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Lokales Gepardenbrüder erkunden Außengelände im Dresdner Zoo
Dresden Lokales Gepardenbrüder erkunden Außengelände im Dresdner Zoo
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16:07 28.08.2018
Die Gepardenbrüder Sjef und Job kuscheln nun auch in der Außenanlage. Quelle: Tino Plunert
Dresden

Seit ein paar Wochen gibt es wieder Geparden im Dresdner Zoo. Das zweijährige Brüderpaar Job und Sjef war am 9. August eingezogen und hat sich zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit an sein neues Zuhause gewöhnt. Seit dem Wochenende erkunden die beiden Raubkatzen nun mit wachsender Begeisterung auch die Außenanlage.

Bereits seit Freitag dürfen Job und Sjef nun auch das Gepardenhaus verlassen, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen und die Begrenzung kennenzulernen. Stundenweise wurde die Aufenthaltsdauer im Freien gesteigert, den Sonntag verbrachten die beiden Kater bereits fast ausschließlich an der frischen Luft. Dort gibt es für die vielseitig interessierten und aufgeschlossenen Tiere immer etwas Neues zu entdecken. „Besonders angesagt sind gerade die Ziegen von nebenan“, lacht Revierleiter Mike Wolf. Diese haben aber dennoch nichts zu meckern, denn auch wenn sie perfekt ins Beuteschema der Gepardenbrüder passen: sie grasen in sicherer Entfernung.

Zudem mangelt es nicht an Konkurrenz. Auch Autos und vorbeifahrende Straßenbahnen haben es Job und Sjef angetan und die wachsende Fangemeinde der Brüder verlangt ebenfalls nach Aufmerksamkeit. Für die Kater ist all das neu: „Der Zoo in Arnheim liegt mitten im Wald, da ist es deutlich ruhiger und vergleichsweise wenig los. Der ganze Trubel hier ist da natürlich irre spannend, gerade für so junge Tiere“, erklärt Wolf, der in den ersten Wochen Hauptbezugsperson der Geparden war. Gefüttert wird teils mit der Hand, teils zur freien Verfügung. „Das macht es einfacher, wenn wir irgendwann mal Medikamente geben müssen“.

Revierleiter Mike Wolf vor der Außenanlage des neuen Gepardenhauses Quelle: Kaddi Cutz

Auf dem Speiseplan steht eine abwechslungsreiche Kost aus Kaninchen, Meerschwein, Rind und Taube. Insgesamt zwei Kilo Fleisch vertilgt jeder Bruder pro Tag. Und das fordern sie inzwischen auch ein, wenn Pfleger Wolf in ihr Visier gerät. Der aber lässt sie gnadenlos auflaufen – Teil des Erziehungskonzepts für die Jungtiere: „Wir arbeiten mit positiver Konditionierung. Wenn sie mir drohen – das ist dann so eine Art Brummen - ist das kein erwünschtes Verhalten und das kann ich dann natürlich nicht mit Futter belohnen“, lacht der Tierpfleger. Das Austesten von Grenzen sei indes, wie auch bei kleinen Kindern, in diesem Alter ganz normal.

Neben den offensichtlichen äußerlichen Unterschieden – Job hat eine helle Schwanzspitze, sein Bruder Sjef eine schwarze Quaste, unterscheiden sich die Geschwister auch im Wesen. Job ist weniger unsicher als sein Bruder und damit deutlich entspannter. Wie auch bei uns Menschen resultiert bei Geparden aufmüpfiges Verhalten häufig aus Unsicherheiten. Spannend wird es, wenn Wolfs Kollegin in den nächsten Tagen den Part der ständigen Bezugsperson übernimmt. Insgesamt arbeiten vier Tierpfleger in dem Revier, die sich am Ende der Gewöhnungszeit mit den Geparden abwechseln. Bis dahin müssen die Brüder jedoch erst einmal Stimme, Geruch und Bewegungsmuster aller Kollegen ausgiebig kennen- und akzeptieren lernen.

Pfleger Wolf kennen sie inzwischen gut und stören sich nicht daran, wenn er in ihrer Anwesenheit saubermacht. Im Vergleich zu den Löwen, die der Revierleiter ebenfalls betreut, sind Geparden aber ohnehin eher ungefährlich. Auch wenn sie als die schnellsten Landtiere der Welt gelten, waren sie zu früheren Zeiten äußerst beliebte Haustiere, vor allem im asiatischen Raum. Das ist heute glücklicherweise eher die Ausnahme. Dennoch: „Wir haben seit den 80er Jahren Geparden im Dresdner Zoo und sie sind und waren immer echte Publikumsmagneten“, fasst der zoologische Leiter Dr. Wolfgang Ludwig den konstanten Beliebtheitsstatus der Steppentiere zusammen.

Job und Sjef in freudiger Erwartung der anstehenden Fütterung Quelle: Kaddi Cutz

Der letzte Gepard Ramzes war im Oktober aus Altersgründen eingeschläfert worden, nachdem einige Monate zuvor bereits sein Bruder Rashid verstorben war. Beide hatten mit ihren 16 Jahren ein für Geparden hohes Alter erreicht. Und tatsächlich zieht auch das junge Brüderpaar alle Blicke auf sich, wenn es neuen Geräuschen mit gespitzten Ohren lauscht, neugierig die Besucher mustert oder auf dem beheizten Kunstfelsen ausgiebig kuschelt. „So ist das eben bei Geschwistern“, grinst Wolf, „entweder man entscheidet sich dazu, sich das Leben schwer zu machen oder dazu, sich zu lieben“. Job und Sjef haben sich ganz offensichtlich für die Liebe entschieden.

Von kcu

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