Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Gegenwind für Dynamo-Pläne

Umweltbehörde hält Trainingszentrum für nicht genehmigungsfähig Gegenwind für Dynamo-Pläne

Eigentlich sollen die Profis von Dynamo Dresden ab Herbst 2019 nicht mehr im Großen Garten, sondern im Ostragehege trainieren. Doch die Neubaupläne wackeln. Das Umweltamt trägt Bedenken vor und stellt die Genehmigungsfähigkeit in Frage. Sportbürgermeister Peter Lames bleibt optimistisch.

So soll das Trainingszentrum im Ostragehege aussehen.
 

Quelle: Architekturbüro O+M Dresden

Dresden.  Wie es der Zufall manchmal will: An dem Tag, an dem der Freistaat Sachsen einen millionenschweren Förderbescheid für das neue Trainingszentrum von Dynamo Dresden im Ostragehege übergeben hat, trudelte das Schreiben einer städtischen Fachbehörde ein. Inhalt: Der Neubau ist nicht genehmigungsfähig. So wird es im Rathaus gemunkelt. Was dazu geführt haben soll, das Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Teilnahme an der Übergabe kurzfristig absagte.

Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) will auf Anfrage der DNN den Zeitablauf nicht bestätigen. Aber: „Es gibt ein Anhörungsschreiben des zuständigen Geschäftsbereichs, in dem verschiedene Versagensgründe für die Baugenehmigung genannt werden. Diese fußen auf umweltrechtlichen Erwägungen.“ Das Vorhaben durchlaufe im Moment das Baugenehmigungsverfahren, nun habe die Bauherrin als Antragstellerin die Gelegenheit zur Stellungnahme. Das ist die DGI Gesellschaft für Immobilienwirtschaft mbH Dresden, eine zum städtischen Konzern Technische Werke Dresden zählende Tochter.

Bei den umweltrechtlichen Einwänden handelt es sich laut Lames um Themen, die von der DGI bei der Antragstellung mit bedacht worden seien. „Jetzt kommt es darauf an, wie die Lösungen, die gefunden worden sind und noch zu finden sind, von der Genehmigungsbehörde bewertet werden“, so der Sportbürgermeister. „Ich bin zuversichtlich, dass das Vorhaben genehmigungsfähig ist.“

Lames erwartet keine nennenswerte Verzögerung des Baubeginns wegen der Probleme. „Ich gehe davon aus, dass das Verfahren im ersten Quartal abzuschließen sein dürfte“, erklärte er und betonte: „Aus sportpolitischer Sicht wäre es für die Landeshauptstadt Dresden von großem Nachteil, wenn wir diese Chance nicht ergreifen könnten.“ Die Stadt habe es sich auf die Fahnen geschrieben, die Entwicklung des Vereins im Nachwuchsbereich zu unterstützen.

Torsten Schulze, sportpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, bezweifelt, dass die planungsrechtlichen Bedenken in einem Anhörungsverfahren ausgeräumt werden können. Ein Teil der für das Trainingszentrum vorgesehen Flächen würden im Überschwemmungsgebiet liegen. Einen anderen Teil hätten die Verkehrsbetriebe als Ausgleich für die Verlängerung der Straßenbahntrasse bis zum Messegelände begrünt. „Ich bin aus sportpolitischer Sicht dafür, dass Dynamo ein Trainingszentrum erhält“, stellt Schulze klar. „Der Bau ist auch im Ostragehege möglich. Aber dazu bedarf es eines geordneten Verfahrens.“

f0dc1b6e-c857-11e6-9027-90a7957bb65e

Bis 2019 soll Dynamo Dresden im Ostragehege ein neues Trainingszentrum erhalten. Jetzt wurden die ersten Planungen und Entwürfe offiziell vorgestellt.

Zur Bildergalerie

Eine Investition von 15,4 Millionen Euro benötige ein gerichtsfestes Fundament. Das könne nach seinem Verständnis nur ein geordnetes Bebauungsplan-Verfahren sein, so der Sportpolitiker. „Das wäre der rechtlich saubere Weg, um zu einer Genehmigung zu kommen.“ Dieser ist aber deutlich zeitaufwendiger als ein einfaches Genehmigungsverfahren. „Diese Zeit muss man sich nehmen.“

Schulze warnt davor, Umweltamt und Bauaufsicht als Sündenböcke hinzustellen. „Das wird der komplexen Thematik nicht gerecht. Es war von Anfang an falsch, eine Baugenehmigung im vereinfachten Verfahren anzustreben“, glaubt er.

Die Zweitligaprofis von Dynamo Dresden trainieren gegenwärtig unter einfachen Bedingungen im Großen Garten. Der Staatsbetrieb Staatliche Schlösser und Gärten, der den Großen Garten verwaltet, würde die Trainingsplätze lieber heute als morgen schließen. Deshalb benötigt der Verein dringend ein neues Trainingszentrum. Freistaat und Stadt fördern nur die Anteile, die für die Nachwuchsarbeit genutzt werden. Im nächsten Jahr soll nach Plänen der Stadt Baustart im Ostragehege sein, die Übergabe ist für den Herbst 2019 geplant.

Von Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
17.11.2017 - 08:03 Uhr

Dynamos kommender Gegner aus der Pfalz ist Tabellenletzter und hofft nun auf einen Großinvestor

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.