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"Gratisklaviere" für Dresdner Musiknachwuchs

"Gratisklaviere" für Dresdner Musiknachwuchs

Die musikalische Sozialisation verläuft bekanntlich sehr verschieden. Während die einen schon früh mit einem Instrument vertraut (gemacht) werden, geht diese Erfahrung an anderen mitunter gänzlich vorbei.

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Volle Konzentration: Malte und Simon Röhlecke spielen normalerweise auf einem Keyboard. Die nächsten drei Monate gibt es jetzt ein Klavier zum Üben.

Quelle: C. Fritzsche

Grund dafür sind wohl vor allem die stetig steigenden Kosten für den Musikunterricht. Zwischen 70 und 80 Euro bezahlt man in Dresden monatlich für 45 Minuten Einzelunterricht in der Woche. Ein Preis, der für viele Eltern schlicht unbezahlbar ist.

Bert Kirsten, Inhaber des Dresdner Pianosalons an der Frauenkirche, und Rainer Maas, Geschäftsführer der Bauträgerfirma "Pegasus Courtyard Dresden GmbH", haben deshalb gemeinsam eine Aktion ins Leben gerufen, die Kindern den kostenlosen Zugang zur Musik ermöglicht. In vierteljährlichen Einheiten können sich Jungen und Mädchen von vier bis maximal 12 Jahren an einem vom Pianosalon gestellten Klavier erproben - den Einzelunterricht mit entsprechendem Lehrmaterial gibt es gratis dazu.

Schirmherr der Aktion, deren Dauer für ein Jahr angesetzt ist, also insgesamt vier Durchgänge beinhaltet, ist der Dresdner Konzertpianist Peter Rösel. Gestern wurde mit der Übergabe der Klaviere im Coselpalais an der Frauenkirche die vorerst letzte Runde der Initiative "Klaviere für Dresdner Kinder" eingeläutet. Während einige der 23 auserwählten Nachwuchspianisten wild auf die Tasten einhämmerten, klappte es bei anderen schon recht gut mit dem Klavierspielen. Unter ihnen war auch der 9-jährige Malte Röhlecke, der genauso wie sein Zwillingsbruder Simon seit drei Jahren Klavierunterricht bekommt. Auf die Frage, ob er nicht manchmal lieber draußen Fußball spielen würde, als Klavier zu üben, antwortet er ganz cool: "Klavier spielen ist viel besser als Fußball." Mutter Cora freut es. Weil die Kosten für den Klavierunterricht allerdings recht hoch sind, üben die beiden zu Hause auf einem Keyboard. Heute darf sich Malte zumindest für die nächsten drei Monate ein richtiges Klavier aussuchen, das ebenfalls kostenlos zu ihnen nach Hause geliefert wird. "Eine super Aktion", ist sich die ganze Familie einig.

Rund 1250 Bewerbungen gingen für die vier Teilnehmerrunden seit Beginn ein, davon wurden insgesamt 84 Kinder ausgewählt. "Die Resonanz ist bisher grandios. Fast wöchentlich kommen bei uns in der Firma selbstgemalte Bilder und Dankesbriefe an", freut sich Maas. Er hat selbst erst im Erwachsenenalter zum Klavier spielen gefunden und weiß daher, dass es gerade am Anfang wichtig ist, richtig angeleitet zu werden. Mittlerweile hat er dem Pianosalon schon zwei Flügel abgekauft. So kam auch die Kooperation zwischen ihm und dem Klavierbaumeister Kirsten zustande. Auf Grund der positiven Rückmeldungen denken die beiden schon über den nächsten Schwung "Gratisklaviere" für den Dresdner Pianonachwuchs nach. Inwiefern und vor allem wann dies realisiert wird, ist allerdings noch nicht klar. A. Nitzpan

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.06.2012

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