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Lokales Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Dresden
Dresden Lokales Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Dresden
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18:26 27.01.2017
Elisabeth Naendorf vom Ökumenischen Informationszentrum eröffnet die Lesung vor der Kreuzkirche.  Quelle: dpa
Dresden

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers in Auschwitz und des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Seit 21 Jahren wird an diesem Tag in Deutschland an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. So auch am Freitag in Dresden.

Vor der Gedenktafel an der Kreuzkirche wurden die Namen der von den Nazis ermordeten Dresdner Juden, Sinti und Roma verlesen. Fast 2000 Namen sind es, die Dresdner Schüler, Bürger und Politiker aus dem „Buch der Erinnerung“ vortrugen. Die Lesungen fanden zum ersten Mal 1999 während der Forschungsarbeiten zum Buch statt, inzwischen sind sie fester Bestandteil des Dresdner Gedenkens.

Neben den vielen Namen sind es auch die Zahlen, die bestürzen. 25 Tage, 2 Monate, 3 Jahre – länger durften viele nicht leben. Und im Hintergrund auf der Gedenktafel: „1933 lebten in Dresden 4675 Juden. 1945 waren es 70.“

Auch in der sächsischen Landeshauptstadt wird am bundesweiten Tag des Gedenkens an die Holocaust-Opfer erinnert. Wir haben die Fotos des Tages in Dresden.

Im Sächsischen Landtag wurde an die Holocaust-Opfer bereits am frühen Vormittag im Rahmen einer Gedenkstunde erinnert. Dort erklärte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich: "Gedenken und Erinnerung sind wichtig und dürfen nicht aufhören. Das ist unser Auftrag, das ist unsere Verantwortung, die wir als Deutsche in besonderer Weise aus unserer Geschichte auferlegt bekommen. Wir brauchen die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte – nach wie vor.“

Als Hauptredner hatte der Landtag den Polen Jacek Zieliniewicz eingeladen, der Auschwitz und ein KZ in Baden-Württemberg überlebt hat. Der 91-Jährige schilderte den grausamen Alltag dort. Allein habe man die Lager nicht überleben können. Man habe Hilfe, Freunde und viel Glück gebraucht - zuerst aber Hoffnung: „Das Schlimmste war, dass auch Kinder in die Gaskammern mussten.“ Nach den Erlebnissen habe er 50 Jahre lang kein Deutsch mehr sprechen wollen. Seit 1995 sei er aber jedes Jahr wieder in Deutschland und unter Freunden. Zieliniewicz wandte sich auch direkt an Schüler im Saal. Sie seien nicht verantwortlich für die Vergangenheit, aber für die Zukunft.

In die gleiche Richtung ging auch der Appell der Linksjugend, die am späten Nachmittag am Bahnhof Neustadt eine Kundgebung abhielt. Man könne zwar nichts für die Vergangenheit, dafür aber die Wiederholung der Geschichte verhindern, hieß es dort. „Es ist in unserer heutigen Zeit besonders von Bedeutung, der Gefahr der Wiederholung entgegenzuwirken“, betonte der Landtagsabgeordnete Lutz Richter in seinem Redebeitrag.

August Modersohn mit dpa

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