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Lokales Grillsaison in Dresden: Müll abstellen ist illegal
Dresden Lokales Grillsaison in Dresden: Müll abstellen ist illegal
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15:10 28.08.2017
Es wird kräftig gegrillt und das hinterlässt seine Spuren.  Quelle: dpa
Dresden

 Vor allem an den Tagen, an denen sich der Sommer in der Landeshauptstadt blicken ließ, hingen Rauch- und Duftschwaden über den Elbwiesen. Es wird kräftig gegrillt und das hinterlässt seine Spuren. Wer morgens entlang der Elbe zur Arbeit fährt, muss an bestimmten Stellen dem ein oder anderen Müllsack ausweichen. Oft werden sie neben die vollen Papierkörbe gestellt, nachts suchen Stadtfüchse und andere tierische Bewohner nach schmackhaften Essensresten und morgens sind die Säcke zerpflückt und die Inhalte quer über den Radweg verteilt. Was wohl die Wenigsten wissen: auch wenn der Unrat noch so säuberlich in große Säcke gepackt wird und neben den Papierkorb gestellt wird, stellt das eine „illegale Abfallablagerung“ dar, informiert die Stadt Dresden. „Mit dem gleichen Aufwand, mit dem die Grillutensilien nebst Getränken und sonstigem Partyzubehör vor Ort gebracht werden, sollte anschließend auch die Beseitigung der Abfälle erfolgen“, heißt es weiter. Die regulären Mülleimer seien ausschließlich für „kleinere Unterwegsabfälle“ gedacht. Einweggrills, Grillroste, Altglas in Massen sowie sonstige sperrige Partyreste haben laut der Stadt dort nichts zu suchen.

Grillplätze

am Ostragehege unweit der Schlachthofstraße

am Elbufer an der Marienbrücke unterhalb der Pieschener Allee (Altstadtseite) und auf der anderen Elbseite unterhalb der Uferstraße (Neustadtseite)

am Neustädter Elbufer an der Albertbrücke unterhalb des Rosa-Luxemburg-Platzes, am Rosengarten und auf der anderen Elbseite unterhalb des Sachsenplatzes sowie am Käthe-Kollwitz-Ufer

am Neustädter Elbufer am Körnerweg unterhalb der Saloppe

in der Neustadt im Alaunplatz

in Strehlen in der Grünanlage am Rudolf-Bergander-Ring

Lagerfeuerstellen

Lagerfeuer müssen bei der Stadt angemeldet werden , das funktioniert online und kostet 10 Euro

in iPieschen unterhalb der Eisenberger Straße

in der Neustadt an der Fähre unterhalb der Draschenschänke und auf der anderen Elbseite am Elbufer Johannstadt

in Hosterwitz unterhalb der Laubegaster Straße

Insgesamt gibt es 170 Papierkörbe entlang des Elbufers. Im Bereich des Stadtzentrums werden diese teilweise sogar zweimal täglich geleert, vor allem zwischen Mai und September. Doch wieso werden an den viel genutzten Grillstellen keine großen Container hingestellt? Das hat laut Stadtsprecher Karl Schuricht einen ganz klaren Grund. “Grundsätzlich gilt im Überflutungsgebiet der Elbe, dass die Anzahl an Papierkörben auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt bleibt“, so Schuricht. Im Falle eines Hochwassers könnten Container zusätzliche Hindernisse für Schwemmgut darstellen. Deshalb entschied sich die Stadt für herkömmliche Müllbehälter, welche nur im Fließschatten von Sitzbänken aufgestellt werden.

Doch es gibt auch Ausnahmen. Insgesamt zwölf unterirdische Abfallsammelbehälter mit einem Fassungsvolumen von 800 Litern gibt es entlang des Elbradweges zwischen Marienbrücke und Diakonissenweg. Diese seien immer aufnahmebereit und werden aller zwei Wochen geleert, erklärt der Stadtsprecher.

Auch wenn es mit der Müllentsorgung nicht immer so recht klappt, komme die Stadt dem Bedürfnis nach öffentlichen Grill- und Lagerfeuerstellen gerne nach. Stadtsprecher Schuricht ist der Meinung, dass eine moderate Erhöhung öffentlicher Grillplätze eventuell das illegale Grillen eindämmen könne. So gebe es neue Grillplätze an der Columbusstraße und an der Nöthnitzer Straße, diese tauchen allerdings noch nicht in der Polizeiverordnung oder im Themenstadtplan auf. Außerdem seien laut Karl Schuricht weitere Plätze an der Sternstraße und am Südpark geplant. Insgesamt gibt es derzeit zehn öffentliche Bereiche zum Grillen, welche in der interaktiven Karte der Stadt Dresden vermerkt sind. Davon befinden sich sechs an den Elbwiesen (nahe Marienbrücke und Albertbrücke). Die zwei neu geschaffenen Stellen sind dort noch nicht vermerkt. Außerdem gibt es fünf öffentliche Lagerfeuerstellen, diese sind ausschließlich entlang der Elbe gelegen.

Der Stadtsprecher weist darauf hin, dass es nicht so einfach sei, einen Grillplatz für die Öffentlichkeit zu gestalten. „Bei der Einrichtung sind unter anderem Waldabstand, Eigentümerzustimmung, Brandgefahr, Belästigung von Nachbarn, Nutzungskonflikte, Sauberhaltung der Flächen und der Naturschutz zu beachten“, heißt es. Wer sich abseits zum „wilden Grillen“ trifft und vom Ordnungsamt erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld zwischen fünf und 55 Euro rechnen. In diesem Jahr gab es bis zum 31.7. insgesamt 387 Verstöße, davon 77 im Juli. Darüber, wie viel die Landeshauptstadt mit den Verstößen einnimmt, wird keine Statistik geführt, informiert Anke Hoffmann vom Geschäftsbereich Ordnung und Sicherheit.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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