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Lokales Gewalttätiger Mann attackiert im Suff die eigenen Kinder
Dresden Lokales Gewalttätiger Mann attackiert im Suff die eigenen Kinder
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11:50 09.11.2018
Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt (Symbolbild). Quelle: dpa-Zentralbild
Dresden

„Das Schlimmste an dem Fall ist, was sie ihren Söhnen zumuten. Für ihre Probleme können die Kinder nichts.“ Richter Markus Vogel versuchte dem Angeklagten deutlich zu machen, was er da eigentlich getan hatte, nur hörte der ihm nur bedingt zu. Sven S., der in U-Haft sitzt, hatte nur Augen für seine Ex-Lebensgefährtin, die nach ihrer Aussage, trotz gegenteiliger Ratschläge, im Saal geblieben war. Über 20 Jahre führte das Paar eine Achterbahnbeziehung, mit Streit, diversen Trennungen, und Gewaltausbrüchen des Angeklagten, der ein Alkohol- und Drogenproblem hat und zugedröhnt gern mal kräftig hinlangte.

Bis zum 9. Mai war immer die Mutter das Opfer, die Kinder mussten allerdings zusehen, was der Vater ihr antat. An diesem Tag traf es erstmals auch die Söhne. Der 46-Jährige hatte getrunken und Drogen genommen. Im Rausch beleidigte und würgte er die Frau. Um die Mutter zu schützen, griffen die Kinder ein. Der Siebenjährige trat seinem Vater gegen das Schienbein, worauf der ihn gegen eine Hauswand schleuderte. Der Junge knallte mit dem Kopf gegen die Steine. Als der neunjährige Bruder loslief, um Hilfe zu holen, rannte Sven S. hinterher und warf ihn auf die Straße.

Die Mutter erwirkte eine einstweilige Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz, wonach sich der Angeklagte ihr und den Kindern nicht nähern und keinen Kontakt aufnehmen durfte. Die 42-Jährige hatte mehrere solcher Anordnungen erwirkt, aber selbst immer wieder dagegen verstoßen. Sie und Sven S. können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Sie rief ihn an, traf sich mit ihm, überließ ihm die Kinder und ließ ihn in ihrer Wohnung übernachten. Das ging eine Zeit gut, bis er sie wieder attackierte, sie Anzeige erstattete und er verurteilt wurde oder ins Gefängnis musste. Unter dem „Komm her – bleib weg“-Spiel litten vor allem die Kinder .

Die Jungen, durch die Gewaltausbrüche ihres Vaters traumatisiert, haben Angstattacken und sind beide in psychologischer Behandlung. Der Große lebt bei seiner Oma, der Kleine inzwischen in einer Pflegefamilie. Denn nicht nur der Vater, sondern offenbar auch die Mutter ist mit der Erziehung total überfordert.

Sven S. wurde zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt. Dazu kommen noch 17 Monate aus früheren Bewährungsurteilen (Gewalt gegenüber der Partnerin).

Den 46-Jährigen schien das Urteil wenig zu interessieren. Er hofft nach seiner tränenreichen Entschuldigung auf ein weiteres gemeinsames Leben nach der Haft. Besser wäre es wohl, wenn er nach Grönland und sie nach Australien zöge und beide nie Geld für ein Flugticket hätten.

Von Monika Löffler

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