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Gericht entscheidet im zweiten Khaled-Prozess auf Notwehr

Notwehr statt Totschlag Gericht entscheidet im zweiten Khaled-Prozess auf Notwehr

Im zweiten Prozess um den Tod des eritreischen Asylbewerbers Khaled ist das Landgericht Dresden zu einem völlig neuen Ergebnis gekommen. Es verurteilte den 28 Jahre alten Landsmann des Opfers am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

Im zweiten Prozess um den Tod des eritreischen Asylbewerbers Khaled ist das Landgericht Dresden zu einem völlig neuen Ergebnis gekommen

Quelle: dpa

Dresden. Im zweiten Prozess um den Tod des eritreischen Asylbewerbers Khaled ist der 28-Jahre alte Angeklagte nur noch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Das Landgericht Dresden verhängte am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten gegen den Landsmann des Opfers.

Der 28 Jahre alte Asylbewerber war im ersten Prozess Ende 2015 noch wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der zweite Prozess wurde notwendig, weil der Bundesgerichtshof der Auffassung war, das Gericht habe die vom Angeklagten geltend gemachte Notwehrlage nicht ausreichend geprüft. Schon vor einem Jahr war der 28-Jährige aus der Untersuchungshaft freigekommen.

Die Richter zeigten sich nun überzeugt, dass er im Januar 2015 von Khaled angegriffen wurde und sich in einer lebensbedrohlichen Situation befand. Demnach schlug ihn das spätere Opfer im Streit um die Waschmaschine der gemeinsamen Unterkunft im Hinterhof des Dresdner Plattenbaus nieder und nahm ihn in den Schwitzkasten.

Aus dieser Atemnot verusachenden Umklammerung habe der Angeklagte sich erst befreien können, als er ein Messer im Hosenbund des 20-Jährigen zu fassen bekam und damit drei Mal auf Khaled eingestochen habe. Zwei dieser Stiche seien bereits tödlich, aber durch Notwehr gedeckt gewesen. Da der Angeklagte anschließend noch zwei weitere Male auf den noch Lebenden eingestochen habe, wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft ging hingegen nach wie vor von Totschlag aus und forderte wiederum fünf Jahre Haft. Sie kündigte erneut Revision an. Die Verteidiger plädierten wie schon im ersten Prozess auf Freispruch.

Der zunächst rätselhafte Tod des Asylbewerbers im Januar 2015 hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Vor dem Hintergrund der aufkommenden Pegida-Bewegung in Dresden demonstrierten vor allem afrikanische Flüchtlinge mehrfach gegen einen zunehmenden Fremdenhass.

dpa

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