in Altplauen in­zwischen jedoch derart verschlissen sind, besteht schon früher Handlungsbedarf. Deshalb fliegen die Querungen am Haltepunkt jetzt im Frühjahr raus, werden vor­aussichtlich im April oder Mai zu­nächst durch Behelfsbrücken er­setzt, bis die neuen Brücken folgen. Auf ein ähnliches Interim setzt die Bahn beispielsweise auch in der Albert­stadt, wo die alten Bahn­brücken über die Stauffenbergallee ebenso durch Hilfsbrücken er­setzt worden waren. Dort ist allerdings noch völlig offen, wann die Sa­nierung folgen wird.

Die Bahn will am Montag, 10. Dezember, ab 18 Uhr im Rathaus Plauen, Nöthnitzer Straße 2 (Ratssaal), über die Arbeiten im kommenden Frühjahr in­formieren und aktuelle Planungen zur Erneuerung der Bahnbrücke vorstellen. Ein Mitarbeiter der Bahn wird dazu auch die Fragen der Besucher beantworten.

Von Sebastian Kositz

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