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Lokales Getrübter Spielspaß in Cotta – Wie ein Vater für mehr Spielgeräte kämpft
Dresden Lokales Getrübter Spielspaß in Cotta – Wie ein Vater für mehr Spielgeräte kämpft
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11:09 13.07.2018
Andreas Engel und seine vierjährige Tochter Tochter Nele schwingen auf dem Spielplatz am Hebbelplatz gemeinsam auf der großen Vogelnestschaukel durch die Lüfte. Die beiden wünschen sich für die Zukunft allerdings noch mehr Abwechslung. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Sommer, Sonne, Spielplatzzeit – gerade jetzt zieht es Andreas Engel und seine kleine Tochter Nele so oft wie möglich nach draußen. Einen Spielplatz haben die beiden sogar direkt vor der Haustür, in einem kleinen Park zwischen Hebbelplatz und Hebbelbad. Doch so richtig große Spiellaune will da nicht aufkommen. Denn auf der An­lage in Cotta fehlen aus Sicht von Andreas En­gel für kleine Kinder geeignete Spielgeräte. „Es gibt bei uns im Viertel im­mer mehr Familien mit kleinen Kindern – aber auf dem Spielplatz für sie nicht gescheite Spielgeräte“, sagt der 39-Jährige.

2006 gestalteten Jugendliche und Kinder den Spielplatz

Um das zu ändern, hat sich Andreas En­gel bereits mehrfach an die Stadtverwaltung gewandt. Doch dort blitzte der junge Familienvater ab. Aktuell sehen die Mitarbeiter im für die kommunalen Spielplätze zuständigen Amt für Stadtgrün und Ab­fallwirtschaft keinen Grund für eine Um­gestaltung des Geländes. In den nächsten Jahren, so hätten die Vertreter der Verwaltung erklärt, seien am Spielplatz nahe des Hebbelplatzes keine größeren Investitionen geplant, schildert Andreas Engel.

Tatsächlich ist es gar nicht so lange her, als die Stadt die Anlage hatte komplett neu herrichten lassen. Der Spielplatz war 1995 eröffnet worden, die damals auf­gestellten Gerätschaften – ei­ne Seilbahn, ein Spielhaus und ein Karussell – je­doch immer wieder starken Vandalismus ausgesetzt. Nachdem es von allen Seiten Beschwerden gehagelt hatte, entschloss sich die Verwaltung 2006 zum Handeln. Ge­meinsam mit Kindern und Ju­­gendlichen aus dem Viertel wurde die An­lage nach deren Wünschen umgeplant.

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Die Kinder und Jugendlichen wünschten sich seinerzeit vor allem auf sie abgestimmte Angebote. „Einige der Nutzer hielten sich außerhalb der Schulzeit jeden Tag bei jedem Wetter auf dem Platz auf, be­zeichneten ihn sogar als Zuhause“, heißt es aus dem Amt für Stadtgrün. Also ließ die Stadt unter anderem einen Pavillon und eine Tischtennisplatte montieren, eine große Vogelnestschaukel, Hängematten, ein Trampolin und Schwingpferde – aber auch ein Spielhaus und die Seilbahn wurden wieder aufgestellt.

Überall in Dresden steigt die Zahl der Kleinkinder

Inzwischen hat sich in Cotta aber viel getan. Neue Wohnungen sind entstanden, viele junge Familien in den Kiez um den Hebbelplatz gezogen. Lebten 2005 noch 254 Kinder im Alter bis zwei Jahre im Um­feld des Spielplatzes, waren es vergangenes Jahr bereits 344. Auch die Zahl der Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren stieg im gleichen Zeitraum nach An­gaben der Verwaltung von 182 auf 274.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, ließ die Verwaltung deshalb vor zwei Jahren einen Sandkasten und eine Gerätschaft zum Drehen aufstellen. Aber auch zuvor, so argumentieren die Verantwortlichen, seien die Kleinsten nie außen vor ge­wesen. Denn das Spielhaus, das Trampolin, die Schwingpferde oder die Vogelnestschaukel könnten schließlich auch von kleinen Kindern genutzt werden. Eine Umgestaltung des Platzes, dass lässt das Amt auch auf Anfrage der DNN wissen, ist daher jedenfalls nicht geplant.

Die Verwaltung verweist auf die Spielplätze im Leutewitzer Park als Alternative. Der ist einen Kilometer entfernt. Doch das, so sagt Andreas Engel, sei zu weit, um da regelmäßig mit der kleinen Tochter hinzulaufen. Andere Angebote, dass räumt das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft ein, würden fehlen. Zugleich verweist die Behörde aber auch darauf, dass gerade bei den Spielangeboten für Kleinkinder in erster Linie die Wohnungseigentümer in der Pflicht seien, entsprechende Angebote zu schaffen.

Die Tatsache, dass es immer mehr kleine Kinder gibt, sei aber keine Besonderheit in Cotta. Nahezu überall in Dresden sei die Zahl der Kleinkinder angestiegen. Zwar werde bei jeder Umgestaltung eines Spielplatzes stets die demografische Situation im Umfeld mit betrachtet – sie ist je­doch nicht der vordergründige Anlass für eine Umgestaltung, schreibt die Stadtverwaltung. Und: „In erster Linie gehe es da­rum, die Spielplätze in benutzbarem und­ verkehrssicheren Zustand zu halten.“

Die Kosten für Geräte und Instandhaltung sind stark gestiegen

Prioritäten, die durch das Spielplatzentwicklungskonzept vorgegeben sind. Plätze, auf denen Geräte zurückgebaut werden müssen, Einfassungen und Un­tergründe, die nicht mehr der Norm entsprechen, stehen im Investitionsplan an oberster Stelle. Zudem bleibe der Neubau von Spielplätzen, um die noch im­mer großen Lücken beim Bedarf zu schließen, ein weiteres wichtiges Anliegen.

Mit Blick auf das jährliche Budgets ist das al­lerdings ein sehr ehrgeiziges Ziel. Fast 600.000 Euro hat das Amt dieses Jahr zur Verfügung – ohne mögliche Fördermittel, Spenden oder Gelder, die die einzelnen Ortschaften aus ihren Etats zubuttern. Im­merhin: die Summe ist inzwischen viermal höher als noch 2011. Die Kosten für Spielgeräte, vor allem aber für den Garten- und Landschaftsbau seinen in­zwischen aber auch stark gestiegen. Und die Ausgaben sind meist nicht ohne. Die Neuausstattung des Spielplatzes am Stresemannplatz im vergangenen Jahr kostete beispielsweise 70.000 Euro.

Dass die finanziellen Spielräume be­grenzt sind, das ist Andreas Engel durchaus bewusst. Er drängt aber auch nicht auf eine komplette Neugestaltung des Ge­ländes am Hebbelplatz. „Ich wünsche mir einfach ein paar zusätzliche Spielgeräte“, sagt der 39-Jährige. Er schlägt jetzt eine gemeinsame Begehung des Areals mit El­tern und Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtrats vor. Gerade letztere sieht er in der Pflicht: Sie können dafür sorgen, dass im nächsten Haushalt dem Amt für Stadtgrün noch mehr Geld zur Verfügung gestellt wird, um den tatsächlichen Bedarf besser nachkommen zu können.

Von Sebastian Kositz

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