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Lokales Gekidnappt, geschlagen, stundenlang vergewaltigt: Drei Angeklagte vor Gericht
Dresden Lokales Gekidnappt, geschlagen, stundenlang vergewaltigt: Drei Angeklagte vor Gericht
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08:17 29.11.2018
Zu den Vorwürfen wollten sich die Angeklagten nicht äußern, so muss nun das Opfer aussagen. Quelle: Uli Deck/ dpa
Dresden

Im Januar vergangenen Jahres saßen Kay H., Michael B. und Mehdi B. schon einmal auf der Anklagebank des Dresdner Landgerichts. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen schwere Vergewaltigung und Freiheitsberaubung vor. Da die Angeklagten sich aber nicht zu den Vorwürfen äußern wollten und das Opfer so traumatisiert war, dass es nicht in der Lage war auszusagen und erst therapiert werden musste, wurde der Prozess ausgesetzt. Am Dienstag gab es nun den zweiten Anlauf.

Die psychischen Probleme des Opfers kann man verstehen, wenn man die Anklage hört. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, gemeinsam mit anderen Tätern, deren Namen nicht bekannt sind, am frühen Morgen des 25. September 2015 eine Tänzerin aus der Dresdner Tabledance-Bar „Diamonds“ auf dem Heimweg aufgelauert und gekidnappt zu haben. Die Frau sei in ein Auto gezerrt worden, danach habe man ihr die Hände gefesselt und die Augen verbunden, so dass sie die Männer nicht sah und nicht wusste, wo sie hingebracht wurde. In der Wohnung von Mehdi B. auf der Berliner Straße sollen die Angeklagten dann stundenlang über die Frau hergefallen sein und sie sogar mit einem Baseballschläger vergewaltigt haben.

Zuvor sei sie geschlagen, gewürgt und unter einen Cocktail aus Drogen und Alkohol gesetzt worden Zudem sollen die Männer ihrem Opfer gedroht haben: „Wir tun deinen Kindern etwas an.“ Am Abend brachten sie die Männer im Auto zurück und setzten sie aus. Die Frau schleppte sich zur Polizei. Auf die Spur der mutmaßlichen Täter kamen die Ermittler durch DNA-Analysen.

Die drei Angeklagten, die sich irgendwie sehr ähnlich sehen – alle von kräftiger, fast bulliger Statur und mit kahl rasierten Köpfen – gaben sich auf der einen Seite gut gelaunt, auf der anderen ziemlich gelangweilt, aber auch genervt. Sie machten vor allem der Presse gegenüber deutlich, was sie von der Verhandlung halten – da bekam jeder sein Fett weg, sowohl die Fotografen als auch die schreibende Zunft. Nichts für sensible Seelen.

Zu den Vorwürfen wollten sich die Angeklagten nicht äußern, so muss nun das Opfer aussagen. Kay H. und Michael B. sind auf freiem Fuß, Mehdi B. sitzt wegen anderer Sachen ein. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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