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Geht Globus in den Dresdner Norden?

„Allianz für Dresden“ sagt Ansiedlung auf der grünen Wiese voraus Geht Globus in den Dresdner Norden?

Globus zieht in den Dresdner Norden, vermutet die „Allianz für Dresden“, in der sich die Globus-Gegner versammeln. Sie attackieren auch die Linke-Stadtratsfraktion. Deren baupolitischer Sprecher weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Globus will das Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs sanieren.

Quelle: Kretschmar + Dr. Borchers

Dresden. Die Rückwärtsrolle war spektakulär: Die Linken im Stadtrat wollen nicht länger eine Ansiedlung von Globus am Alten Leipziger Bahnhof tolerieren, sondern die Stadt soll prüfen, ob das Gelände für sozialen Wohnungsbau genutzt werden kann. Über die Motive für den Sinnenswandel wurde viel spekuliert. Die Linken seien sich sicher, dass Wohnungen auf dem Gelände nahe der Bahngleise und zweier Hauptverkehrsstraßen nicht gebaut werden könnten. Liege dies als offizielles Prüfergebnis vor, ließe sich der Globus-Markt als ungeliebte, aber einzige Option für das verfallende Grundstück verkaufen.

Die bekennenden Globus-Gegner „Allianz für Dresden“ lieferten jetzt eine zweite Begründung: Die Suche nach einem Ersatzgrundstück für Globus stünde vor dem Abschluss, heißt es in einer Mitteilung. Aus gut informierten Kreisen sei zu erfahren, dass es sich um eine autobahnnahe Gewerbegebietsfläche im Norden der Stadt handele. Globus-Manager Enrico Wilde hatte vergangene Woche erklärt, es gebe nichts Neues in Sachen Ersatzgrundstück. Ein Stadtrat berichtete gegenüber DNN aber vom guten Verlauf der Suche. Wegen der sensiblen Materie könne sich aber offiziell niemand dazu äußern.

Die Vertreter der Linksfraktion würden wissen, dass es auf den Stadtrand hinauslaufe, erklärte Diego Schwarz, Leiter des Dresdner Kreisverbandes beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft und Mitglied der „Allianz für Dresden“. „Da ist es natürlich leicht, plötzlich auf das Thema Sozialwohnungen am Alten Leipziger Bahnhof zu kommen.“ Globus werde am Stadtrand zum Geschäftsmodell Riesengröße und Autokundschaft auf der grünen Wiese zurückkehren“, sagte Schwarz voraus. Die Probleme würden auf die Umlandgemeinden verlagert, während die Stadt fein raus sei.

Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Linken, sieht einen Widerspruch in der Argumentation der Allianz. „Wenn diejenigen, die gegen Globus auf einer innerstädtischen Fläche sind, jetzt die mögliche Ansiedlung auf der grünen Wiese beklagen, ist das merkwürdig“, erklärte er auf Anfrage. Es handele sich nicht um eine „Allianz für Dresden“, sondern um eine „Allianz gegen Globus“, so Wirtz. Zur Ansiedlung anderer großflächiger Einzelhandelseinrichtungen wie Edeka, Rewe oder Kaufland schweige die Allianz regelmäßig. „Edeka, Rewe und Kaufland als Vollsortimenter gemeinsam mit ihren Discountketten Netto, Disca und Lidl sind die drei bundesweiten Marktführer und haben auch in Dresden überwiegend den Markt unter sich aufgeteilt“, so der Linke-Baupolitiker. „Ein Mitbewerber wie Globus scheint da nur zu stören.“

Die Linke habe einen Antrag gestellt, Potenziale und Restriktionen für den sozialen Wohnungsbau auf dem gelände des Alten Leipziger Bahnhofs prüfen zu lassen. „Die Eignung dafür liegt nicht offensichtlich auf der Hand“, meint Wirtz und verweist auf den erheblichen Eisenbahnlärm in dem Gebiet. Hinzu komme, dass die erhaltenswürdige denkmalgeschützte Bausubstanz des Alten Leipziger Bahnhofs auch die Freiheit einer neuen Bebauung und die Möglichkeit einer lärmabweisenden Zwischenbebauung mit weniger lärmsensiblen Nutzungen wie Gewerbe und Büros einschränke, so der Stadtrat.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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