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Lokales Gegen Diesel-Fahrverbote in Dresden: Neuer Luftreinhalteplan im November
Dresden Lokales Gegen Diesel-Fahrverbote in Dresden: Neuer Luftreinhalteplan im November
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08:22 20.09.2017
Ein neuer Luftreinhalteplan soll dafür sorgen, dass Diesel-Autos auch weiterhin durch Dresden fahren dürfen.  Quelle: dpa
Dresden

 Im November will Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) den neuen Luftreinhalteplan der Landeshauptstadt vorlegen. Dieser soll dafür sorgen, dass die Stadt Dresden ein drohendes Fahrverbot für Diesel-Autos vermeidet. Denn noch erfüllt die Stadt die Auflagen nicht. An der Messstation Bergstraße sind die Stickstoffdioxid (NOX)-Werte weiterhin zu hoch.

Diskussionsteilnehmer (v.r.n.l.): Dorothee Saal (Deutsche Umwelthilfe), Gerd Lottsießen (VCD), Moderator Hanno Griess, Eva Jähnigen, Andreas Hemmersbach (DVB) Quelle: sl

„Ich möchte Fahrverbote für Dresden vermeiden“, erklärte Jähnigen m Dienstag bei einer Diskussionsrunde des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Dresdner Verkehrsmuseum. Ein „Umsteuern“ sei nachhaltiger und bringe mehr. Das soll durch eine Mischung aus neuen Angeboten, aber auch Einschränkungen erreicht werden.

Mobilitätspunkte sollen Dresdner zum Umsteigen bewegen

So kommt Dresden wohl nicht um neue Tempolimits herum, deutete die Umweltbürgermeisterin an. Und dort, wo diese schon bestünden, müssten sie auch durchgesetzt werden. Das könnte über zusätzliche „Blitzer“ erfolgen, beispielsweise auf der Bergstraße.

Lieber sei Jähnigen jedoch, dass die Menschen gleich vom Auto auf Bus, Bahn oder Fahrrad umsteigen. Dresden setze dabei vor allem auf „Mobilitätspunkte“, die in der ganzen Stadt entstehen sollen. Hier sollen die verschiedenen Optionen miteinander verknüpft werden: ÖPNV-Haltestellen, Fahrradstellplätze, Car-Sharing-Angebote und Elektro-Ladesäulen. Wenn es darum ginge, den Dresdnern den Umstieg vom eigenen Auto auf umweltfreundliche Alternativen schmackhaft zu machen, habe die Stadt ihre Potenziale bei Weitem nicht ausgeschöpft, ist sich Jähnigen sicher.

Umwelthilfe will Pläne genau prüfen

All das sei auch nötig, um pauschale Fahrverbote zu verhindern. Die strebt aktuell vor allem die Deutsche Umwelthilfe (DUH) an. Gegen 16 Städte, die die gesetzlichen Auflagen teils deutlich überschreiten, klagt die Umwelthilfe bereits. In Düsseldorf und Stuttgart seien baldige Fahrverbote wahrscheinlich, berichtet Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH. Von den Dresdner Plänen zeigte sie sich am Dienstagabend angetan. „Das hört sich alles sehr gut an“, sagte sie zu den Ankündigungen der Stadt. Man werde sich den Luftreinhalteplan genau ansehen. Sei die Umwelthilfe der Ansicht, die Maßnahmen seien umsetzbar und zielführend, werde man natürlich nicht gegen Dresden klagen.

Zuschauerabstimmung über Diesel-Fahrverbote in Dresden. Quelle: sl

Saar nahm auch Stellung zur vom Dresdner TU-Professor Matthias Klingner aufgeworfenen Grenzwert-Debatte Stellung. Klingner hatte in einem vielbeachteten DNN-Interview die bestehenden Grenzwerte als zum Teil unsinnig kritisiert. Saar hingegen verteidigt die strengen NOX-Werte: Die seien in der Umwelt aus gutem Grund strenger als in Büros. Bleibe man in letzterem höchstens acht Stunden und das auch nur als gesunder Erwachsener, sei man in der Umwelt 24 Stunden am Tag, und das auch als Kind, Senior und Kranker. Studien der europäischen Umweltbehörde und auch der US-Eliteuni MIT hätten einen deutlichen Zusammenhang zwischen NOX-Belastung und Gesundheitsproblemen aufgezeigt. Die EU-Studien sprechen sogar von bis zu 10.000 Todesfällen, die sich auf die Stickstoffdioxidbelastung durch den Verkehr zurückführen lassen.

Von Stephan Lohse

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