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Gold und Marmor - Noch mehr höfische Pracht im Dresdner Schloss

Restaurierung Gold und Marmor - Noch mehr höfische Pracht im Dresdner Schloss

Die einstige Pracht des Kleinen Ballsaals im Dresdner Residenzschloss ist trotz eines Gerüstes schon sichtbar. Bis Mitte 2018 soll auch der letzte Raum im Georgenbau in historischer Ausgestaltung erstrahlen, wie anderthalb Jahre später der „Lange Gang“ hinter dem berühmten Fürstenzug.

Restauratorin Ariane Bothe-Stadelmann arbeitet im Kleinen Ballsaal im Residenzschloss an der Vergoldung und der Dekorationsmalerei der Decke.

Quelle: Arno Burgi/dpa

Dresden. Marmor-Kamin, vergoldete Geländer, Kristall-Leuchter: Die einstige Pracht des Kleinen Ballsaals im Dresdner Residenzschloss ist trotz eines Gerüstes schon sichtbar. Bis Mitte 2018 soll auch der letzte Raum im Georgenbau in historischer Ausgestaltung erstrahlen, wie anderthalb Jahre später der „Lange Gang“ hinter dem berühmten Fürstenzug, sagte Finanzminister Georg Unland (CDU) am Dienstag bei einem Rundgang auf der Baustelle. Die Ausführung nach historischen Plänen und Fotos sei handwerklich und baukünstlerisch sehr anspruchsvoll.

In die Wiederherstellung der beiden Räume investiert der Freistaat insgesamt 16,6 Millionen Euro. Dabei fließen auch 2017 sechs Millionen Euro vom Bund. „Das Geld ist gut angelegt“, sagte Günter Winand, Ministerialdirigent der Kulturstaatsministerin. 2013 bis 2016 kamen 23 Millionen Euro aus Berlin für den Schloss-Wiederaufbau. „Und wir haben die stille Hoffnung, dass es so weitergeht.“

Der 1865 bis 1868 nach dem Entwurf eines Mitarbeiter des Architekten Gottfried Semper entstandene Kleine Ballsaal gilt als wichtiges Zeugnis des Historismus. Die Wände sind mit weißgrauem Marmor verkleidet, auch die umlaufende Galerie wurde rekonstruiert. Decke und Übergänge zieren musizierende Putten, Blumenkinder und Ornamente und sind durchzogen von Rosetten, Eichenlaub- oder Lorbeerranken, sämtlich vergoldet wie die Leuchteraufhängungen. Das Blattgold wurde sehr fein und dünn aufgetragen, insgesamt 800 Gramm.

Mit Hilfe einer künstlichen Lichtdecke soll auch das einst natürliche Oberlicht nachgebildet werden, sagte der Leiter der staatlichen Bauverwaltung in Dresden, Ulf Nickol. Der rund 120 Quadratmeter große Raum bekommt eine Fußbodenheizung unter vierfarbigem Parkett: Eiche, Ahorn, Mahagoni, Palisander. Er wird künftig für Sonderschauen genutzt, in den „Langen Gang“ zieht die Gewehrgalerie der Rüstkammer.

Die 100 Meter lange und 4,60 Meter breite einstige Verbindung vom Schloss zu den Stallungen entsteht in der Gestalt von 1733 wieder: mit Holzdielung, Butzenscheiben in den Fenstern und farbiger Renaissance-Holzdecke mit 84 Feldern. Darunter werden nach 2019 die Meisterwerke europäischer Büchsenkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts präsentiert.

Die 1945 zerstörte Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige aus dem 16. Jahrhundert wird seit 1985 wiederauf- und zum Museumszentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ausgebaut. Bisher wurden rund 316 Millionen Euro in Sachsens größte Kulturbaustelle investiert. 2017 kommen 13,6 Millionen Euro, 2018 etwa 17 bis 18 Millionen Euro hinzu. Nach bisherigen Schätzungen werden sich die Kosten am Ende auf 380 Millionen Euro summieren. Zum Fertigstellungstermin hält sich der Finanzminister bedeckt. „Qualität geht vor Zeit.“

dpa

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