Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Getöteter Asylbewerber Khaled in Berlin bestattet - Mutmaßlicher Mörder teilte sich mit Khaled ein Zimmer
Dresden Lokales Getöteter Asylbewerber Khaled in Berlin bestattet - Mutmaßlicher Mörder teilte sich mit Khaled ein Zimmer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:18 09.09.2015
Imam Mohammed Antabli betet am Sonnabend bei der Beerdigung von Khaled Idris Bahray auf einem Friedhof in Berlin zusammen mit Trauernden. Quelle: dpa
Anzeige

Der 20-Jährige hatte in Dresden gewohnt. Imam Mohammed Antabli betete am Sarg des Getöteten.

Aus unserem Archiv:

Khaled war am 12. Januar im Hof eines Plattenbauviertels im Dresdner Stadtteil Leubnitz-Neuostra mit Messerstichen getötet worden. Vor wenigen Tagen wurde ein Verdächtiger festgenommen: Hassan S. heißt der 26 Jahre alte Eritreer, der sein Opfer mit mehreren Stichen in den Hals tödlich verletzte.  Er ist geständig.

Hassan S. war ein Mitbewohner von Khaled. Beide schliefen sogar gemeinsam in einem Raum. Genau das scheint der Auslöser für den tödlich geendeten Konflikt zwischen beiden gewesen zu sein. Es habe Streitigkeiten über die Haushaltsführung gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Presseberichte, wonach es sich eigentlich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt habe, wies die Staatsanwaltschaft zurück. „Das ist genauso wenig der Fall wie die Behauptung, im Blut von Khaled S. hätten sich bei der Obduktion Drogen gefunden“, sagt Jan Hille, Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft.

Das Perfide an dem neuen Sachverhalt: Tagelang solidarisierten sich Deutsche wie Asylbewerber mit dem Schicksal von Khaled. Die Presse führte zahlreiche Interviews mit den Mitbewohnern. Hassan S. war immer mit dabei und hielt sich auch nicht zurück. Teilweise scheint er sogar als Wortführer aufgetreten zu sein. „Wir haben solche Angst“, sagte er gegenüber einer Reporterin der Tagesschau. „Ob wir nun hier wohnen oder ein paar Straßen weiter – das macht keinen Unterschied. Dresden ist Dresden. Wir wollen hier alle einfach nur weg, egal wohin, Hauptsache weg aus dieser Stadt“, zitiert ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf ihrer Online-Präsenz.

Letzterer Satz taucht sogar leicht abgeändert in einem offenen Brief auf, den die Mitbewohner von Khaled erst am Mittwoch an Polizei und Behörden verschickten. Jugendliche im AZ Conni hatten beim Verfassen geholfen – ohne zu ahnen, dass sich der Täter wohl unter den Verfassern befand.

Die übrigen Mitbewohner von Khaled stehen nicht unter Verdacht. Die Ermittler gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiterhin von einem Einzeltäter aus. Wie das Sozialamt mitteilt, seien die vier übrigen Mitbewohner nach ihrer Befragung durch die Polizei am Donnerstag in eine andere dezentrale Unterbringungsmöglichkeit im Stadtgebiet gebracht worden.

dpa/hh

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum freiwilligen Winterschlussverkauf wollen viele Läden in Sachsen von Montag an mit Rabatten locken. Nach dem bislang milden Winter hoffen die Händler, dass die Kunden vor allem bei warmer Kleidung ordentlich zugreifen.

09.09.2015

Das Dresdner Pegida-Bündnis verlegt seine Kundgebung. Statt wie gewohnt am Montagabend, weicht Pegida auf Sonntagnachmittag aus. Ein breites Bündnis will sich der Veranstaltung aber entgegenstellen.

09.09.2015

Leichter Schneefall hat Dresden am Freitag einen Hauch von Winterstimmung beschert. Seit dem Vormittag fallen Flocken, die auch in der Innenstadt an einzelnen Stellen liegenbleiben.

09.09.2015
Anzeige