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Lokales Geteiltes Echo auf Pläne für Tempolimit auf der Autobahn 4 bei Dresden
Dresden Lokales Geteiltes Echo auf Pläne für Tempolimit auf der Autobahn 4 bei Dresden
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12:58 11.03.2018
Immer wieder kommt es auf der A4 in Dresden zu schweren Unfällen. Quelle: Roland Halkasch
Dresden

Die Pläne des sächsischen Verkehrsministeriums für Tempo 100 auf der Autobahn 4 in Dresden haben ein breites Echo ausgelöst. Die FDP äußerte sich kritisch, die Grünen lobten das Vorhaben. „Tempo 100 bringt mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer“, erklärte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch zu seinem Vorhaben.

Der rund 15 Kilometer lange Abschnitt zwischen den Autobahndreiecken Dresden-Nord und Dresden-West weist nach den Angaben des Ministeriums mit mehr als 100 000 Fahrzeugen am Tag das höchste Verkehrsaufkommen auf den sächsischen Autobahnen auf (DNN berichteten).

Hoher Lkw-Anteil

„Die sehr dichte Anschlussstellenfolge in diesem Abschnitt, die topografischen Bedingungen und die hohe Verkehrsbelastung – insbesondere durch den ständig steigenden Lkw- und Bus-Anteil – bewirken einen zunehmend ungleichmäßigen Verkehrsfluss zwischen den einzelnen Fahrstreifen“, erläuterte Dulig.

Ein Anstieg der Unfallzahlen ist hier über die Jahre in beiden Fahrtrichtungen zu verzeichnen, wobei schon geringste Störungen des Verkehrsflusses zu Staus und Folgeunfällen führen. Dies hat unmittelbare negative Folgen für das nachgeordnete Straßennetz im Großraum Dresden.

Erhöhte Stauneigung

Darüber hinaus führt das hohe Fahrzeugaufkommen zu einer erhöhten Stauneigung, was sich insbesondere an der Anschlussstelle Dresden-Neustadt in beiden Fahrtrichtungen regelmäßig mit Rückstaus bis auf die A4 auswirke.

Daher soll bereits im März ein Verkehrsversuch mit Tempo 100 zwischen den beiden Autobahndreiecken starten, der zunächst bis 31. Dezember 2020 befristet ist.

Dulig will Personenschäden verringern

„Die versuchsweise Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf maximal 100 km/h erfolgt ausschließlich, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen“, betonte Dulig. Die Maßnahme ziele darauf ab, den Verkehrsfluss gleichmäßiger zu gestalten, Überholvorgänge zu reduzieren, somit die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden zu verringern und auf eine positive Entwicklung der Unfallkostenraten hinzuwirken.

Für FDP-Landeschef Holger Zastrow kommen die Pläne dagegen „einer Kapitulation vor den verkehrspolitischen Herausforderungen dieser wichtigen Ost-West-Verbindung gleich“. Zudem sei ein permanentes Tempo 100 eine Absage an moderne Verkehrsleitsysteme und ein technologischer Rückschritt.

FDP: Dulig macht Sachsen zur „Langsamfahrstrecke“

Bereits jetzt sei es möglich, entsprechend dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen punktuell und temporär mit Geschwindigkeitsbeschränkungen zu reagieren. Nicht zu jeder Zeit müsse der besagte Autobahnabschnitt auf Tempo 100 gesetzt werden. Statt sich für den Ausbau der A 4 einzusetzen, würde Dulig Schritt für Schritt Sachsen „zur Langsamfahrstrecke“ machen.

Das Verkehrsministerium hatte allerdings bereits vor Wochen angekündigt, sich erneut unter anderem für den achtstreifigen Ausbau zwischen Nossen und Dresden einzusetzen und als Vorstufe die Nutzung der Randstreifen durch moderne Verkehrsleitsysteme anzustreben.

Grüne erwarten mehr Verkehrssicherheit

Die sächsischen Grünen lobten die Tempo-Reduzierung dagegen ausdrücklich: „Tempo 100 auf den stadtnahen Abschnitten der A4 in Dresden war längst überfällig“, begrüßt Katja Meier, die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, Duligs Ankündigung. Sie stelle einen „Gewinn für die Verkehrssicherheit dar“.

Das Tempolimit sorge für weniger Staus. Angesichts der Zunahme des Güterverkehrs auf der A 4 sollten weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen für einen besseren Verkehrsfluss überdacht werden.

Umweltbürgermeisterin begrüßt Entscheidung

Auch Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) freut sich über die Pläne. Die Stadt hatte seit Jahren vergeblich versucht, beim Land eine Tempobegrenzung auf 100 Kilometer pro Stunde zu erreichen, weil sie sich davon positive Effekte für die Luftreinhaltung in der Stadt verspricht. „Die Umweltverwaltung wird die Wirkung der Maßnahme auswerten“, kündigte Jähnigen an.

Von Ingolf Pleil

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