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Lokales „Goldner Löwe“ in Pillnitz ist aus Ruine auferstanden
Dresden Lokales „Goldner Löwe“ in Pillnitz ist aus Ruine auferstanden
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17:36 08.10.2018
Sven Pönitz, Geschäftsführer der Elbtal Immobilien GmbH. Im Hintergrund der sanierte „Goldne Löwe“. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Erst war noch ein Fleischer drin und nutzte einige Räume. Nach dem verheerenden Hochwasser 2002 zog aber auch er von dannen. Der einstige Gasthof „Goldner Löwe“ in Pillnitz – ohnehin schon damals in einem sehr schlechten baulichen Zustand – verfiel weiter. Doch jetzt ist das Kulturdenkmal an der Dampfschiffstraße/Ecke Lohmener Straße auferstanden aus Ruinen und hat sich zu einem Wohnhaus gemausert.

21 Wohnungen mit Balkon, Terrasse oder Loggia

Entstanden sind in dem Gebäudekomplex, der sogar über einen kleinen Innenhof verfügt, 21 sehr individuelle Wohnungen. „Sie sind zwischen 65 und rund 140 Quadratmeter groß, haben zwischen zwei und fünf Zimmer. Zudem verfügt jede Wohnung entweder über einen Balkon, eine Loggia oder eine Terrasse“, erzählt Sven Pönitz.

 Plan des Vorbesitzers scheiterte

Der gebürtige Döbelner ist Geschäftsführer der Elbtal Immobilien GmbH Dresden. Diese erwarb die Ruine des „Goldnen Löwen“ mit dem dazugehörigen 4000 Quadratmeter großen Grundstück 2014. Der Vorbesitzer, ein baden-württembergischer Unternehmer, wollte ursprünglich ein Pflegeheim aus dem einstigen Gasthof machen, erzählt Pönitz. Allerdings habe er weder das eine noch das andere Vorhaben umsetzen können.

Haus war ruinös

„Wir haben zwei Jahre für Projektierung, Fachplanung und Bauanträge gebraucht. Im Spätsommer 2016 konnten wir dann mit den Bauarbeiten starten“, erzählt Pönitz. Wie aufwändig die denkmalgerechte Sanierung und der Umbau des großen Gebäudes waren, kann man erahnen, wenn der Diplom-Betriebswirt für Immobilienwirtschaft den vorgefundenen baulichen Zustand des Gebäudes schildert: Der Dachstuhl war kaputt und hochgradig mit DDT – einem früher in einem Holzschutzmittel enthaltenen Insektizid – belastet. Zudem waren die Holzbalkendecken teilweise durchgebrochen, das Haus vom Schwamm befallen.

Drei Treppenhäuser erschließen die Wohnungen

Jetzt ist alles denkmalgerecht saniert, modernisiert, bestimmte Elemente wie Sandsteinpilaster wurden restauriert und ergänzt. Drei Treppenhäuser erschließen die Wohnungen. Zwei davon waren vorhanden, eines wurde zusätzlich eingebaut.

Herausgearbeitete Sandsteinelemente, kleine Galerien

Die meisten Wohnungen haben vier oder fünf Zimmer, denn „wir wollten das Gebäude nicht so zergliedern“, erklärt Sven Pönitz. Die künftigen Bewohner können sich über sehr individuelle Wohnungsgrundrisse, bodengleiche Duschen, Fußbodenheizung, Parkett freuen. Zudem wurden da und dort Sandsteinelemente herausgearbeitet, Deckenbögen erhalten. Im Dachgeschoss hat man in den Wohnungen – wo es sich anbot – noch eine kleine Galerie eingebaut. Die Wohnräume Richtung Lohmener Straße bekamen Schallschutzfenster.

Mehr Ruhe auf der Dampfschiffstraße

Pönitz verspricht sich auf dem Eckgrundstück mehr Ruhe, wenn demnächst der neue große Parkplatz und die neue Verbindungsstraße zwischen Lohmener und Söbrigener Straße eingeweiht werden. „Dann soll die Dampfschiffstraße nur noch Anliegerstraße sein.“

Aus der Ruine an der Lohmener Straße/Ecke Dampfschiffstraße ist wieder ein Schmuckstück geworden. DNN hat sich im und am sanierten Gebäude umgesehen – bevor die ersten Mieter einziehen.

Auf dem Grundstück des „Goldnen Löwen“ blieben mehrere alte Linden erhalten. Es entstanden insgesamt 29 Stellplätze und Gebäude mit Abstellräumen für jede Mietpartei. „Wir haben im Haus zwar zwei Tonnengewölbe, aber sie sind relativ feucht, ab und zu steht Grundwasser drin. Da ist eine Nutzung schwierig“, so der Geschäftsführer der Elbtal Immobilien GmbH.

Schon viele alte Häuser saniert

Gegründet hat der 42-jährige Sven Pönitz das Unternehmen nach eigener Aussage 2004/2005 gemeinsam mit dem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Eyk Nowak – einem gebürtigen Dresdner. „Wir haben aber auch schon davor in anderen Konstellationen Häuser saniert.“

Einen guten Namen machte sich die Elbtal Immobilien GmbH, die auch Hausverwaltung und Hausmeisterdienst anbietet, u.a. mit der Sanierung der Niederstraße 3 und 4 in Radeberg und der Karl-Liebknecht-Str. 58 in Dresden (am Festspielhaus Hellerau).

Jetzt ist Rittergut am Schloss Schönfeld an der Reihe

Aktuelle Projekte sind die Sanierung des einstigen Gasthofes „Zur Wartburg“ an der Bismarckstraße in Dresden-Niedersedlitz, in dem sieben Wohnungen entstehen sollen, und des alten Rittergutes am Schloss Schönfeld. „Wir haben dort mit vorbereitenden Arbeiten begonnen, wollen dieses Jahr noch den Bauantrag einreichen“, blickt Pönitz in die Zukunft.

Wohnungen im „Goldnen Löwen“ werden jetzt vermietet

Doch was passiert nun mit den neuen Wohnungen im „Goldnen Löwen“ in Pillnitz? „Alle sind an Kapitalanleger verkauft und werden jetzt vermietet“, so der Bauherr. „Die Miete liegt um die 8 oder 9 Euro pro Quadratmeter kalt, das kommt ein bisschen auf die Wohnung an“, weiß Pönitz, denn die Hausverwaltung wird bei den Elbtalimmobilien bleiben. Tatsächlich war in der 39. Kalenderwoche auf einem Immobilienportal im Internet eine Vier-Zimmer-Dachgeschosswohnung im „Goldnen Löwen“ im Angebot: 137 Quadratmeter für 1100 Euro.

Aus der Geschichte

Der „Goldne Löwe“ gilt als älteste Gastwirtschaft in Pillnitz. Er existierte schon im 16. Jahrhundert als Erbrichtergut mit Ausschank. 1608 wurde der Gasthof erstmals urkundlich erwähnt. Als Privilegierter Gasthof mit eigener Brauerei und Bäckerei war er gegenüber dem Rittergut Pillnitz abgabepflichtig. Nach mehreren Umbauten erhielt der Gebäudekomplex Ende des 19. Jahrhunderts seine heutige Kubatur. Quelle: www.dresdner-stadtteile.de

Von Catrin Steinbach

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