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Lokales „Graffiti kennt keine Grenzen“ - Dresden hat vier neue legale Flächen für Sprayer
Dresden Lokales „Graffiti kennt keine Grenzen“ - Dresden hat vier neue legale Flächen für Sprayer
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22:44 09.09.2015
In Dresden wurden jetzt vier neue Flächen vorgestellt, an denen sich Sprayer legal ausprobieren können. Quelle: Spike Dresden

Zu dieser Jugendkultur gehört auch die Graffitikunst, deren Anhänger sich meist in der Illegalität bewegen. Um das zu ändern, stellte Sittel gestern vier legale Flächen vor, die nach Herzenslust besprüht werden dürfen. Gekennzeichnet sind sie mit dem so genannten „Legal-Plain-Logo", das das Jugendhaus Spike Dresden entwickelt hat. Damit versehen ist das Spike selbst, außerdem die Flutrinnenbrücke Washingtonstraße, das Jugendhaus Game sowie das Kulturzentrum Scheune.

„Diese legalen Flächen sind wichtig, denn erst wenn die Werke in die öffentliche Wahrnehmung gelangen, beginnen die Sprayer darüber nachzudenken, wo sie sprühen", erzählt Christian Höhn. Der 29-Jährige plaudert aus dem Nähkästchen, denn bei ihm sei es ebenso gewesen. Seit 16 Jahren ist er mit der Spraydose unterwegs und als einer von drei Projektleitern zeigt er auch, was entstehen kann, wenn Sprüher ungehemmt ihrer Leidenschaft nachgehen können. Beim Projekt „urban colors gorbitz" gestaltete das Spike Dresden im vergangenen Jahr drei Fußgängertunnel in Gorbitz. Mehr als 2000 Quadratmeter ehemals tristen Betons verwandelten sich dank eines Farbkonzeptes in ein „harmonisches Wanddesign", wie Höhn sagt. Mehr als 100 Sprüher waren daran beteiligt, darunter, schätzt Christian Höhn, 20 bis 40 Prozent ausländische Sprayer, zum Beispiel aus Dresdens Partnerstadt Straßburg.

Graffiti kennt eben keine Grenzen, es ist multikulturell und generationenübergreifend ", sagt der Sprüher und verweist damit auch auf den Besuch, der gestern im Spike zur Dose griff. Vier Sprayer aus China machten sich daran, eine legale Wand zu gestalten. Der Austausch entstand durch das europäisch-chinesische „Urban Culture X Change", dessen Partner das Spike ist. Höhn wird mit den chinesischen Sprayern in den nächsten zwei Wochen durch Deutschland reisen, betätigte sich schon in der Nacht als Touristenführer in Dresden und nennt sich selbst „die fahrende Mutter Beimer".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.04.2012.

Christin Grödel

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