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Geprüft und für zu morsch befunden: Stadt fällt 29 Bäume im Alaunpark

Baumpflege in Dresden Geprüft und für zu morsch befunden: Stadt fällt 29 Bäume im Alaunpark

Die Stadt fällt am Donnerstag insgesamt 29 Bäume im Dresdner Alaunpark. Ob und wann ein Baum gefällt wird, entscheidet das Amt für Stadtgrün nach umfangreichen Untersuchungen am Gehölz.

Die drei Spitzahorn-Bäume an der Tannenstraße werden im Laufe des Donnerstags gefällt. Im Frühjahr werden an ihrer Stelle Linden gepflanzt.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Unter der dicken Borke ist der Baum ziemlich hohl“, erklärt Jörg Lange, Abteilungsleiter im Stadtgrün-Amt. Den Spitzahorn, den er damit meint, steht schon seit 80 Jahren an der Tannenstraße und ist einer von insgesamt 29 Bäumen, die ab heute im Alaunpark gefällt werden – überwiegend Robinien, Pappeln und Spitzahorn. Denn: Einige Bäume sind in die Jahre gekommen, Äste könnten abbrechen und somit Fußgänger oder den Verkehr gefährden. Die Stadt muss dafür sorgen, dass von den Bäumen keine Gefahr ausgeht.

„Wir haben im Alaunpark einen dichten Baumbestand. Wenn wir hier 29 Bäume fällen, dann ist das nicht weiter schlimm“, erklärt Lange. „Die Entscheidung, einen Baum zu fällen, ist dennoch nicht so leicht.“ In einem mehrstufigen Verfahren durch den Regiebetrieb wird entschieden, ob herabstürzende tote Äste den Verkehr oder Fußgänger gefährden. Dabei geht es nicht darum, wie alt der Baum ist – für Bäume gibt es keine vorgegebene Standzeit. Erst wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist, muss der Baum weg.

Bei Sichtprüfungen, die geschulte Baumkontrolleure vom Boden aus durchführen können, werden Schwachstellen wie Risse, Höhlungen oder Pilze an Krone, Stamm und Wurzel erkannt. Sollte sich bei der Bodenkontrolle Verdacht auf verdeckte Schäden ergeben wie etwa Aushöhlungen oder Fäule, dann müsste der Schadensumfang durch weitergehende Untersuchungen mit professionellen Diagnosegeräten geklärt werden. Im Extremfall könnte mittels Ultraschall die Stabilität des Holzes geprüft werden. Eine andere Möglichkeit wäre, eine enorme Sturmeinwirkung auf die Baumkrone zu simulieren. „Das ist allerdings sehr teuer und wird nur im Notfall eingesetzt, wenn es sich um besonders wertvolle Exemplare handelt“, erklärt Lange. Im Frühjahr will die Stadt im gesamten Parkgelände insgesamt 27 neue Bäume nachpflanzen. „Einige Jungbäume haben nun mehr Platz und können sich künftig optimal entwickeln“, so Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne). „So können Baumgruppen entstehen, die den Parkbesuchern Schatten spenden und natürlich auch einen ökologischen Nutzen haben.“ An der Tannenstraße werden heute gleich drei Spitzahorn-Bäume gefällt. An dieser Stelle werden im Frühjahr Linden gepflanzt.

Die Landeshauptstadt beherbergt ein breites Artenspektrum: Etwa 127 verschieden Arten trifft man an Dresdner Straßen an. Neben den typischen Straßenbaumarten wie Linde, Ahorn und Kastanie stehen hier auch seltenere Arten wie Ginkgo, Magnolie oder der Lederhülsenbaum. Insgesamt gibt es in Dresden rund 53 000 Straßenbäume, in den Parks sind es etwa 20 000. Den Baumbestand an Straßen schätzt die Stadt als gesund ein. So weisen knapp 60 Prozent der Straßenbäume keine erkennbaren Schäden auf. Weitere 37 Prozent sind leicht beschädigt, während nur drei Prozent starke Schäden haben oder abgestorben sind.

Für die Pflege der Bäume an öffentlichen Straßen, Parks und auf Spielplätzen standen dem städtischen Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft im vergangenen Jahr rund 691 000 Euro zur Verfügung.

www.dresden.de/baum

Von Juliane Weigt

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