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Lokales Gerichtsstreit um ein Rindvieh
Dresden Lokales Gerichtsstreit um ein Rindvieh
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17:59 27.01.2017
Quelle: dpa
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Dresden

Kostan N. war völlig verzweifelt. „Katastrophe“, sagte er immer wieder. 500 Euro muss der 32-Jährige wegen eines Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz zahlen. Konkret ging es um eine Kuh, die er gekauft, dies aber nicht angezeigt hatte. Haltung, Kauf und Verkauf müssen dem Veterinäramt gemeldet werden, damit die Tiere nicht in undurchsichtigen Kanälen gehandelt und im Seuchenfall entsprechende Maßnahmen getroffen werden können. Eigentlich eine sinnvolle Regelung, nur ist sie nicht allen bekannt - Kostand N. nicht und auch einigen Zuschauern im Saal nicht.

Richter Thomas Hassel hatte zu tun, die Kuh vom Eis zu bekommen und dem 32-Jährigen die Sachlage zu erklären. Der war zudem zu dem Rindvieh gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Polnische Freunde von ihm hatten bei eBay das Angebot eines Züchters entdeckt, der Kühe anbot. Da die Polen die deutsche Sprache nicht beherrschten, baten sie ihn, ihnen beim Kauf zu helfen. Man fuhr zu dem Rinderzüchter, schloss einen Vertrag, die Polen bezahlten die Kuh und verschwanden damit. Allerdings war bei den Sprachschwierigkeiten der Name von Kostan N. als stolzer Besitzer des Rindes in den Vertrag geraten. Der Züchter meldete den Verkauf der Kuh ordnungsgemäß dem Veterinäramt. Dort war Kostan N. allerdings als Nutztierhalter nicht bekannt, so kam es zum Ordnungsgeld.

Der 32-Jährige verstand die Welt nicht mehr. In seiner Heimat interessiere der Kauf einer Kuh keinen, sagte der gebürtige Armenier.„Ich betreibe keinen Handel und habe die Kuh auch nicht gegessen. Ich habe nur Freunden helfen wollen.“ Das glaubte ihm das Gericht auch, aber Gesetz ist nun mal Gesetz. In seinem Fall war das Ordnungsgeld mit 500 Euro auch sehr niedrig angesetzt worden. Bei schweren Vergehen sind Geldbußen bis zu 30 000 Euro drin.

Von Monika Löffler

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