Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Genom von Frauenkirche-Architekt entschlüsselt
Dresden Lokales Genom von Frauenkirche-Architekt entschlüsselt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 01.02.2018
Der Architekt und Erbauer der Dresdner Frauenkirche, George Bähr (1666-1738), war genetisch gesehen ein typischer Mitteleuropäer. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden/Tübingen

Der Architekt und Erbauer der Dresdner Frauenkirche, George Bähr (1666-1738), war genetisch gesehen ein typischer Mitteleuropäer. Er hatte helle Haut und wahrscheinlich braune Augen, wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte Jena (Thüringen) und der Universität Tübingen (Baden-Württemberg) laut Mitteilung vom Donnerstag herausfanden. Sie entschlüsselten das Genom des Barockbaumeisters, von dem es weder Bildnis noch Beschreibung gibt. Ihre Studie wird in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Bährs Aussehen bleibt dennoch unvollständig, weil die Forscher bestimmte Gene in dessen DNA nicht finden konnten, auch wegen des Alters der Knochen, wie Alexander Peltzer von der Universität Tübingen sagte. So können sie keine Angaben zu Haarfarbe, Größe oder anderen Merkmalen machen. Das Team hat über mehrere Jahre Teile eines Skeletts untersucht, die beim Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche nach 1990 gefunden wurden. Aus Expertensicht handelt es sich um die Überreste von Bähr, der allein in der betreffenden Krypta bestattet worden war.

Bähr war gelernter Zimmermann, wurde 1705 zum Ratszimmermeister in Dresden ernannt und begann 1722 mit dem Bau seines Hauptwerks. Die Vollendung der Frauenkirche erlebte er nicht mehr: er starb mit 72 Jahren an einem Lungenödem. Seine Überreste wurden 1854 in das Gotteshaus umgebettet.

„Von mütterlicher Seite fanden wir die typischen Genmuster einer mitteleuropäischen Herkunft“, berichtete Peltzer. Die väterliche Linie, das Muster der Y-Chromosomen, habe sich zu dieser Zeit in großen Teilen Westeuropas, hauptsächlich im Donaubecken und der Pariser Region gefunden. „Bähr war ein typischer Mitteleuropäer, mit einem klein bisschen osteuropäischem Einfluss“.

Die Forscher fanden auch Genvarianten, die nach heutigem Wissen das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder die Verengung der Herzkranzgefäße erhöhen, wie Studienleiter Johannes Krause erklärte. „Obwohl Bähr für die Verhältnisse im 17. und 18. Jahrhundert relativ lange lebte, hat seine genetische Disposition möglicherweise zu seinem Tod beigetragen.“

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit 32 Sprachen für Solidarität und Zusammenhalt in der Landeshauptstadt: Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Die Linke) hat gestern zusammen mit Projektleiter Hans-Joachim Wolf 62 Gemeindedolmetschern ihre neuen Jahresausweise übegeben.

01.02.2018

Elektronische Etiketten sollen künftig in Supermärkten eine größere Rolle spielen und Papieretiketten vielerorts ablösen. Per Funk können die Händler damit Preisänderungen n Sekundenschnelle und ohne lange Klebeaktionen auf alle Regale überspielen. Das Dresdner Unternehmen „Plastic Logic“ hat nun solche E-Etiketten entwickelt.

01.02.2018

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 31-jährigen Dresdner begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft Nino K. unter anderem versuchten Mord, versuchte gefährliche Körperverletzung, die Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen und schwere Brandstiftung vor.

31.01.2018
Anzeige